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ULM: Tötungsdelikt z. N. von Rafael Blumenstock (1990)

Der Mord an Rafael Blumenstock

Wer tötete Rafael Blumenstock

Ich beschäftige mich schon seit 15 Jahren mit dem ungeklärten Mord an Rafael Blumenstock. Leider habe ich es immer versäumt, den Fall auch in meinen Blog aufzunehmen. Da der Fall sich bald zum 30. Mal jährt, ist jetzt der richtige Zeitpunkt auf den Fall aufmerksam zu machen.

Die Tat

In der Nacht zum 4. November 1990 wurde Rafael Blumenstock mitten in der Ulmer Innenstadt auf dem Münsterplatz bestialisch ermordet. Bis heute sind der oder die Täter des grausamen und brutalen Verbrechens nicht ermittelt. 
Der oder die Täter waren damals mit äußerster Brutalität vorgegangen. Die Leiche des 28-jährigen Mannes, wurde schrecklich zugerichtet. Zuvor war Rafael Blumenstock noch im Nachtlokal "Aquarium" in der nahe gelegenen Kohlgasse unterwegs. Dort verfolgte er ein Konzert von Percy Sledge mit. 

Seit 30 Jahren ist dieser Cold Case ungelöst.
Wer tötete Rafael Blumenstock und warum musste er sterben?
Foto: Facebook

Die Entdeckung

Die Leiche wurde von Mitarbeitern der Stadtreinigung, am Morgen des 4. November 1990, zwischen Blumenkübeln und einem geparkten Auto gegenüber der Firma Abt entdeckt. 
Das Gesicht war bis zur Unkenntlichkeit zugerichtet worden. Außerdem befanden sich am ganzen Körper Stich und Schnittverletzungen sowie Spuren von massiver Gewalt wie Fußtritte oder Faustschläge. Bei der späteren Obduktion konnte festgestellt werden, dass das Opfer 21 Messerstiche in den Kopf, Hals und Oberkörper erlitten hatte. Das Opfer war schlimm zugerichtet. Sogar die Rippen wurden durchtrennt und ein Teil der Nase wurde abgeschnitten. Auch die Genitalien des Opfers blieben nicht unversehrt und waren verletzt. 
Ein regelrechter Overkill. (*Anmerkung: Overkill=Übertötung. Man verrichtet übermäßig mehr Gewalt, als zur Tötung des Opfers nötig gewesen wäre.)
Es brauchte deshalb einen Tag, bis das so übel zugerichtete Opfer identifiziert werden konnte. 

Das Motiv 

Die Polizei ermittelte in alle Richtungen. Ein plausibles Motiv für die grausame Tat gibt es nicht.
Es könnte sich bei der Tat um einen Raubmord oder um eine Tat in der Schwulenszene handeln. Rafael war homosexuell und wurde deshalb auch zur Schwulenszene zugerechnet. Möglich war auch eine Tat mit rechtsradikalem Hintergrund. Aufgrund der Spurenlage geht die Polizei von mehreren Tätern aus, ohne eine Vorstellung von einem möglichen Motiv zu haben
Das brutale Verbrechen mitten in der Stadt Ulm ist bis heute ungelöst.

Der letzte Tag von Rafael Blumenstock

Der Polizei ist es gelungen, den letzten Tag in Rafael Blumenstocks Leben genau zu rekonstruieren. 
Er war kontaktfreudig, stadtbekannt und bekennender Homosexueller. Rafael war ein attraktiver, junger Mann der in jener Nacht auf Sonntag von Kneipe zu Kneipe zog. 
Bis 4.30 Uhr morgens konnte diese Tour lückenlos belegt werden. Gefunden wurde seine Leiche morgens um 6.30 Uhr von Mitarbeitern der Stadtreinigung. Der Todeszeitpunkt war wohl gegen 5.30 Uhr, was für die Ermittler bedeutet, das ihnen die letzte Stunde im Leben von Rafael Blumenstock fehlt. Was in dieser Zeit geschah, ist völlig unklar. Zeugen haben Schreie gehört, eine Frau, die in einem Wohnmobil auf dem damals noch als Parkplatz genutzten Münsterplatz übernachtete, sah drei Männer, die in einem Sportwagen mit quietschenden Reifen wegfuhren. 

Der oder die Täter?

Vermutlich waren mehrere Männer an dem äußerst brutalen Mord beteiligt, da eine Anwohnerin am Münsterplatz immer wieder Schreie hörte. Als sie aus dem Fenster schaute, sah sie drei Männer, die in einem Sportwagen. Ob diese Männer etwas mit der Tat zu tun haben, ist nach wie vor unklar. Diese Männer haben sich bislang aber auch nicht als Zeugen gemeldet. 

Ulmer waren sehr entsetzt über die Tat

Die Ulmer Bevölkerung war seinerzeit entsetzt. Schließlich konnte und kann nicht ausgeschlossen werden, daß Rafael Blumenstock ermordet wurde, weil er homosexuell war. Die Fußabtritte im Gesicht könnten von Springerstiefeln stammen. 

Sonderkommissionen und Belohnungen 

Obwohl die Polizei mit Sonderkommissionen nach den Tätern suchte und hohe Belohnungen ausgesetzt wurden, konnte der oder die Täter bislang noch nicht ermittelt werden.

Neue Analyseverfahren und erneute Ermittlungen

Der Schmutz unter einem Fingernagel von Rafael Blumenstock ist die Wichtigste von vielen Spuren. Zehn Jahre nach der Tat untersuchte die Kripo diesen Schmutz auf DNA-Strukturen. Dabei wurde klar, daß dieser Dreck von einem anderen Menschen als von Rafael Blumenstock stammte. Es könnte DNA-Material des Täters sein. Die Polizei verglich diese genetischen Spuren mit der DNA von 118 verdächtigen Personen. 115 Personen geben ihre Proben freiwillig ab. Drei werden vom Gericht dazu gezwungen, darunter auch ein Mann, der mittlerweile in Spanien lebte. Es wurden jedoch keine übereinstimmenden Spuren bei diesen Verdächtigen gefunden. Die Polizei gibt die Suche nach den brutalen Mördern nicht auf, weil die Spuren am Tatort mit immer neueren Techniken ausgewertet werden können. 

Eine Gedenktafel erinnert an den Mord 

Eine Gedenktafel am Ulmer Münsterplatz erinnert noch heute an das brutale Verbrechen und an Rafael Blumenstock.
Der Fall hat die Stadt damals aufgewühlt. An der Fundstelle lagen tausende Blumen, Freunde und Bekannte des 28-jährigen Rafael Blumenstock haben Trauermärsche organisiert, auf dem Münsterplatz wurde eine Gedenktafel im Boden eingelassen. Vor allem aber war es die brutale Art, wie der junge Mann im Herzen der Stadt getötet wurde. 
Viel Hoffnung auf Aufklärung haben viele nach fast 30 Jahren nicht mehr. Bei Kapitalverbrechen wie Mord liegt die Aufklärungsquote zwar bei 95 bis 97 Prozent. Meist geht es schnell, dauern die Ermittlungen länger, sinken die Chancen aber enorm. Vor allem, wenn Opfer und Täter in keiner persönlichen Beziehung zueinander standen, sich nicht kannten, wie es im Fall Blumenstock höchstwahrscheinlich ist. Man muss davon ausgehen, daß Rafael mit irgendjemand in Kontakt trat und das die Lage aus welchem Grund auch immer, dann eskaliert ist.  

Mit dieser Gedenktafel wie immer an den Mord an Rafael Blumenstock im November 1990 erinnert.
Foto: Tageblatt 

Die Ulmer Polizei hofft weiter, daß der oder die Mörder eines Tages doch noch gefasst werden können. 

Fragen an Zeugen:
  1. Wer hat Rafael Blumenstock am 4. November in der Zeit von 4:30 Uhr - 5:30 Uhr rund um den Münsterplatz in Ulm gesehen?
  2. War er allein oder in Begleitung?
  3. Wer hat verdächtige Personen oder Fahrzeuge zum tatrelevanten Zeitraum zwischen 4:30 Uhr - 5:30 Uhr rund um den Münsterplatz beobachtet?
  4. Wer hat Gerüchte über diese Tat gehört?
  5. Wer weiß, wer für die Tat verantwortlich sein könnte?
  6. Wer kennt die Hintergründe dieser Tat?
  7. Wer hat sonstige Beobachtungen gemacht oder hat sonstige Informationen über den Fall?

Hinweise nimmt die Ulmer Polizei unter der Rufnummer 0731/188-0 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.


Hier noch ein paar Filmbeiträge über den Mord an Rafael Blumenstock:




Kommentare

  1. Ein weiteres Video, was sehr interessant ist: https://youtu.be/VyrMpbGFkn8

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