Dienstag, 31. Dezember 2013

ASCHERSLEBEN: Tötungsdelikt z.N. Von Anja Lengnick (1998)

Jetzt wenden sich die Ermittler erneut an die Bevölkerung

Seit mehr als 15 Jahren sucht die Polizei nach dem Mörder von Anja Lengnick aus Aschersleben. Hunderte Hinweise und Zeugenbefragungen führten bislang nicht zum Täter. 


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Anja Lengnick

Die damals 16-jährige Anja Lengnick wurde in der Nacht vom 4. zum 5. September 1998 in der Nähe der Wohnung ihrer Eltern in Aschersleben mit mehreren Messerstichen getötet. Zuvor hatte sich die junge Frau mit zwei Bekannten am Bahnhof Aschersleben getroffen und war mit ihnen gemeinsam in die Diskothek "Manege" gegangen, in der an jenem Abend etwa 800 Jugendliche feierten - darunter vermutlich auch Anjas Mörder.


Bislang blieben die Nachforschungen der Polizei erfolglos. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Täter die junge Frau in der Disko gezielt aussuchte und ihr schließlich auf dem Nachhauseweg auflauerte. Ihre Erlebnisse und Begegnungen in dieser Nacht sind deshalb der wichtigste Ermittlungsansatz der Beamten. Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, hat die Polizei eine Belohnung von 5.000 Euro ausgesetzt.

Hinweise bitte an die Kripo Magdeburg: Tel. 0391 546 1091.

Dienstag, 10. Dezember 2013

GERMANMISSING-TWITTER-BUTTON

Dienstag, 26. November 2013

GERMANMISSING AUCH BEI TWITTER

Liebe Blogleser,

nun gibt es Germanmissing auch bei Twitter! Mich würde freuen, wenn ihr auch dort mal reinschaut und ihm auch folgt!

Liebe Grüße 

Natalia

Donnerstag, 17. Oktober 2013

PORTUGAL/GROßBRITANNIEN: Vermisst Madeleine McCann

Wo ist Madeleine? Dreijährige verschwindet 2007 in Portugal


Ein schlafendes Kind wird 2007 aus einer Ferienwohnung verschleppt. Die polizeilichen Ermittlungen verlaufen im Sande. Auch die weltweite Suche bleibt ohne Ergebnis. Was passierte mit Madeleine McCann? Es ist einer der rätselhaftesten Kriminalfälle aller Zeiten. Jetzt geht Scotland Yard mit neuen Fragen an die Öffentlichkeit.



Madeleine McCann

Friedliche Tage 

Samstag, 28. April 2007. Das englische Ärzte-Paar Kate und Gerry McCann kommt mit seinen drei Kindern in Praia da Luz an der portugiesischen Algarve an. Sie wollen mit mehreren befreundeten Familien eine Woche in dem Urlaubsort verbringen. Am Rande des "Ocean Clubs", der vor allem bei britischen Touristen beliebt ist, beziehen die McCanns ein Apartment im Erdgeschoss.

Ihre älteste Tochter Madeleine ist fast vier, die beiden jüngeren Zwillinge zwei Jahre alt. Die Familie genießt unbeschwerte Tage am Strand und auf dem Tennis-Platz. Zudem werden die Kinder im "Kids Club" auf der Anlage gut betreut. Zu einem regelmäßigen Treffpunkt der Gruppe entwickelt sich eine Tapas-Bar am Pool des Clubs, knapp 50 Meter von der Ferienwohnung der McCanns entfernt.

Gemeinsames Essen

Zum gemeinsamen Abendessen treffen sich die Erwachsenen immer in der Tapas-Bar, nachdem sie ihre Kinder zu Bett gebracht haben. Mindestens alle 30 Minuten gehen die Eltern abwechselnd nachsehen, ob nicht eines der Kinder aufgewacht ist. In den ersten Tagen funktioniert das reibungslos. Auch Madeleine und ihre Geschwister schlafen stets tief und fest.

Doch am Donnerstag, dem 3. Mai 2007 kommt es zur Katastrophe. Als Kate McCann gegen 22 Uhr im Apartment nachsieht, ist Madeleine verschwunden. Das Fenster steht offen, der Rollladen des Kinderzimmers ist oben. Noch in der Nacht wird überall nach der Dreijährigen gesucht - ohne Erfolg. Auch eine großangelegte Suche der portugiesischen Polizei führt zu keinem Ergebnis.

Weltweite Fahndung

Die portugiesische Polizei stellt am 21. Juli 2008 die Ermittlungen aufgrund fehlender Spuren ein. Scotland Yard untersucht den Fall seit 2011 und hat mehrere neue Ermittlungsansätze aufgezeigt. Wie sich zeigte, wurden im Vorfeld von Madeleines Entführung mehrere verdächtige Personen in der Nähe des Appartements gesehen. Auffällig ist zudem, dass es im April 2007 einen Anstieg von Einbrüchen in Praia da Luz gegeben hat. War es eine geplante Entführung oder vielleicht ein missglückter Einbruch, bei dem Madeleine einen Täter störte?

Dringend verdächtig ist aus Sicht der britischen Ermittler ein unbekannter Mann. Etwa zur gleichen Zeit, als das Verschwinden der Dreijährigen entdeckt wurde, war er auf dem Weg in Richtung Strand gesehen worden, knapp zehn Fußminuten vom Ocean Club entfernt. Er trug ein regloses Kind in seinen Armen. Aufgrund der Zeugenaussagen wurden zwei Phantombilder angefertigt, die diesen Mann zeigen sollen.

Beschreibung des Manns mit Kind:



  • 35 bis 40 Jahre alt, 
  • 1,75 bis 1,80 m groß, 
  • sportliche Figur, 
  • kurzes braunes Haar, 
  • sonnengebräunte Haut.

Einige Spuren, denen Scotland Yard nachgeht, führen auch nach Deutschland. So wurden in den Tagen und Stunden vor Madeleines Verschwinden mehrfach Männer, meist zu zweit, in der Nähe des Apartments gesehen, die sich verdächtig verhielten. Zum Teil gaben die Zeugen an, dass die Männer deutsch oder holländisch gesprochen haben. Aufgrund dieser Zeugenaussagen wurden zwei weitere Phantombilder erstellt.

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So sollen die beiden Männer ausgesehen haben.


Beschreibung der beiden Männer:

  • 30 bis 35 Jahre alt, 
  • sehr kurze blonde Haare. 
Einer der Beiden, der in den Tagen vor Madeleines Verschwinden das Apartment der Familie McCann beobachtet haben soll, trug eine große Sonnenbrille.

Madeleines Beschreibung zum Zeitpunkt ihres Verschwindens:


  • 3 Jahre alt, 
  • schulterlanges dunkelblondes Haar; 
  • besonderes Merkmal: eine angeborene Spaltbildung unterhalb der Iris im rechten Auge, ein sogenanntes Kolobom. 

Fragen nach Zeugen:

  1.  Wer weiß etwas über Madeleines Verbleib? 
  2.  Wer glaubt, einen der Männer auf den Phantombildern erkannt zu haben? 
  3. Wer war im April/Mai 2007 in Praia da Luz in Portugal und hat noch nicht mit der Polizei gesprochen?

Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung des Falls führen, ist eine Belohnung von 20.000 Pfund (ca. 24.000 Euro) ausgesetzt.

Zuständig: Bundeskriminalamt Wiesbaden, Telefon 0611 / 55 131 01

Freitag, 11. Oktober 2013

HAMBURG: Vermisst Nargis Aydan Salim

Vermisste 29-Jährige: Mordkommission ermittelt

Seit sieben Monaten gilt eine junge Frau aus Hamburg als vermisst. Die Bulgarin ist möglicherweise einem Verbrechen zum Opfer gefallen. Jetzt ermittelt die Mordkommission.

Vermisst Nargis Aydan Salim

Eine seit sieben Monaten vermisste Frau aus Bulgarien ist in Hamburg möglicherweise einem Verbrechen zum Opfer gefallen. Die Mordkommission im Landeskriminalamt hat jetzt die Ermittlungen übernommen, wie Polizeisprecher Holger Vehren am Donnerstag sagte. 
Die 29-Jährige sei vermutlich Anfang März aus ihrem Lebensumfeld in Hamburg-Wilhelmsburg verschwunden. Dort war Nargis Aydan Salim den Angaben zufolge etwa alle zwei bis drei Monate wochenweise bei Bekannten zu Besuch.

„Zunächst gingen die Ermittler davon aus, dass sie zu ihrer Familie nach Bulgarien gereist war“, erklärte Vehren. „Es gibt jedoch seit März keinen Kontakt von ihr zu Angehörigen in Bulgarien oder Deutschland.“ Die Hintergründe sind völlig unklar. Die Polizei hofft nun auf Hinweise aus der Bevölkerung und sucht Zeugen, die vor dem Verschwinden der 29-Jährigen mit ihr Kontakt hatten.

Vor rund einer Woche hatte die Polizei im Stadtteil Wilhelmsburg bereits Plakate mit der Bitte um Hinweise aufgehängt, wie der Sprecher berichtete. „Die sind alle weg, alle abgerissen.“ Bei ihren Ermittlungen hätten die Kriminalbeamten dann Hinweise bekommen, dass die Frau Opfer einer Straftat geworden sein soll. „Diese Hinweise werden derzeit von der Mordkommission überprüft.“

Die 29-Jährige ist nach Polizeiangaben 1,66 Meter groß, hat grüne Augen und trägt ein Kopftuch. 

Die Polizei bittet um Hinweise an die Verbindungsstelle im Landeskriminalamt unter der Telefonnummer 040/4286-56789.

Mittwoch, 2. Oktober 2013

DONAUWÖRTH: Tötungsdelikt z.N. von Simone Langer

Mord an 15-Jähriger nach 30 Jahren ungeklärt

Auf dem nächtlichen Heimweg fällt im Sommer 1983 eine 15-Jährige bei Donauwörth einem Verbrechen zum Opfer. Der Täter ist bis heute unbekannt. Von Wolfgang Widemann
Simone Langer 
Foto: Polizei

Vor 30 Jahren fiel Simone Langer einem Verbrechen zum Opfer. Die 15-Jährige aus Donauwörth verschwand, als sie sich per Fahrrad nachts auf dem Heimweg befand. Die in der Region in den vergangenen Jahrzehnten einmalige Tat ist bis heute ungeklärt.

Rückblende:
Die Sommerferien haben gerade begonnen. Simone Langer ist am 28. Juli mit dem Fahrrad erst am Riedlinger Baggersee, dann fährt sie zu einem Kumpel nach Wörnitzstein. Gegen 0.15 Uhr macht sich die Gymnasiastin auf den Weg nach Hause. Dort kommt sie aber nie an.

Die Eltern alarmieren am Morgen die Polizei. Die startet sofort eine Suchaktion. Das einzige, was im Laufe des Tages auftaucht, sind Simones rotes Damenrad und eine Plastiktüte mit ihren Badesachen. Der Fahrer eines Mähfahrzeugs entdeckt die Gegenstände in einer Wiese neben der Straße am nördlichen Eingang der Stadt, zwischen Ortsschild und Berger Kreuz.

Anwohner aus Berg berichten von Schreien einer Frauenstimme, die sie zwischen 0.30 und 1 Uhr gehört haben und die plötzlich verstummt seien. Zeugen schildern, dass sie in besagtem Zeitraum einen Lieferwagen mit gerader Front und geschlossenem Aufbau am Straßenrand stehen sahen. Der Polizei fällt eine Bremsspur in diesem Bereich auf. Simone aber ist weg.

In den folgenden Tagen wird eine große Suchaktion organisiert. „Es war ein Riesenaufwand, den man damals betrieben hat“, weiß Peter Timko, Leiter der Kripo Dillingen. Eine Sonderkommission wird gebildet, Hunderte von Polizisten und Freiwilligen, darunter Feuerwehrleute und Reservisten, durchkämmen die Gegend – vergeblich.

Nach neun Wochen des Hoffens und des Bangens werden die schrecklichsten Befürchtungen zur Wahrheit. Ein Pilzsammler entdeckt in einem Wald nahe der A9 unweit von Allersberg (Mittelfranken) die Überreste einer Toten. Es handelt sich um Simone Langer. Die Polizei kommt bei den Ermittlungen nicht weiter. Was sich in jener Nacht wo abspielte, liegt Peter Timko zufolge noch immer im Dunkeln.


Für den Kriminalrat steht nur fest: „Simone Langer war ein Zufallsopfer.“ Das Motiv? Möglicherweise sei sie aus reiner Mordlust umgebracht worden, möglicherweise aber auch aus einem sexuellen Motiv. Oder es habe sie jemand, vielleicht im betrunkenen Zustand, angefahren und in Panik getötet. Beweise gebe es für keine Version.

Donnerstag, 26. September 2013

MÜNCHEN: Tötungsdelikt z. N. von Michaela Eisch

Auch nach 28 Jahren noch immer ungeklärt

Ich werde den Focus nochmal auf Michaela Eisch richten, da ich mir wünsche, das der Fall aufgeklärt wird.

28 Jahre ist es her, da wird ein kleines Mädchen in München als vermisst gemeldet. Hubschrauber, Spürhunde, Polizei-Hundertschaften - alle sind auf der Suche nach ihr. Vier Wochen später dann die traurige Gewissheit: Die 8-Jährige ist tot - ermordet.

Bildergebnis für Michaela Eisch
Michaela Eisch

München, 1985. Die achtjährige Michaela Eisch lebt mit ihrer Mutter in der sogenannten Maikäfersiedlung im Münchner Osten. Ihre Eltern sind geschieden, zu ihrem Vater hat sie keinen Kontakt. Michaelas Mutter ist berufstätig und arbeitet im Frühstücksservice eines Hotels in der Innenstadt. Die Großeltern, die in der Nachbarschaft wohnen, übernehmen oft die Betreuung des Kindes.



Eine schicksalhafte Entscheidung


16. Mai 1985 - Fronleichnam - ein Donnerstag. Der Tag darauf ist schulfrei. Michaela wünscht sich, ihre Mutter am nächsten Tag am Arbeitsplatz abholen zu dürfen. Die Mutter lehnt zunächst ab, weil die Achtjährige hierfür allein mit der U-Bahn zum Hauptbahnhof fahren müsste. Doch nach langem Bitten und Betteln schafft Michaela es schließlich, ihre Mutter zu überzeugen.



Am nächsten Morgen geht Michaela zu ihren Großeltern rüber, um dort zu frühstücken. Gegen 10.30 Uhr bricht sie auf. Sie will zu einem der beiden nahe gelegenen U-Bahnhöfe: Michaelibad oder Innsbrucker Ring und von dort aus mit der U5 zum Hauptbahnhof. Auf dem Weg zum Arbeitsplatz ihrer Mutter verschwindet sie.

Michaela und der Unbekannte

Eine große Suchaktion beginnt. Zwei Zeugen wollen Michaela an diesem Tag noch an der Braunauer Brücke gesehen haben - in Begleitung eines Mannes, mit dem sie vertraut gewirkt habe. Der Fremde soll die kleine Michaela über einen Zaun gehoben haben.


Und tatsächlich: Vier Wochen nach Michaelas Verschwinden wird ihre Leiche dort, an der Braunauer Brücke, gefunden. Die Polizei hält es für wahrscheinlich, dass Michaela ihren Begleiter gekannt hat - vielleicht nur flüchtig. Mit Hilfe eines Massen-Gentests im Jahr 2011 wird noch einmal die gesamte Nachbarschaft überprüft, allerdings ohne Erfolg.

Michaelas Mutter, Helga Brunner (geschiedene Eisch), war 1985 alleinerziehend und auf der Suche nach einem Lebensgefährten. Dabei beauftragte sie unter anderem eine Partneragentur. Die 28-Jährige besuchte oft Gaststätten in der Nähe ihrer Wohnung. Deshalb könnte auch eine "Zufallsbekanntschaft" als Täter in Frage kommen.

Helga Brunners Stammlokale in München:

  • "Bierblume", Josephsburgstraße 58
  • "Mucki´s Pils Pub", Kreillerstraße
  • "Laterndlkeller", Rosenheimer Platz
  • "Michaeli Stüberl", Hechtseestraße 56

Beschreibung des Fremden an der Braunauer Brücke: 

  • etwa 30 Jahre alt, 
  • 1,85 m groß, 
  • schlank, dichtes blondes Haar. 
  • Heute wäre der Mann 60 Jahre alt.
So soll der Mann gesuchte Mann 1985 ausgesehen haben.


Fragen nach Zeugen:

  1. Wer kennt einen Mann, der zum damaligen Zeitpunkt in den genannten Gaststätten verkehrt und dort möglicherweise eine allein erziehende Mutter kennen gelernt hat?
  2. Wer kann Hinweise zu damaligen Bekanntschaften von Helga Brunner geben?
  3. Wer kennt eine Person, die den damaligen Phantomzeichnungen ähnlich gesehen hat?

Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen, ist eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt.

Zuständig: Kripo München, Telefon 089 / 291 00

Mittwoch, 18. September 2013

DILLIGEN: Vermisst Kadir Karabulut

Wer kann Angaben machen?

Seit 04.03.2013 ist der 42-jährige türkische Staatsangehörige, Kadir KARABULUT, der in Dillingen aufwuchs, spurlos verschwunden.
Verwandte und Bekannte haben seit dieser Zeit keinen Kontakt mehr zu ihm, was für ihn ungewöhnlich ist.
Vermisster Kadir Karabulut
Vermisste Kadir Karabulut
Name: KARABULUT

Vorname: Kadir
 
Geburtsdatum: 04.05.1972

Geburtsort/Geburtsland: Lauingen

Nationalität: türkisch

Größe:182 cm

Figur: sportlich

Sprache/Dialekt: fließend Englisch, türkisch und deutsch

Haare: 
schwarzgraue, kurze Haare

Geschlecht: männlich



Sachverhalt:

Aufgrund der polizeilichen Ermittlungen ist nicht von einer geplanten Abwesenheit auszugehen. Die Umstände seines Verschwindens sind bis dato vollkommen unklar.

Mittwoch, 28. August 2013

BERLIN: Tötungsdelikt z.N. von Stefan Lamprecht (1995)

Zeugen gesucht-Ermittler rollen Fall neu auf




Vergewaltigt und getötet: Im August 1995 wurde auf einer Müllkippe bei Berlin die Leiche des 13-jährigen Stefan Lamprecht gefunden. Jetzt veröffentlichte die Polizei neue Details und hofft auf Zeugen

Wer tötete Stefan Lamprecht? Die Berliner Polizei sucht 18 Jahre nach der Tat erneut nach Zeugen
Wer tötete Stefan Lamprecht? Die Berliner Polizei sucht 18 Jahre nach der Tat erneut nach Zeugen
Foto: Polizei



Mit einer neuen Pressemeldung, die auch ermittlungstaktisches Wissen preisgibt, hofft die Kriminalpolizei, doch noch Licht in ein 18 Jahre zurückliegendes, ungeklärtes Verbrechen zu bringen, dem ein Kind zum Opfer gefallen war. Vielleicht erinnern sich mögliche Zeugen, insbesondere Erwachsene, die damals selbst noch Kinder waren, an Dinge, die sie bisher für unbedeutend gehalten haben, jetzt aber in einen Zusammenhang bringen könnten.

In den Sommerferien 1995 hielt sich der 13-jährige Stefan Lamprecht seit dem 16. Juli bei seinem Vater in Berlin auf. Er lebte seit 1989 mit seiner Mutter und seiner Schwester in Kiel, nachdem die Familie noch vor der Wende aus der DDR ausgereist war. Wie schon im Jahr zuvor besuchte er nun seinen Vater in seiner Geburtsstadt und verbrachte einen Teil der Ferien bei ihm.
Beide wohnten zu dieser Zeit in der Seelower Straße 2 im Bezirk Prenzlauer Berg, Nahe dem U- und S-Bahnhof Schönhauser Allee, bei seiner Großmutter väterlicherseits.

Stefan Lamprecht verbrachte seine Ferienzeit in Berlin fast ausschließlich zusammen mit seiner Oma und seinem Vater, den er teilweise zur Arbeit begleitete oder mit dem er besonders gern zum Angeln ging, sein liebstes Hobby neben Fußball. Darüber hinaus traf er sich einmal mit einem fast gleichaltrigen Jungen aus der Verwandtschaft, der sich zu dieser Zeit ebenfalls in Berlin bei seinen Großeltern aufhielt. Beide waren seit frühester Kindheit miteinander befreundet und hatten in Pankow unweit voneinander gewohnt.

Beide Jungen waren Ende Juli 1995 einen Tag zusammen im Freibad Pankow. Stefan hatte eine Nacht bei seinem Freund und dessen Großeltern in der Sellinstraße 3 in Pankow übernachtet. Dort hatte Stefan seine Badesachen vergessen, die er vor seiner Rückreise nach Kiel noch abholen wollte.

Am Mittwoch, den 2. August 1995, brach Stefan Lamprecht gegen 15.00 Uhr aus der Wohnung seiner Oma auf, um seine Badesachen abzuholen. Gegen 16.15 Uhr verließ er die Sellinstraße wieder, um zur Großmutter zurückzukehren. Seine Badesachen trug er in einer dünnen weißen Plastiktüte bei sich.

An diesem Nachmittag wird Stefan Lamprecht letztmalig lebend in der Sellinstraße 3 in Pankow gesehen. Stefan Lamprecht, der noch am Mittwochabend zusammen mit seinem Vater zum Nachtangeln gehen wollte, blieb verschwunden. Vater und Großmutter machten sich bereits am frühen Abend Sorgen und der Vater erstattete in den späten Abendstunden eine Vermisstenanzeige bei der Polizei, nachdem er vergeblich versucht hatte, seinen Sohn zu finden. Die Suche in den folgenden Tagen blieb ebenfalls erfolglos.

Am Dienstag, den 8. August 1995, wurde auf der Mülldeponie Schöneiche bei Mittenwalde beim Entladen von Waggons mit aus Berlin stammendem Hausmüll ein getöteter Junge gefunden, der schließlich als Stefan Lamprecht identifiziert wurde.

Erkenntnisse zu dem Mordfall:

Stefan Lamprecht ist Opfer eines Sexualverbrechens geworden. Exakte Rückschlüsse auf das Tatgeschehen waren aber durch die gerichtsmedizinische Untersuchung nicht zu ziehen. Stefan wurde ohne seine Bekleidung - eine hellblaue, kurze verwaschene Jeanshose, ein grünes, ärmelloses T-Shirt und seine Sandalen - aufgefunden.
Stefan hatte mehrere Verletzungen, die ihm der unbekannte Täter mit einem Messer zugefügt hatte. Weitere Verletzungen am Unterleib machen deutlich, dass ein sexuelles Motiv vorgelegen haben muss.
Die Ermittlungen brachten keine konkrete Erkenntnis über seinen Aufenthaltsort zwischen dem 2. August, Mittwochnachmittag, bis zum Auffinden am Dienstag, den 8. August 1995.

Lautsprecherdurchsagen in der Nähe der Sellinstraße, das Verteilen von Fahndungsplakaten, die Auslobung einer Belohnung von 10.000 DM und zahlreiche Presseveröffentlichungen führten zu keinen relevanten Ermittlungsanhalten.
Niemand hatte den 13-jährigen, blonden Stefan offensichtlich auf seinem 2,5 km langen Heimweg von der Sellin- zur Seelower Straße beobachtet oder auffällige Situationen bemerkt, in denen der 1,54 Meter große, schlanke Junge auf den späteren Täter gestoßen sein könnte.

Zusammentreffen mit dem Täter:

Es wird vermutet, dass Stefan auf seinem Nachhauseweg auf seinen Mörder getroffen ist. Es muss von einem zufälligen Zusammentreffen ausgegangen werden. Andere Kontakte außerhalb der Familie hatte Stefan nicht in Berlin.
Die Mordkommission schließt ein - zunächst - freiwilliges „Untertauchen“ von seiner Seite absolut aus. Stefan war sehr zuverlässig und freute sich auf die Unternehmung mit seinem Vater, zu dem er ein gutes, entspanntes Verhältnis hatte.

Es ist unbekannt, wie Stefan überhaupt von der Seelower Straße zu seinen Verwandten in die Sellinstraße gekommen war. Er könnte die gut 2,5 km gelaufen sein, er könnte aber auch öffentliche Verkehrsmittel entlang der Schönhauser Allee bzw. der Berliner Straße zwischen Pankow und Prenzlauer Berg genutzt haben, am wahrscheinlichsten z. B. die Straßenbahn. Der kürzeste Weg verläuft hauptsächlich entlang der Schönhauser Allee und der Berliner Straße. Auf dieses Gebiet richtet sich das Hauptaugenmerk der Ermittlungen.

Mögliche Kontaktaufnahme des Täters mit Stefan Lamprecht:

Stefan war ein sehr freundlicher Junge. Das Ansprechen unter einem Vorwand, ob Stefan vielleicht bei einer Tätigkeit behilflich sein könnte, ist natürlich denkbar. Weiterhin hat Stefan geraucht, vielleicht hat der Täter das als Anlass genommen, mit ihm ins Gespräch zu kommen. Erwähnenswert ist, dass Stefan zwar nie Alkohol getrunken hat, bei seiner Obduktion aber eine erhebliche Alkoholbeeinflussung festgestellt wurde. Der Alkohol könnte ihm aber auch gewaltsam verabreicht worden sein.

Die Suche nach dem eigentlichen Tatort war bisher erfolglos:

Es ist davon auszugehen, dass der Täter mit Stefan eine Räumlichkeit aufsuchen konnte und ihn dort ungestört längere Zeit in seiner Gewalt hatte. Er konnte sein Opfer dort aber nicht zurücklassen, weil sonst Rückschlüsse auf ihn möglich gewesen wären. Vielleicht hat der Täter deswegen ein hohes Entdeckungsrisiko in Kauf genommen und sich auf eine Beseitigung des Opfers mittels eines Hausmüllcontainers eines größeren Gebäudes in dichtem Wohngebiet eingelassen.
Funde im Müllwaggon deuten darauf hin, dass die Kinderleiche in der Wohnumgebung Schönhauser Allee/Berliner Straße in den Hausmüll gelegt wurde. Eine Ablage direkt am Verladebahnhof in der Asgardstraße in Heinersdorf, wie anfangs zu vermuten war, wird nicht mehr favorisiert.

Es gibt aber Hinweise, dass der Täter den ermordeten Jungen zwischendurch noch an einer anderen Stelle abgelegt hatte, bevor er ihn in einer Mülltonne beseitigte. An seinem Körper wurden nämlich Braunkohlerückstände festgestellt, die wie eine „Panade“ den gesamten Körper überzogen. Vielleicht wurde Stefan Lamprecht einige Tage in einem Kohlenkeller oder -schuppen zwischen Braunkohlebriketts verborgen gehalten.

Die Polizei ist an der Benennung von Orten interessiert, die irgendwie zu den Schilderungen passen und wo Zeugen Anfang August 1995, vom 2. bis zum 8. August, auffällige Beobachtungen gemacht haben und die sich in der Nähe des vermuteten Laufweges von Stefan befinden.
Denkbar sind dabei auch öffentliche Gebäude, die vielleicht wegen der Sommerzeit geschlossen waren, aber für einen kleinen Personenkreis zugänglich waren. Vielleicht gibt es auch Bezirksschornsteinfeger, denen etwas Spezielles aufgefallen ist, was für sie - damals - keine besondere Bedeutung hatte.

Neben dem Aspekt der Braunkohle gibt es einen weiteren Punkt, der ermittlungsrelevant sein könnte: Stefan Lamprecht hatte bei seinem Auffinden lediglich blaue Müllsäcke am Körper, die eher wie „Bekleidung“ wirkten denn wie Verpackungsmaterial. Unter Umständen hat oder hatte der Täter eine spezielle „Beziehung“ zu diesem Material im Sinne eines „Fetisch“.

Täterprofil:

Am wahrscheinlichsten ist, dass Stefan Lamprecht Opfer eines ihm zuvor unbekannten Täters geworden ist, der zwar tatbereit war, aber eher zufällig auf Stefan traf.
Die Begehungsweise der Tat deutet auf eine sadistische Tendenz beim Täter hin. Diese Phantasien könnte er bereits im Vorfeld durchgespielt oder jemandem mitgeteilt haben. Trotzdem könnte der Täter sozial integriert und unauffällig sein, sicher und selbstbewusst auftreten.
Da die Bekleidung des Opfers und seine mitgeführten Badesachen fehlten, ist denkbar, dass der Täter diese Gegenstände nach der Tat aufbewahrt hat.

Die Polizei fragt:


  1. Wer kann Hinweise zu Personen geben, die im Bereich der Schönhauser Allee und der Berliner Straße, also zwischen Pankow und Prenzlauer Berg, Mitte der 90er Jahre durch ihre Verhaltensweise aufgefallen sind, Kontakt zu zehn- bis 13-jährigen Jungen zu suchen, darüber hinaus eventuell über Zugang zu einer Räumlichkeit in diesem Bereich mit Braunkohlebriketts verfügten. Unter Umständen haben blaue Plastiktüten oder Tüten überhaupt eine besondere Bedeutung für den Täter.
  2. Es wird nicht ausgeschlossen, dass der Täter im Nachhinein über seine Tat mit jemandem gesprochen hat oder zwischenzeitlich versucht hat, seine sadistische Komponente erneut auszuleben.
  3. Zeugen könnten auch Erwachsene sein, die in Ihrer Kindheit um das Jahr 1995 in diesem speziellen Bereich Beobachtungen/Erlebnisse hatten, in denen die genannten Aspekte eine Rolle spielten und die sich damals nicht trauten, sich jemandem zu offenbaren.
  4. Unter Umständen ist damals Stefans Bekleidung irgendwo aufgetaucht, ohne dass der Finder dem Bedeutung beimaß. Stefan hat ein grünes ärmelloses T-Shirt und eine ausgewaschene kurze Jeans getragen. Seine Badesachen wurden in einer weißen, unbeschrifteten Tüte transportiert, wie es sie beim Fleischer oder an einem Imbissstand gibt. Es war eine dunkle Badehose in Form einer Radlerhose und ein dunkles Handtuch mit Blumenmotiv.
  5. Darüber hinaus wurde Jahre später bekannt, dass ein pädophil veranlagter Mann zu Stefan in seiner Kieler Heimat Kontakt gesucht hatte. Darüber wissen die Ermittler wenig. Sollte es dazu Zeugen geben, werden diese Personen ebenfalls gebeten, sich zu melden. Über das Kieler Umfeld von Stefan Lamprecht gibt es insgesamt nur wenige Informationen.

Hinweise nimmt das Landeskriminalamt 11 – Sonderermittlungen – in der Keithstraße 30 in Tiergarten unter der Rufnummer (030) 4664 - 911 902 zu den Bürodienstzeiten oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Dienstag, 27. August 2013

BAD WÖRISHOFEN: Tötungsdelit z.N. von Norbert Hübender (1993)

Endlich neue heiße Spur

Der ermorderte Norbert Hübener war nicht nur Anwalt, sondern auch Casanova. Neben seiner Leiche lag ein Nacktbild. Jetzt, 20 Jahre nach der Tat, gibt es eine neue heiße Spur.
In dieser Villa in Bad Wörishofen wurde der Anwalt ermordet
Foto: Polizei

Dieser Mord schockte ganz Bad Wörishofen. Im Herbst 1993 wirdRechtsanwalt Norbert Hübener (57) mit einer Axt in seiner Wohnung erschlagen. Erst Tage später findet ein Freund seineLeiche. Vom Täter fehlt bis heute jede Spur. Nun, 20 Jahre später, ist die Polizei einem Verdächtigen dicht auf den Fersen. Er stammt aus dem ehemaligen Jugoslawien und soll sich derzeit dort aufhalten. Nicht das einzige Problem: Der letzte überführende Beweis fehlt. Jetzt hofft die Polizei auf weitere Zeugen!
Mit einem Fahndungsplakat suchte die Polizei nach dem Mörder.
Foto: Polizei


Norbert Hübener galt als verlässlicher Anwalt. Als er im November 1993 nicht erreichbar ist, machen sich Freunde Sorgen. Am 4. November betreten sie seine Wohnung und finden ihn tot auf dem Sofa – ermordet. Eine Obduktion ergibt: Der Täter hat ihn bereits am 29. Oktober mit einer Axt erschlagen. Der Täter stiehlt außerdem das Bargeld und die EC-Karte des Toten. In den Tagen darauf hebt ein Unbekannter an verschiedenen Bankautomaten in ganz Bayern Bargeld in Höhe von 17 500 D-Mark ab, allein in Augsburg 16-mal. Hier beobachtet ein Zeuge den Unbekannten in Begleitung einer Frau. Doch Phantombilder von dem Mann im Alter zwischen 25 und 30 Jahren sowie der Frau führen zu keiner heißen Spur.
Ein Phantombild vom Tatverdächtigen
Foto: Polizei

Ein Phantombild der Begleitung des Tatverdächtigen
Foto: Polizei

Hübener, so finden die Beamten später heraus, war nicht nur Anwalt, sondern auch ein Casanova. Er führte Listen über Frauen, die er traf. Neben dem Leichnam fanden die Beamten ein Diabild. Darauf eine nackte Frau mit dem Tod. In seinen Schränken weitere selbstgemachte Aktaufnahmen von Frauen. Die Polizei beschreibt dies als „außergewöhnliches Hobby“. 

In einem Fahndungsaufruf in Aktenzeichen XY … ungelöst im Jahr 1995 hoffen die Beamten, dass sich das Nacktmodel, die mit dem Tod posiert, meldet. Sie vermuten einen Zusammenhang mit dem Mord. Doch die Frau auf dem Bild bleibt ein Phantom. Viele andere Geliebte – es sind knapp hundert – können nichts beitragen.
Der Anwalt Norbert Hübener galt als Casanova. Dieses Foto wurde neben seiner Leiche gefunden.
Foto: Aktenzeichen XY/ZDF

 Doch im Jahr 2009 veröffentlicht die Lokalzeitung einen Artikel über Aktenzeichen XY … ungelöst. Dabei wird der Mord an Hübener aufgegriffen. Und jetzt gibt ein Zeuge einen Hinweis auf einen Mann.

Seitdem ermittelt die Polizei gegen den 50-jährigen Tatverdächtigen, der zur Tatzeit in Bad Wörishofen als Handwerker tätig war. Die Kenntnisse reichen für die Beamten aus, um den 50-Jährigen als Tatverdächtigen anzusehen. Für eine Anklage reicht es jedoch nicht. Deswegen setzt sie auf Zeugen (Telefon: 0 83 31/1000) und hat eine Belohnung in Höhe von 15 000 Euro ausgesetzt. 
Der Aufruf wendet sich auch an die Frau, die beim Geldabheben dabei war. Sie braucht keine Strafe zu fürchten.

Montag, 15. Juli 2013

REGENSBURG: Vermisst Kerstin Langley (2007) -Verdacht auf ein Tötungsdelikt

Polizei bittet um Mithilfe:

Seit den Sommermonaten 2007 spurlos verschwunden ist die damals 39-jährige Kerstin Langley. Zuletzt wohnte die Frau in der Nothaftstraße in Regensburg. Nach jetziger Bewertung von Staatsanwaltschaft Regensburg und der ermittelnden Kriminalpolizeiinspektion Regensburg liegt der Verdacht nahe, dass die Frau Opfer eines Gewaltverbrechens wurde.

Bildergebnis für kerstin langley vermisst
Kerstin Langley

Deshalb ist seitens des Bayerischen Landeskriminalamtes eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro (in Worten: Zehntausend) zum Auffinden der Vermissten ausgelobt worden.

Polizeilich aktenkundig geworden war das Vermissen der Frau, weil ihr Bruder im Juli 2007 bei der Polizeiinspektion Sulzbach-Rosenberg Vermisstenanzeige erstattet hatte.  

Die Nachforschungen zum Verbleib führte die Polizei in Regensburg weil Kerstin Langley vom Landkreis Schwandorf nach Regensburg gezogen war. An der angegebenen Wohnadresse teilten Anwohner mit, dass die Gesuchte nicht mehr in der fraglichen Wohnung lebe, nachdem deren Freund eine neue Partnerin habe. Da keinerlei Anhaltspunkte für eine Straftat vorlagen, waren auch keine weiteren polizeilichen Folgemaßnahmen angezeigt. 

Ende September gleichen Jahres erfolgte durch die Stadt Regensburg die amtliche Abmeldung, nachdem auch deren Recherchen zum Aufenthalt erfolglos geblieben waren.

Im Februar 2012 meldete sich ein 44-jähriger Mann bei der Polizeiinspektion Neumarkt/OPf. und teilte mit, dass eine Bekannte, bei der es sich um eine 42-jährige Neumarkterin handelt, im Gespräch geäußert habe, dass ihr früherer Ehemann im Jahr 2007 zwei Frauen getötet habe. Bei einer der Toten soll es sich dabei um die vermisste Kerstin Langley gehandelt haben.
Vor diesem Hintergrund übernahm die KPI Regensburg die Ermittlungen zu den geschilderten Tötungsdelikten. Dabei stellte sich schnell heraus, dass eine der beiden Frauen im Landkreis Regensburg lebte und die Ermittler sie wohlbehalten antrafen.
Äußerst umfangreich und zeitaufwändig war dem hingegen die Ermittlungsarbeit zu Kerstin Langley. Zahlreiche Vernehmungen im familiären Umfeld aber auch dem Bekanntenkreis der Vermissten führten ebenso wenig zu einem Ergebnis wie die Suche nach den sterblichen Überresten der angeblich Getöteten. 

Neben diesen Recherchen liefen auch die auf die Lebensumstände von Kerstin Langley zielgerichteten Nachforschungen. So wurden neben der Einwanderungsbehörde der USA, dem Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland auch das Konsulat in Houston/ Texas kontaktiert, nachdem nicht auszuschließen war, dass sich die Frau, die einmal mit einen US-Staatsbürger verheiratet war, in die USA abgesetzt haben könnte. 

Dies deckt sich auch mit der Aussage der Schwester der Verschwundenen, der gegenüber Sie zu damaliger Zeit äußerte, zurück in die USA gehen zu wollen. In diese Richtung ging auch eine SMS - auf Grund der Formulierung höchstwahrscheinlich von Langley im September 2007 an einen Familienangehörigen gesandt - wonach sie sinngemäß einen neuen Lebensmittelpunkt gefunden habe.

Alle Maßnahmen erbrachten bis dato keine konkreten Hinweise zum Aufenthalt von Langley. Seit 2007 fehlt damit jede Spur von ihr. Der für die geschilderte Gewalttat an Kerstin Langley tatverdächtige, ehemalige Lebensgefährte wies jegliche Anschuldigungen von sich. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Regensburg, wegen des Verdachts eines Tötungsdeliktes wurden am 16.08.2012 wegen mangelnder Beweislage eingestellt.

Beschreibung von Kerstin Langley bei ihrem Verschwinden: 


Ca. 160 cm groß und schlanke Figur, sie hat grün-braune Augen.

Mit dem Schritt in die Öffentlichkeit setzen Staatsanwaltschaft und Polizei nun auf die Mitwirkung der Bevölkerung. Die eingangs erwähnte Belohnung in Höhe von 10.000 Euro wird unter Ausschluss des Rechtsweges verteilt. Der Betrag ist nur für Privatpersonen, nicht aber für Personen zu deren Berufspflichten die Verfolgung strafbarer Handlungen gehört, bestimmt.

Hinweise zum Aufenthalt bzw. Verbleib der Vermissten Kerstin Langley erbittet die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg unter der Telefonnummer 0941/506-2888 oder jede andere Polizeidienststelle.

Medienkontakt: PP Oberpfalz, PHK Michael Rebele, Tel.: 0941/506-1012

Montag, 1. Juli 2013

BORDESHOLM: Vermisst Florian Krüger

Wer hat Florian Krüger sehen?

Florian Krüger aus Bordesholm /Schleswig-Holstein, damals 21 Jahre alt, verschwand in der Nacht zum 26.11.2011. Sein Auto fand man verlassen auf der Holtenauer Brücke, einer 42 Meter hohen Autobrücke über den Nordostseekanal kurz vor Kiel. Im Auto fand man eine Abschiedsbotschaft, so dass zu Beginn der Ermittlungen davon ausgegangen wurde, dass der junge Mann Selbstmord begangen hat, indem er von der Brücke in den Kanal sprang. Doch seine Leiche ist bis heute nicht aufgetaucht, und es gibt ernstzunehmende Zeugenaussagen, dass er nach seinem Verschwinden noch lebend in mehreren Städten Deutschlands gesehen wurde. Die Polizei Kiel ermittelt daher in alle Richtungen.

Florian Krüger
Wer hat Florian Krüger gesehen?



Letzter Wohnort: in Bordesholm (Schleswig-Holstein)

Letzter bekannter Aufenthalt 2011: Kiel Holtenau/Wik


Beschreibung:

  • Grösse: ca.175 cm
  • Augenfarbe: blau-grau
  • Haarfarbe : dunkelblond und kurz geschnitten

Besondere Merkmale:

  • Brandnarbe im Nacken
  • kleine Narbe unter dem Auge
  • kleine Narbe am Kinn
  • grosse Lücke an den Schneidezähnen

Sachdienliche Hinweise bitte an : 049-(0)162-63 84 777 oder an jede Polizeidienststelle.


Weitere Information findet ihr auf der Webseite: http://www.florian-krueger-vermisst.de/

Dienstag, 25. Juni 2013

REGENSBURG: Vermisst Brigitte Neumayer (2007)

Regensburg: Brigitte Neumayr (62) seit Anfang Oktober 2007 vermisst

Vermisste Brigitte Neumayr
Foto: Polizei

Seit Anfang Oktober 2007 als vermisst gilt eine 62-jährige Regensburgerin. Mit der Klärung des Geschehens befasst ist derzeit die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg. Es geht dabei um den Verbleib von Brigitte Neumayr, die zuletzt im Regensburger Stadtinnern wohnhaft war.

  • Name: Neumayr
  • Vorname: Brigitte
  • Geburtsname: Engelhardt
  • Geburtsdatum: 20.05.1947  
  • Geburtsort/Geburtsland: Regensburg/Deutschland
  • Nationalität: deutsch
  • Größe:162 cm
  • Figur: 62 kg
  • Sprache/Dialekt: deutsch
  • Haare: rötlich gefärbt 

  • Geschlecht: weiblich


Besondere Merkmale

  • Die Vermisste ist 162 cm groß und ca. 62 kg schwer; 
  • Sie hat rötlich gefärbte, kurze Haare. 
  • Auffallend ist eine kleine Narbe, die von der Oberlippe rechtsseitig zur Nase hin verläuft.


Bekleidung/Mitgeführte Gegenstände

Zu ihrer zuletzt getragenen Bekleidung gibt es keinerelei Hinweise. Gelegentlich benutzt die Vermisste eine Brille.
Gewöhnlich hatte sie mehrere Armringe bzw. Kettchen am Handgelenk.


Sachverhalt

Wegen einer kriminalpolizeilichen Unterrichtung sollte die Frau Mitte November aufgesucht werden. Alle Versuche sie ausfindig zu machen blieben erfolglos. 
Im weiteren stellte sich heraus, dass die 60-Jährige letztmals am 04.10.2007, so der bisherige Kenntnisstand der Kripo Regensburg, im Umfeld ihres Wohnsitzes gesehen worden war. 
Dies ist das bisher letzte Lebenszeichen der geschiedenen Frau, die bis vor wenigen Monaten im Regensburger Vermessungsamt beschäftigt war. Die Ermittlungen zum Aufenthalt, bzw. Verbleib von Brigitte Neumayr sind offen in alle Richtungen.

 Zeitungsbericht aus der Mittelbayrischen Zeitung

Der 4. Oktober 2007 ist ein schöner Herbsttag, ein Donnerstag: Es ist der Tag, an dem Brigitte Neumayr das letzte Mal gesehen wird – in der Nähe ihrer Wohnung in der Silbernagelgasse. Seit jenem 4. Oktober ist die Regensburgerin wie vom Erdboden verschluckt. Die Polizei steht vor einem Rätsel – und sie wird die „Akte Neumayr“ wohl noch lange nicht schließen.

Der mysteriöse Fall beginnt für die Kripo am 11. November 2007. In der Einsatzzentrale geht ein Schreiben des Bundeskriminalamts ein. Sein Inhalt: Der damals 32-jährige Regensburger Stefan Neumayr wurde tot in einem Hotelzimmer in Mexiko City aufgefunden – ein Suizid.

Lügengebäude aufgebaut

Kriminalhauptkommissar Christian Ebner und Erster Hauptkommissar Stefan Halder, Chef des Kommissariats 1 bei der Kripo, machen sich auf den Weg, um Brigitte Neumayr den Tod ihres Sohnes mitzuteilen, doch sie treffen die damals 60-Jährige nie an. Die Polizisten klappern Krankenhäuser ab, befragen Nachbarn und die schon alten und teils schwer kranken Eltern. Als auch nach Wochen noch kein Lebenszeichen der Rentnerin auszumachen ist, müssen sie vom Schlimmsten ausgehen.

Im Lauf der Jahre kristallisiert sich ein Bild heraus, das geprägt ist von einer engen Mutter-Sohn-Beziehung, von enttäuschten Hoffnungen und einer Lebenslüge, die am Ende einstürzt wie ein Kartenhaus – und wohl auch in die Katastrophe mündete.

Irgendwann Anfang Oktober hat ein Zeuge wohl noch den Sohn der Vermissten gesehen – mit einer blutenden Kopfwunde stand er vor dem Anwesen der Mutter. Er sei die Treppe hinunter gestürzt, sagt der 32-Jährige, der mit Mutter und Großeltern in einem Mehrfamilienhaus lebt, jede Partei in ihrer eigenen Wohnung.

Die Kripo öffnet schließlich die Eingangstür von Brigitte und Stefan Neumayr – und findet „auffällig aufgeräumte und geputzte“ Räume, so Christian Ebner, der den Fall seit fünf Jahren bearbeitet,. Die Ermittler recherchieren über das enge Verhältnis von Sohn und Mutter, die Bekannte als ausgesprochen resolut beschreiben, – und stoßen auf überraschende Hintergründe zu Tage.


Zuständige Dienststelle Kriminalpolizeiinspektion Regensburg
Bajuwarenstraße 2
93053 Regensburg

Telefon: 0941/506-0
Fax: 0941/506-2540

Donnerstag, 13. Juni 2013

PADERBORN: Vermisst Katrice Lee (1981)

Wer kann Angaben machen?

Der zweite Geburtstag von Katrice Lee soll ein Fest für die ganze Familie werden. Das kleine Mädchen ist stolz und aufgeregt. Im Supermarkt müssen noch einige Besorgungen gemacht werden. Doch dort verschwindet das Mädchen mit dem Lockenkopf spurlos.

Bild 2 von 3
Vermisste Katrice Lee,
Aussehen zum Zeitpunkt des Verschwindes,
sie hat einen Sehfehler links
Bild 3 von 3
So könnte sie heute aussehen


28. November 1981: 

Richard und Sharon Lee fahren zusammen mit ihrer jüngeren Tochter Katrice und deren Tante zum Einkaufen in den Supermarkt. Beim Bezahlen merkt die Mutter, dass Chips fehlen. Sie lässt die zweijährige Katrice mit der Tante an der Kasse zurück. Aber das Mädchen folgt ihr. Die Tante sieht sie in den gleichen Gang wie die Mutter laufen.

Zwischen Regalen verschwunden

1979, kurz vor Katrice‘ Geburt, sind die Lees nach Paderborn gezogen. Katrice kommt am 28. November im Militärkrankenhaus in Rinteln zur Welt. Sie ist ein fröhliches Kind, ähnelt der fünf Jahre älteren Schwester Natasha.

Gegen 11 Uhr am 28. November 1981 wendet sich Mutter Sharon im Supermarkt verzweifelt an eine Polizistin und gibt an, dass Katrice verschwunden ist. Sofort beginnen Suchmaßnahmen - erst im Supermarkt, dann auf dem ganzen Gelände bis hin zum Flüsschen Lippe und zum Lippesee. Doch weder Streifen noch Hundertschaften, Hubschrauber oder Taucher finden eine Spur der Zweijährigen. Hunderte von Hinweisen gehen ein. Alle führen ins Leere.

Wurde Katrice entführt? 

Da die Lippe damals wegen starker Regenfälle über die Ufer getreten ist, geht man davon aus, dass Katrice ertrunken ist. Der Leichnam oder ihre Kleidung wurde nie gefunden. Auch eine Entführung schließen die Beamten nicht aus.

Personenbeschreibung (zum Zeitpunkt des Verschwindens):

  • etwa 85 cm groß, 
  • lockiges, mittelbraunes, schulterlanges Haar, 
  • braune Augen; 
  • sie trug einen türkisfarbenen Dufflecoat mit abgesetztem Pelz,
  •  rote Gummistiefel, 
  • eine weiße Polyesterbluse, 
  • einen grün-blau karierten Trägerrock 
  •  eine weiße Strumpfhose. 
  • Sie litt an einer operablen Fehlstellung des linken Auges.

Fragen nach Zeugen:
  1. Wer hat Katrice Lee am Tag ihres Verschwindens oder nach dem 28. November 1981 noch gesehen?
  2. Wer hat am 28. November 1981 gegen 11 Uhr auffällige Beobachtungen im "NAAFI Shopping Center" in Paderborn-Schloß Neuhaus oder in der Nähegemacht?
  3.  Wer hat Beobachtungen im Zusammenhang mit ihrem Augenleiden gemacht? Katrice hatte links eine spezielle Augenfehlstellung, musste deshalb regelmäßig behandelt werden und sollte operiert werden. 
  4. Wer kennt eine heute 33-jährige Frau mit einer rätselhaften Kindheitsgeschichte, die zum Schicksal von Katrice Lee passen würde?

Zuständig: Royal Military Police HIA Bulford, Telefon 0800 / 723 5229

Mittwoch, 5. Juni 2013

MORD IN BABENHAUSEN

"Mein Mann ist unschuldig" 

Anja Darsow kämpft um die Freilassung ihres Mannes. Er ist zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil er eine Familie im Nachbarhaus kaltblütig ausgelöscht haben soll.

Ich möchte auch nun über diesen Fall berichten, denn ich schon lange beobachte. Jeder soll sich sein eigenes Urteil bilden. Es gibt viele Sachen, die gegen Ihren Mann als Mörder sprechen, aber wiederum gibt es auch Indizien, die ihn belasten. Man ist hin und her gerissen...aber lest selber:



Anja Darsow hält ihren Mann für unschuldig. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Anja Darsows Albtraum beginnt am 18. April 2009. Sie ist zu Besuch bei einem Familienfest in Mecklenburg-Vorpommern, als der Anruf kommt, der ihr Leben aus der Bahn werfen wird. Sie bleibt nur vier Tage, hat die Kinder mit in ihre ehemalige Heimat genommen. Ihr Mann Andreas hat keinen Urlaub bekommen. Wäre sie nicht gefahren, vielleicht wäre alles anders gekommen, denkt Anja Darsow manchmal. Dann hätte sie ihrem Mann ein Alibi gegeben.

Doch er war allein, ruft sie am 18. April an, um ihr von der schrecklichen Bluttat im Nachbarhaus zu berichten, an die sich viele Menschen in Babenhausen auch heute noch erinnern.
Schüsse in Kopf, Brust und Hals

Für die Justiz ist zwei Jahre später nach einem fünf Monate langen spektakulären Indizienprozess der Fall klar: Andreas Darsow hat am frühen Morgen des 17. April 2009 Familie T. aus dem Nachbarhaus kaltblütig ausgelöscht – mit „absolutem Vernichtungswillen“ wie es der Vorsitzende Richter Volker Wagner damals formulierte.

Andreas Darsow, so das Ergebnis der Verhandlung, lauert dem damals 62-jährigen Immobilienmakler Klaus T. vor der Kellertür auf, schießt ihn in Hand, Nase, Brust, Arm und Hals, sechs Schüsse insgesamt. Dann geht er ins Schlafzimmer im ersten Stock des Wohnhauses und tötet die schlafende Ehefrau Petra T. mit zwei Schüssen.

Anschließend schießt er der 37-jährigen Tochter Astrid, die im zweiten Stock schläft, ebenfalls in den Kopf. Er nimmt an, dass auch sie tot ist, und verlässt das Haus. Astrid T., die Autistin ist, überlebt, kauert stundenlang schwerverletzt im Garten, bevor sie am nächsten Tag von Passanten gefunden wird. Dass sie nicht verblutet, grenzt an ein medizinisches Wunder.

Beweise gibt es nicht, keine DNA-Spuren, keine Zeugen trotz hoher Belohnung, die Tatwaffe wurde nie gefunden. Das Landgericht Darmstadt verurteilt Andreas Darsow am 18. Juli 2011 wegen Mordes in zwei Fällen sowie versuchten Mordes zu lebenslanger Haft. Wegen besonderer Schwere der Schuld ist eine vorzeitige Entlassung ausgeschlossen. Die Revision wird ein Jahr später vom zweiten Strafsenat des Bundesgerichtshofes in Karlsruhe verworfen. Die Nachprüfung des Urteils habe keine Rechtsfehler zu Lasten des Angeklagten ergeben, heißt es in der Mitteilung der Staatsanwaltschaft. Das Urteil ist rechtskräftig.

Anja Darsow sitzt am Esstisch ihres Reihenhauses, in dem seit dem Urteil das Leben weitergehen muss, eine zierliche Frau mit langen blonden Haaren und viel Energie, die nur ein wenig müde wirkt. Die 36-Jährige hat einen Vollzeitjob als Empfangschefin in einem Hotel in Babenhausen, erzieht drei Kinder allein, 13, elf und drei Jahre alt. „Es muss ja irgendwie funktionieren“, sagt sie. Sie fährt die Kinder zum Sport, Baseball und Leichtathletik. Früher war ihr Mann bei den Spielen dabei, trainierte die Jugendgruppe, beide arbeiteten im Elternbeirat.
Alle glauben an die Unschuld

Anja Darsow erzählt von einem ganz normalen Familienleben. Seit 1995 sind sie verheiratet, hatten eine Eigentumswohnung, bis sie 1999 in das Reihenhaus in Babenhausen einzogen. Die Ehe sei gut gewesen. Alle zwei Wochen fährt Anja Darsow in die Justizvollzugsanstalt nach Weiterstadt, in der ihr Mann einsitzt – für eine Stunde Besuchszeit. Zwei Kinder dürfen mit, sie wechseln sich ab, vier weitere Gefangene mit ihrem Besuch sind im Raum.

Der Jüngste kennt seinen Vater nicht anders – er war ein Baby, als Andreas Darsow verhaftet wurde. Er glaubt wie seine Familie, Geschwister, Mutter, Oma und Opa, Freunde und Nachbarn, dass sein Vater unschuldig ist.

Wie erklärt eine Mutter ihren Kindern, dass er trotzdem im Gefängnis sitzt? „Menschen machen Fehler“, sagt sie, „darüber rede ich mit ihnen. Ich habe keinen Hass, aber es ist eine Tatsache, dass immer wieder Justizirrtümer passieren. Ich habe nur nie geglaubt, dass man dann keine Chance mehr hat“, sagt sie. Das klingt nüchtern, die großen Gefühle, die Wut, der Schock, die Trauer nach dem Urteil sind abgeklungen.

Anja Darsow blickt jetzt nur nach vorn: „Mein Mann ist unschuldig.“ So hat sie ihren Kampf um seine Freilassung überschrieben, der auf einer Internetseite dokumentiert ist. 1000 Unterschriften hat sie für eine Petition gesammelt, die an den hessischen Landtag ging. Sie wirbt an Infoständen, hat an den hessischen Justizminister und den Bundespräsidenten geschrieben.

Unermüdlich erzählt sie ihre Geschichte, die als spannender Plot für ein Justizdrama taugen würde. Sie schildert Abhöraktionen in der Wohnung und im Auto, die nichts Belastendes ergaben, die Verhaftung, bei der die kleine Tochter auf dem Rücksitz saß, während dem Vater mit vorgehaltener Pistole Handschellen angelegt wurden. Sie berichtet von Geldproblemen, Ängsten und möglichen Verbindungen des Opfers ins Rockermilieu – Hinweise, die nie weiterverfolgt worden seien. Und manchen Unbeteiligten erscheint ihre Version glaubwürdig.
Jahrelanger, aufgestauter Hass

Einer von ihnen ist Christoph Kemp, leitender Angestellter im technischen Kundendienst aus Babenhausen, der sich noch gut an die Verhandlungstage erinnern kann. Er verfolgte den Prozess, „zunächst aus Neugier“, wie er sagt: „Nach Abschluss der Beweisaufnahme war ich zu 100 Prozent überzeugt, dass der Mann freikommt.“ Das Urteil habe ihn „total schockiert“. „Ich wollte der Familie helfen“, sagt er. Der 47-Jährige ist Mitglied in dem eigens für den Fall gegründeten Verein Monte Christo, der an einen Justizirrtum glaubt und inzwischen 50 Mitglieder hat. Kemp kritisiert einseitige Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft, die sich von Anfang an auf Andreas Darsow als Täter konzentriert hätten. Die Ermittler, sagt er, hätten unter Druck gestanden, einen Täter zu präsentieren.

Für die Justiz ist der Fall abgeschlossen. „Wir äußern uns zu solchen Vorwürfen nicht“, sagt Sebastian Zwiebel, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Darmstadt. Und Andrea Löb, Pressesprecherin der Polizei in Darmstadt, sagt: „Die Verurteilung von Andreas Darsow ist das Ergebnis einer Hauptverhandlung, der Bundesgerichtshof hat das Urteil bestätigt, zu Einzelheiten können wir nichts sagen.“

Der Blick aus Anja Darsows Wohnzimmer fällt in den Garten, eine kleine Grünfläche, man kann zu den neuen Nachbarn hinüberschauen, die in das Haus von Klaus T. eingezogen sind. Eine Thujahecke trennt die schmalen Rasenflächen. Hat sie nie daran gezweifelt, dass sich in ihrem Mann jahrelanger Hass aufgestaut haben könnte, nie Abgründe für möglich gehalten, die er vor ihr verborgen hielt? „Absoluter Blödsinn“, sagt Anja Darsow, „er hatte kein Motiv“.

Das sah das Gericht anders. Das Urteil nennt die jahrzehntelange quälende Lärmbelästigung, die von Familie T. ausgegangen sein soll. Nach Zeugenaussagen hat sich das Ehepaar immer wieder lautstark gezankt, die Tochter habe oft spitze Schreie ausgestoßen, „wie ein Tier“, sagte der Vorsitzende Richter Wagner in der Urteilsbegründung. Diesen Lärm habe der Angeklagte als unerträglich empfunden, Familie T. habe er nicht vertreiben können, und die Suche nach einer anderen Wohnung sei fehlgeschlagen. Andreas Darsow habe deswegen das „Problem“ auf seine Weise gelöst.
Spuren beseitigt

Neben Familie Darsow, auf der anderen Seite des Hauses, in dem die Morde geschahen, wohnt Falk Zappe. Wie die Darsows ist er mit seiner Familie 1999 in das Reihenhaus eingezogen, die Kinder spielen seit Jahren zusammen. „Das Motiv Ruhestörung war nicht da“, sagt er, „ich habe das ausgesagt, aber es wurde nicht berücksichtigt“. Zappe ist Mitglied im Unterstützer-Verein. Wie Darsow und die anderen Nachbarn auch, hat er nach der Tat Geruchsproben abgegeben. Ein speziell ausgebildeter Polizeihund hatte keine davon im Haus der Ermordeten aufgespürt.

Das entlastete Andreas Darsow nicht. Die Indizien hätten ein rundes Bild ergeben, führte der Richter in der Urteilsbegründung aus. Andreas Darsow habe sich über einen Firmencomputer eine Bauanleitung für einen Schalldämpfer herausgesucht und den PC später zerstört, um Spuren zu beseitigen.

Außerdem habe er sich über DNA-Beweise und Spürhundeinsatz informiert. Schwer wogen auch Schmauchspuren an Kleidungsstücken und Gegenständen, die Polizisten im Haus der Darsows fanden. In ihrer Zusammensetzung stimmten sie mit der bei den Morden verwendeten Munition überein, nach Ansicht des Gerichts soll Andreas Darsow die Sachen getragen haben, als er mit dem Schalldämpfer das Schießen übte.

In den USA, sagt Anja Darsow, seien Schmauchpartikel längst nicht mehr als Beweis zugelassen. Die alte Bundeswehrhose habe ihr Mann seit Jahren nicht getragen. „Sämtliche Indizien wurden zu Lasten des Angeklagten ausgelegt“, sagt Christoph Lang, einer der beiden damaligen Verteidiger. Darsow arbeitete als Einkäufer einer Baufirma. Kollegen, so argumentierte die Verteidigung im Prozess, hätten ebenfalls Zugriff auf seinen Rechner gehabt.
Prominente Unterstützung

Im Zuge der Ermittlungen, sagt Lang, hätten Beamte des Landeskriminalamtes sogar versucht, nach der belastenden Anleitung einen Schalldämpfer zu bauen und zu schießen. Das habe nicht funktioniert. „Dazu findet sich aber im Urteil nichts“, sagt Lang.
Ob über solche Argumente nochmal verhandelt wird, ist fraglich. Das Petitionsgesuch mit 1000 Unterschriften, das Anja Darsow einreichte, hat keine rechtliche Wirkung. Für ein Wiederaufnahmeverfahren gelten sehr hohe Hürden. In Andreas Darsows Fall wäre das Landgericht Kassel zuständig. „Es ist äußerst selten, dass Wiederaufnahmeanträge Erfolg haben“, sagt der dortige Pressesprecher Dirk Liebermann.

Für Anja Darsow gibt es trotzdem keinen anderen Weg. Sie hat prominente Unterstützung engagiert. Rechtsanwalt Gerhard Strate, Spezialist für Wiederaufnahmeverfahren in Deutschland, wird den Fall ihres Mannes übernehmen. Er vertritt derzeit auch Gustl Mollath in dessen Wiederaufnahmeantrag. Der Ingenieur ist im Zusammenhang mit Schwarzgeld-Beschuldigungen gegen seine Ehefrau seit Jahren in der forensischen Psychiatrie untergebracht.

Strate hat bisher drei Wiederaufnahmeverfahren von Schwurgerichtsfällen erreicht, darunter in den 1990er Jahren im Fall Monika Böttcher, geschiedene Weimar, die 1988 in einen Indizienprozess wegen der Ermordung ihrer Kinder zu lebenslanger Haft verurteilt worden war.
„Ich habe das Gefühl, dass mit dem Urteil im Fall Darsow etwas nicht stimmt, deswegen werde ich die Sache übernehmen“, sagt Strate. Anja Darsow macht das Mut. Sie hofft noch immer, dass ihr Albtraum eines Tages aufhören wird.