Dienstag, 27. Juli 2010

MÜNCHEN:Vermisst Sonja Engelbrecht 1995

Lange her, aber nicht vergessen!!!

Verbrechen nicht ausgeschlossen!

Sonja Engelbrecht 

Sachverhalt 

Sonja Engelbrecht war am Abend des 10./11.04.95 zusammen mit einem Schulfreund unterwegs und nach einem Lokalbesuch bis ca. 02.00 Uhr in der Wohnung von Bekannten in der Schellingstraße. Von dort gingen die beiden zu Fuß zum Stiglmaierplatz. Aus einer dortigen Telefonzelle wollte Sonja gegen 02.30 Uhr ihre Schwester anrufen, um abgeholt zu werden. Noch während sie in der Telefonzelle war, ging ihr Begleiter zur einfahrenden Straßenbahn.


Ab diesem Zeitpunkt wurde Sonja nicht mehr gesehen.

Wer hat Sonja gesehen?


Zuständige Dienststelle Polizeipräsidium München
Ettstraße 2
80333 München

Telefon: 089/2910-0
Fax: 089/2910-4863

Dienstag, 13. Juli 2010

MAGDEBURG: Tötungsdelikt z.N. von Karl-Heinrich Gross (Manager Kastelruther Spatzen)

 Mord an Manager der Kastelruther Spatzen




Mordopfer Karl-Heinz Gross

Auch zehn Jahre nach der Tat gibt der Fall den Ermittlern Rätsel auf. Am Abend des 6. März 1998 fand ein Lkw-Fahrer den Manager der «Kastelruther Spatzen», Karl-Heinrich Gross, schwer verletzt auf einem Weg in einem Magdeburger Industriegebiet. 


Die populäre Volksmusikgruppe hatte am Abend zuvor ein Konzert in der Stadt gegeben, Gross war danach allein in der Stadt zurückgeblieben, um die Reparatur eines Tourbusses abzuwarten.
Trotz Notoperation in der städtischen Uniklinik starb der 39-Jährige wenig später. Bis heute sind die Umstände seines Todes nicht geklärt. An einen Unfall als einzige Todesursache glauben die Behörden nach wie vor nicht. Auf der Akte stehe immer noch «Mord», sagt der ermittelnde Staatsanwalt Frank Baumgarten.

An Hinweisen mangelte es nicht im Laufe der Jahre. Nahezu 500 Personen seien bei den Ermittlungen befragt worden, berichtet Baumgarten. Die Unterlagen zu dem Fall füllten mittlerweile zwei Kisten: «Aber es fehlt leider der entscheidende Hinweis, der sonst zur Aufklärung eines solchen Verbrechens führen würde.»

Am Spätnachmittag des 6. März 1998 habe Gross eine Autowerkstatt im Stadtteil Rothensee laut Zeugenaussagen mit unbekanntem Ziel zu Fuß verlassen, erklärt Baumgarten. Knapp anderthalb Stunden später wurde der Familienvater auf der Zufahrtstraße eines etwa zwei Kilometer entfernten Betriebsgeländes gefunden, mit schwersten Verletzungen an Kopf und Oberkörper.

Mangels unmittelbarer Augenzeugen zogen Rechtsmediziner und Sachverständige in mehreren Gutachten Rückschlüsse über die Art der Verletzungen und die gefundenen Spuren. 

Ein Raubmord wurde für unwahrscheinlich erklärt, da das Opfer noch rund 7000 Mark in bar bei sich trug. Als wahrscheinlichste Theorie gilt bis heute, dass Gross zunächst von einem Jeep oder Lkw angefahren wurde. Zur Vertuschung des Unfalls sei das Opfer dann vermutlich mit einem stumpfen Gegenstand auf den Kopf geschlagen und zu der Lagerhalle transportiert worden, erklärt Baumgarten. Ein brutales Vorgehen, für das «erhebliche kriminelle Energie» nötig sei. «Solche Szenarien beobachtet man äußerst selten.»

Eine Ermittlungsgruppe mit mehr als 20 Kriminalisten - die Soko «Spatzen» - wurde auf den Fall angesetzt. «Es wurde in alle Richtungen ermittelt», beteuert Baumgarten. 

Die Werkstattmitarbeiter seien ebenso ins Visier der Fahnder geraten wie zwei junge Speditionsmitarbeiter, die als erste am Fundort gewesen seien. Die Verdachtsmomente hätten sich hier jedoch ebenso wenig erhärtet wie bei Ermittlungen im persönlichen Umfeld des Getöteten. 

Selbst ein Magdeburger Fanclub der «Spatzen» sei unter Verdacht geraten, weil ihm Ende 1997 der offizielle Status entzogen worden sei, erzählt der Staatsanwalt. Auch hier hätten die Nachforschungen aber nichts ergeben.

Seit mehreren Jahren ruht das Verfahren. Laut Auskunft der Polizei gibt es derzeit «keine konkreten Ermittlungen». Wenn neue Hinweise eingingen, könnten die Ermittlungen aber jederzeit wieder aufgenommen werden. 

Selbst die Nachstellung des Falls in mehreren Fernsehsendungen brachte in den vergangenen Jahren keine neuen Spuren. Trotzdem bleibt den Fahndern noch ein Fünkchen Hoffnung. 

Der oder die Täter müssten über Ortskenntnisse verfügt haben, ist sich Baumgarten sicher: «Wenn ich den Fundort betrachte, dann kann der Täter nicht weit sein». Zwar beurteile er die Chancen zur Klärung des Falls «eher skeptisch», aber vielleicht melde sich ja doch noch ein Zeuge oder den Täter plage sein Gewissen.

Die «Kastelruther Spatzen» befinden sich derweil wieder auf Tournee durch Deutschland. Für eine Stellungnahme sind die sieben Musiker laut einer Sprecherin nicht zu erreichen. 
Der Bruder des Getöteten, Keyboarder Albin Gross, hatte nach der Tat in einem Interview gesagt, die Musiker hegten keinen Hass auf Ostdeutschland. «Irgendwann» wollten sie hier wieder auf Tour gehen. Mitte Mai ist ein Konzert in Aschersleben geplant. Magdeburg steht nicht auf dem Programm.

Es wurden von der Kastelruther Spatzen 50.000 € Belohnung für Hinweise die zum Täter führen ausgelobt, auch heute ist sie noch aktuell!

Mittwoch, 7. Juli 2010

GREVENBROICH: Ungeklärter Mord zum Nachteil von Claudia Ruf

Ungeklärter Mordfall lässt der Polizei keine Ruhe

Bildergebnis für claudia ruf



Die Morde an den Geschwistern Tom (11) und Sonja (9) aus Eschweiler haben eine bedrückende Parallele in der Vergangenheit. Unterstützt von Profilern des Landeskriminalamtes (LKA) in Düsseldorf versuchen 80 Fahnder aus Aachen, Bonn, Düren und Heinsberg, ein Puzzle zu fügen, das zum Täter führt. Einige der Stücke sind neun Jahre alt: Am 13. Mai 1996 wurde neben einem Feldweg am Niederrhein die Leiche der elfjährigen Claudia Ruf aus Grevenbroich gefunden. Bislang führten alle Spuren ins Nichts, indes: Mit Tom und Sonja ist der ungeklärte Mord wieder aktuell geworden.


160 Aktenordner belegen die akribische Arbeit der Mordkommission. An einer Wand im Bonner Polizeipräsidium hängen Fotos, Phantomzeichnungen, Fahndungsplakate und Landkarten. Kriminal-Hauptkommissar Andreas Müller (40) hat inzwischen die Dienststelle gewechselt - er recherchiert im Sachgebiet "Operative Fallanalyse" des LKA - aber der Fall Claudia hat den Ermittler eingeholt. "Notfalls", hatte er sich vor der Versetzung versprochen, "geht dieser Fall mit mir in Pension."

Claudia Ruf war elf Jahre jung, als sie sexuell missbraucht und umgebracht wurde - einer von 1184 Morden, die 1996 in Deutschland registriert wurden. Der Fall Claudia war für den Ersten Kriminal-Hauptkommissar Rolf Müller stets mehr als eine statistische Größe. Der Chef des Kommissariats 11/13 im Bonner Polizeipräsidium, inzwischen pensioniert, weiß: "Wir haben im Jahresdurchschnitt etwa 350 Todesfälle; am Ende von jeweils 15 Ermittlungen steht ein Fall von Mord und Totschlag. Aber kein Fall war so mysteriös wie der Mord an diesem Mädchen."

Rolf Müller war Leiter einer der sieben Mordkommissionen der Kriminalhauptstelle Bonn, zuständig für ein 600 Quadratkilometer großes Gebiet mit 500 000 Menschen zwischen dem Bergischen Land und der belgischen Grenze. Fünf Gruppen mit je drei Beamten wechselten einander im Fünf-Wochen-Turnus bei Schichtarbeit und Rufbereitschaft ab, als es geschah: Müller "biss gerade in ein Brötchen", als die Kriminalwache anrief: "Wir haben eine Kinderleiche."

Der "große Müller" alarmierte den Rest seines Teams, einen Erkennungsdienstler und den Tatort-Experten Andreas Müller, den die Kollegen den "kleinen Müller" nannten. Neben einem Feldweg in Euskirchen-Oberwinterich lag ein totes Mädchen, nackt und angekohlt.

Die Bonner Mordkommission wurde auf 17 Beamte aus verschiedenen Kommissariaten aufgestockt. Rolf Müller koordinierte die Recherchen der "Soko Ruf" und der parallelen Ermittlungsgruppe aus 21 Beamten, die sein Kollege Heinz Erpenbach im nahen Neuss leitete. Erpenbach, Erster Kriminal-Hauptkommissar, ist inzwischen Leiter des LKA-Sachgebiets "Operative Fallanalyse".

Ein Bonner Kriminalmediziner erkannte als Todesursache des Kindes "schwere Gewalteinwirkungen im Halsbereich" und deutete die Leichenflecken. Danach war der Fundort nicht der Tatort: Die Tote, die am Feldweg auf dem Bauch lag, war, auf dem Rücken liegend, zum Feldweg transportiert worden. Die Polizei verschweigt bis heute aus taktischen Gründen, ob Claudia erdrosselt oder erwürgt worden ist. Rolf Müller: "Das weiß außer uns nur der Täter. Und wenn wir ihn kriegen, wollen wir es von ihm hören." Schließlich gebe es "kriminaltechnische Möglichkeiten im Grenzbereich" - und konserviertes DNA-Material.

Der Zeitpunkt des Todes von Claudia blieb vage. Die Mordkommission war sicher: "Der Mörder hat das Mädchen mehrere Stunden festgehalten, bevor er es umbrachte."

Die "Soko Ruf" verdichtete Hinweise und eigene Ermittlungen aus alten Fallakten zu rund 3500 Spuren. Sie überprüfte 8500 Personen und untersuchte 2000 Autos. Die Beamten verglichen Sexualmorde im Emsland, Bayern und Westfalen auf mögliche Übereinstimmungen. Fahnder reisten nach Belgien, wo die bizarren Kindermorde des Marc Dutroux entdeckt worden waren.

Die "Soko Ruf" ging einen neuen Weg bei der Fahndung: Sie kaufte in Geschäften und bei den Herstellern die Sachen nach, die das Mädchen zuletzt getragen hatte - eine dunkelblaue Kapuzenjacke mit Streifen, schwarze Jeans, karierte Leinensportschuhe der Größe 36. Die Beamten bekleideten damit eine 145 Zentimeter große Schaufensterpuppe, montierten den Kopf des Kindes von einem farbigen Urlaubsfoto darauf und klebten 36 000 Fahndungsplakate an Gebäude, Bussen und Bahnen. Ohne Erfolg.

Bis zum Jahresende 1996 wurde in Neuss 24 000 und in Bonn 16 775 Stunden lang ermittelt; in Neuss wurden 6500 und in Bonn 4742 Überstunden aufgeschrieben. Und Andreas Müller, den der ungeklärte Mordfall nach zwei neuen, ungeklärten Morden eingeholt hat, sinnierte: "Vielleicht gibt es das perfekte Verbrechen ja doch..."


Hinweise bitte an jede Polizeidienststelle