Montag, 29. August 2016

ESSEN: Vermisst Bianca Blömeke (2000)

Wo ist Bianca Blömeke und was ist mit ihr passiert?

Ich habe hier im Blog sehr oft über den Vermisstenfall Bianca Blömeke bericht und ich möchte den Focus nochmals auf diesen Fall legen. Mir liegt Bianca und die ganze Familie von Bianca sehr am Herzen. Man muss sich nur mal vorstellen, was die Familie durchmacht, ohne zu wissen, was mit Bianca passiert ist. Mit dieser Ungewissheit zu leben ist so schwer und Biancas Mutter, Erika Schneider wird nicht aufhören nach ihrer Tochter zu suchen, bis sie ihre geliebte Tochter gefunden hat. 








Erika Schneider sucht seit 15 Jahren nach ihrer Tochter. Die Vorwürfe an sich, an den Ex-Freund und auch die Polizei sind inzwischen dem einzigen Wunsch gewichen, abschließen zu können.

Bianca Blömeke hat mit ihrem Ex-Freund gestritten, sie hat geweint und um ihr Leben gefleht. Es folgte ein Knall, dann war schlagartig Ruhe. Das sagte eine Nachbarin bei der Polizei aus, Tage nach dem Streit am 6. August 2000. Seitdem fehlt jede Spur von der damals 19-Jährigen aus Vogelheim. Zurückgelassen hat sie ihr wenige Monate altes Baby, hat keine Papiere und kein Handy mitgenommen, keine Kleider eingepackt und niemals Geld abgehoben. Es gibt sei 15 Jahren kein Lebenszeichen von Bianca Blömeke. Auch die Polizei vermutet, das Bianca Opfer eines Verbrechens geworden ist.

Bianca Blömeke
Was ist mit der jungen Mutter passiert?

So lange sucht Erika Schneider verzweifelt nach ihrer Tochter und kämpft gegen die quälende Ungewissheit. Großmutter Hedwig Schneider klammert sich fest daran, ihre Enkelin irgendwann wiederzusehen. Wenn es nachts an ihrer Tür klingelt, fragt die 79-Jährige sich jedes Mal, ob da Bianca steht. Sie drückt nur deshalb nicht auf, weil ihre Tochter sie vor Betrügern gewarnt hat. Wenn in der Wohnung gegenüber der Fernseher bis früh morgens läuft, glaubt sie, Bianca könnte dort versteckt gehalten werden. „Dann schaue ich in den Hof, sie muss doch mal Luft schnappen“, sagt die 79-Jährige weinend. Kürzlich klingelte in der Nacht das Telefon: „Wir haben Bianca gefunden“, sagte eine Männerstimme. Hedwig Schneider war so aufgeregt, „dass ich gar nicht wusste, was ich anziehen soll, um sie abzuholen.“ Aber auch ohne diese Grausamkeiten, die ihnen fremde Menschen antun, ist Bianca immer präsent. Ihre Bilder hängen in jedem Zimmer, ein lächelndes Mädchen mit langen blonden Haaren. Auf einem Foto hält sie ihr Baby im Arm.

Bianca beginnt nach der Schule eine Lehre als Altenpflegerin, verliebt sich, wird schwanger und bekommt mit 18 Jahren ihr Kind. Noch während der Schwangerschaft trennt sie sich jedoch vom Vater des Kindes, zieht 1999 in eine Wohnung gleich ins Haus neben ihrer Oma. „Es war Bianca aber wichtig, dass der Kleine Kontakt zu seinem Vater hat“, erzählt Erika Schneider. Denn Bianca habe selbst darunter gelitten, ohne Vater aufgewachsen zu sein. Also kommt der Ex-Freund regelmäßig nach Vogelheim. Wie am 6. August. Er bringt das Baby zur Großmutter mit dem Satz: „Wir wollen uns aussprechen.“






Als die Oma abends klingelt, ist Bianca nicht mehr da. Erika Schneider wählt die Nummer ihrer Tochter, es geht nur noch der Ex-Freund dran: Bianca ist in der Wanne oder Zigaretten holen, erinnert sie sich an seine Antworten. Nachweisen kann die Polizei ihm zwar später nichts. Doch das Bauchgefühl sagt der Mutter sofort: Bianca ist tot.

„Ich will sie finden, damit wir endlich abschließen können“

Damals verteilt Erika Schneider Flugblätter, klappert Clubs, Straßenstrich und Bordelle ab und informiert Bekannte weltweit. Sie benennt eine Internetseite nach Bianca, wendet sich im Laufe der Jahre an Anwälte und sogar eine Wahrsagerin – bis das Ersparte aufgebraucht ist. Die 54-Jährige verliert vor allem aber auch viel Kraft, wirft sich oft vor, nicht am gleichen Tag zur Polizei gegangen zu sein. „Dann saß ich täglich im Präsidium bei der Beamtin auf dem Tisch“, erzählt sie, fühlt sich damals nicht ernst genommen: „Die glaubten wohl, ein Teenager sei ausgerissen.“

„Erst im Dezember wurde die Mordkommission eingeschaltet, erst da kam die Polizei mit Hunden“, sagt die Mutter, die der Polizei keine Vorwürfe mehr machen will, sondern inständig bittet, Zeugen von damals erneut zu befragen. „Die haben heute selbst Familie“, appelliert sie an deren Mitgefühl. Vor drei Jahren ist Erika Schneider dem Ex-Freund ihrer Tochter in die Arme gelaufen, bat ihn, sich zu melden. „Ich will ihm nichts mehr, ich will nur wissen, wo Bianca ist“, sagt sie, damit ihre Suche ein Ende findet.

Erika Schneider gibt nicht auf ihre Tochter zu finden.


Bis vor zwei Jahren flüchtet Erika Schneider sich zumindest zeitweise in ihre Arbeit. Seitdem die Altenpflegerin wegen ihrer Schulterprobleme zu Hause bleiben muss, sitzt sie jeden Tag bis in die frühen Morgenstunden vor dem Computer. Sie liest alles über Skelettfunde, gibt Wörter wie „Schmuck“ oder „Kleider“ ein. Im Mai, als die Leiche von Tanja Gräff aus Trier nach acht Jahren gefunden wird, gönnt Erika Schneider der Mutter die Ruhe von Herzen, ist gleichzeitig ein bisschen neidisch. „Ich glaube, dass auch Bianca nicht weit von ihrer Wohnung ist“, sagt Erika Schneider: „Ich will sie finden, damit wir endlich abschließen können.“

ZECKERIN: Vermisst Dirk Lunkwitz

Wo ist Dirk Lunkwitz?

Als der alleinerziehende Familienvater Dirk Lunkwitz (40) am 21. August 2011 das Haus verlässt, will er sich nur kurz mit jemandem treffen. Er nimmt seinen Wohnungsschlüssel und setzt sich aufs Fahrrad. Was danach geschieht, ist bis heute ein Rätsel. Auch nach vier Jahren gibt es von dem Vermissten keine einzige Spur. Seine Mutter glaubt, dass die Polizei nicht allen Hinweisen nachgegangen ist.
Wer der Anrufer war, wo und mit wem Dirk Lunkwitz sich verabredet hatte, und was nach dem Verlassen des Hauses geschah, blieb bis heute ein Rätsel.



Was ist mit Dirk Lunkwitz passiert?
Foto: Polizei



Seit viereinhalb Jahren ist Dirk Lunkwitz aus Zeckerin (Landkreis Elbe-Elster) verschwunden. Am Nachmittag des 21. August 2011, einem Sonntag, hatte sich der alleinerziehende Vater zweier Kinder mit einem Freund im Nachbarort verabredet. Die neun und elf Jahre alten Kinder blieben zu Hause. Am Abend kam der Vater nicht zurück. Seitdem fehlt von ihm jede Spur. Die Suche der Polizei blieb bislang erfolglos. Nach über vier Jahren halten die Ermittler es für wahrscheinlich, dass der Vermisste Opfer eines Verbrechens wurde.

Andererseits gebe es etliche Widersprüche, die auch den Schluss zulassen, dass der Vater von zwei Kindern geplant haben könnte, länger wegzubleiben. So wird in der Sendung davon berichtet, dass im hinterlassenen Portemonnaie lediglich 25 Euro steckten, während er am Tag zuvor noch 200 Euro bekommen haben soll. Weiterhin ist unklar, ob Dirk Lunkwitz am Herrenweg, wo sich seine Spur verliert, freiwillig in ein Fahrzeug gestiegen ist oder ob er gezwungen wurde.

Hinweise bitte an die Polizei Elbe-Elster, Tel.: 03531 781 0.

Donnerstag, 18. August 2016

UELSEN: Vermisst Doris Mönnighoff (1997)

Was ist mit Doris Mönnighoff passiert?

Ihre beiden Kinder sind gerade mal ein Jahr und neun Jahre alt, da verschwindet Doris Mönninghoff. Hat die 31-Jährige ihre Kinder wirklich freiwillig zurückgelassen? Die Polizei glaubt eher an ein Verbrechen.

Seit fast 19 Jahren vermisst: Doris Mönninghoff
Wo ist Doris Mönnighoff?
Foto: Polizei



Doris Mönninghoff hat in jungen Jahren ihren Mann verloren. Den neuen Lebensgefährten lernte die junge Witwe über eine Partneragentur kennen. Doch in der Beziehung gibt es offensichtlich Schwierigkeiten. Nach den polizeilichen Ermittlungen suchte Doris Mönninghoff in der Vergangenheit zusammen mit ihren Kindern zweimal Zuflucht in einem Frauenhaus. Nach Aussage ihres älteren Sohnes plante sie auch, am 25. November 1997 ihren Lebenspartner endgültig zu verlassen. Doch am Tag davor verschwindet sie plötzlich.

Am Morgen des 24. November 1997 bereitet Doris Mönninghoff wie immer das Frühstück für ihren neunjährigen Sohn zu. Währenddessen schläft ihr Lebensgefährte im Gästezimmer. Er kam erst am frühen Morgen von der Arbeit. Kurz vor acht verabschiedet sich Doris Mönninghoff von ihrem Sohn. Es ist das letzte Mal, dass der Neunjährige seine Mutter sieht. Der Schüler fährt zunächst mit dem Rad, dann mit dem Bus zur Schule.

Dabei macht er noch eine mysteriöse Beobachtung:
Vor seinem Elternhaus hält ein fremdes Auto. Fahrer und Kennzeichen kann er nicht erkennen. Wer saß hinter dem Steuer? Bis heute hat die Kripo keine Antwort auf diese Frage.

Gegen 10 Uhr – so der Lebensgefährte später – sei er wach geworden, weil der einjährige Sohn geschrien habe. Doris Mönninghoff sei zu dieser Zeit schon verschwunden gewesen. Der 28-Jährige habe einen Brief von ihr auf dem Küchentisch gefunden: „Ich weiß, Du wirst es nicht verstehen, aber ich denke, Du wirst mit den Kindern klarkommen, deshalb muß ich gehen. Bitte tu mir einen Gefallen und suche nicht nach mir.“ Daneben hätten die Krankenkassenkarten der beiden Kinder gelegen.

Bei den Ermittlungen stößt die Kripo Lingen auf ein Telefonat, das am Morgen des Verschwindens vom Festnetzanschluss der Familie Mönninghoff geführt wurde. Der Anruf ging in den Nachbarort Uelsen. Wohin genau, kann nicht ermittelt werden. Jedenfalls dauerte der Anruf nur 23 Sekunden. Die Polizei geht damit an die Presse und versucht so, den unbekannten Gesprächsteilnehmer ausfindig zu machen.

„Hilfe! Hilfe!“


Und tatsächlich meldet sich ein älteres Ehepaar aus Uelsen, das am Morgen des 24. November 1997 einen mysteriösen Anruf erhalten hat. Eine Frau sei am Apparat gewesen. Verzweifelt habe sie um Hilfe gerufen. War die Anruferin Doris Mönninghoff?

Seit ihrem Verschwinden am 24. November 1997 gibt es kein Lebenszeichen von ihr. Die 31-Jährige ließ damals ihr Auto zurück, Kontobewegungen gab es seit diesem Tag nicht mehr. Zunächst wurde routinemäßig als Familienmitglied der Lebensgefährte überprüft. Doch die Ermittler fanden keine Anhaltspunkte dafür, dass er etwas mit dem Verschwinden von Doris Mönninghoff zu tun hat.

Personenbeschreibung (zum Zeitpunkt des Verschwindens):

  • Doris Mönninghoff war 31 Jahre alt, 
  • 1,60 m groß und schlank. 
  • Sie hatte blau-graue Augen, 
  • rötlich-braune und kurz geschnittene Haare.
Ihre Kleidung: 
  • braune Stretchhose, 
  • beigefarbener Rollkragenpullover, 
  • beigefarbene Jacke mit Dreiviertel-Arm. 
  • Sie könnte einen braunen Lederbeutel in Rucksack-Größe mitgenommen haben.

Zuständig: Kripo Lingen, Telefon: 0591 / 874 0