Freitag, 28. Dezember 2012

INGOLSTADT: Vermisst Taprap Chettana

Wo ist die vermisste Ingolstädterin?

Ein halbes Jahr nach ihrem Verschwinden bleibt der Vermisstenfall Taprap Chettana überaus mysteriös. Die 31-jährige Ingolstädterin war während einer Urlaubsreise nach Kroatien verschwunden. Während die Polizei auf der Stelle tritt, wünschen Angehörige sich mehr Ermittlungsdruck.

Ingolstadt: Die Spur verliert sich in Österreich
Foto:Polizei-Vermisste

Die aus Thailand stammende Frau war am 29. Mai nach längerem Aufenthalt in ihrer Heimat nach Deutschland zurückgekehrt. In Südostasien hatte sie mehrere Wochen verbracht, unter anderem wegen der Beerdigung eines nahen Verwandten. Mit ihren drei und fünf Jahre alten Töchtern sowie ihrem 34-jährigen Lebensgefährten war sie sechs Tage später von Ingolstadt aus nach Kroatien aufgebrochen. Auf der Insel Rab, so gab ihr Partner später bei der Polizei zu Protokoll, sei die Thailänderin von einem Strandspaziergang am 12. Juni nicht mehr zurückgekommen. Der Ingolstädter hatte zwar umgehend Vermisstenanzeige erstattet, war aber danach gleich mit den Kindern Richtung Deutschland aufgebrochen, ohne das Ende der Suchaktion abzuwarten.


Die kroatische Polizei hatte ihn wenig später festgenommen und wegen seines merkwürdigen Verhaltens eingesperrt. Beweise dafür, dass der Ingolstädter etwas mit dem Verschwinden der Frau zu tun haben könnte, fehlen bis heute. Der Mann galt nach seiner Rückkehr auch hier zunächst als Beschuldigter, was sich jedoch nicht halten ließ. Mittlerweile sind die beiden Töchter wieder in seiner Obhut. Sie waren auf Anordnung des Jugendamts zwischenzeitlich bei Pflegefamilien untergebracht.


„Wir vermuten zwar, dass die Frau tot ist, aber es gibt nicht den geringsten Beweis dafür“, sagte Helmut Walter, Leiter der Ingolstädter Staatsanwaltschaft, zum Stand der Ermittlungen. Die 31-Jährige könne Opfer eines Unfalls oder einer Straftat sein, sich vielleicht jedoch einfach nur abgesetzt haben, etwa weil sie sich von ihrem Partner trennen wollte. „Sie hat aber seit 12. Juni zu niemandem in ihrem Umfeld mehr Kontakt gehabt, weder zu Bekannten in Ingolstadt noch zur Familie in Thailand.“ Dies sei alles überprüft worden. „Unsere Möglichkeiten sind im Moment ausgeschöpft“, sagte Walter.


Die Kriminalpolizei Ingolstadt hat derweil noch einmal jede Spur verfolgt, die die 31-Jährige während der Urlaubsreise hinterlassen haben könnte. Da der VW-Campingbus der Familie unterwegs mit einer Panne liegen geblieben war, hatte das Paar mit seinen Kindern im österreichischen Bundesland Salzburg einen Zwischenstopp einlegen müssen. In Radstadt war Taprap Chettana zuletzt gesehen worden. Laut Aussage ihres Partners hatte der Schaden am Auto sich nicht gleich beheben lassen, weshalb er die Reise am 9. Juni mit einem Leihfahrzeug fortsetzte, angeblich mit der gesamten Familie. Ob die Thailänderin aber tatsächlich mit im Auto saß, ist bis heute ungeklärt. Ihr Lebensgefährte behauptet das, doch dafür fehlt der Kripo weiter jeder Beweis.


„Die Kollegen haben noch einmal jeden Ort angefahren, an dem die Frau gewesen sein soll“, sagt Ulrich Pöpsel, Sprecher des Polizeipräsidiums Ingolstadt. „Aber nach dem Aufenthalt in Radstadt findet sich niemand mehr, der Taprap Chettana gesehen hat.“ Weder irgendwo in Österreich noch auf der Strecke durch Slowenien oder auf der Insel Rab, wo die 31-Jährige sich nach Aussagen ihres Partner noch einige Tage vor ihrem Verschwinden aufgehalten haben soll. „Selbst Feriengäste, die wir im Nachhinein ermittelt haben, konnten uns das nicht bestätigen.“ Mehrere Suchaktionen der österreichischen Polizei „mit Großaufgeboten“ brachten die Ermittler ebenfalls nicht weiter.


Verwundert über den Fortgang des Verfahrens auf deutscher Seite zeigen sich indes Angehörige der Verschwundenen. Ein Onkel der Vermissten aus Niederösterreich berichtet davon, in Ingolstadt gewesen zu sein, um die zwei Töchter seiner Nichte bei den Pflegeeltern zu besuchen. Die Mädchen hätten dabei geäußert, die Mutter sei sehr krank gewesen und jetzt tot. Sie sollen ganz explizite Angaben zum Verbleib der Frau gemacht haben, was an dieser Stelle nicht näher erläutert werden kann. Die Aussagen habe er mit der Videokamera dokumentiert, um sie der Kripo zu geben. Es habe aber kein Interesse bestanden. Das Polizeipräsidium wollte sich gestern nicht zu dem Vorwurf äußern.

Freitag, 23. November 2012

DEUTSCHLAND/NIEDERLANDE: Tötungsdelikt z. N. einer unbek. weiblichen Personen



Mord verjährt nicht


Die Tote von der Autobahn - Deutsch-holländischer Mordfall von 1976

Wer könnte die abgebildete Frau sein?

1976 wird auf dem Autobahnparkplatz "De Heul" an der A 12 in den Niederlanden die skelettierte Leiche einer jungen Frau gefunden. Schnell kommt der Verdacht auf, dass es sich um ein Mädchen handeln könnte, das im Jahr zuvor aus Bilthoven von zu Hause weggelaufen war.

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Gesichtsrekonstruktion
Doch eine Abweichung im Zahnstatus lässt die Experten zweifeln. Die sterblichen Überreste des Opfers werden in einem namenlosen Grab in Maarl beerdigt. Zehn Jahre später, 1986, wird der Mordfall noch einmal aufgerollt. Ein Anthropologe kommt nun nach intensiven Untersuchungen zu einem anderen Ergebnis. Das Opfer sei mit sehr großer Wahrscheinlichkeit doch das Mädchen aus Bilthoven.
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Gesichtsrekonstruktion 


Name auf Grabstein
Der Grabstein bekommt einen Namen, doch der Mord bleibt ungeklärt. Weitere 19 Jahre später, im Jahr 2005, meldet sich das vermeintliche Mordopfer plötzlich per E-Mail bei seiner Schwester. Das Mädchen - inzwischen Mitte 40 - hatte sich nach Deutschland abgesetzt und sich dort eine neue Identität aufgebaut.

Doch damit hat das Mordopfer vom Autobahnparkplatz erneut seinen Namen verloren. Die Polizei gibt eine Weichteilrekonstruktion des Gesichts in Auftrag und geht damit an die Öffentlichkeit. Tatsächlich ergeben sich zwei neue Spuren. Beide führen nach Deutschland. Ein unbekannter Fahrgast erzählt einem Taxifahrer, dass er das Mordopfer gekannt habe und dass es aus Essen stamme.

Zeugen melden sich Ein anderer Zeuge erinnert sich, im Sommer 1976 in der Nähe von Utrecht am Autobahnkreuz Oudenrijn ein Anhalterpärchen mitgenommen zu haben. Die Frau habe dem Mordopfer sehr ähnlich gesehen. Das Pärchen habe Deutsch gesprochen und sich gestritten. Auf der A12 seien sie Richtung Deutschland mitgefahren, bis zur Ausfahrt Maarsbergen - nur wenige hundert Meter von dem späteren Fundort der Leiche entfernt. Der Fahrer habe den jungen Leuten noch ein Motel in der Nähe empfohlen. Ob sie dort übernachtet haben, ist unklar.


Personenbeschreibungen:
Aufgrund des Ergebnisses der Gesichtsweichteilrekonstruktion dürfte das Opfer 1975/1976 etwa 18 Jahre alt gewesen sein, etwa 1,60 m groß, schlank, lange, glatte kastanienbraune Haare. Die junge Frau hatte ein schmales Kinn, vermutlich eine auffällige Nase und ein gutes Gebiss. Rechts unten fehlte jedoch ein Backenzahn.

Der Mann, der 1976 mit einer jungen Frau als Anhalter unterwegs war, soll damals 30 bis 35 Jahre alt gewesen sein, dunkles Haar, gut gekleidet - weißes Hemd, dunkles Sakko. Der Zeuge beschrieb ihn als „slawischen Typ“. Die Frau rauchte Zigaretten der Marke Peter Stuyvesant. Die beiden sollen sich gestritten haben, weil die Frau nach Deutschland zurück wollte, der Mann aber offenbar nicht. Beide könnten in den Niederlanden in der Gastronomie gearbeitet haben, möglicherweise in Scheveningen bei Den Haag.

Fragen nach Zeugen: 

  • - Wer kann etwas zur Identität des Mordopfers sagen?
  • - Wer waren die beiden Anhalter, die von dem Zeugen im Sommer 1976 mitgenommen wurden? 


Zuständig: Polizei Utrecht, Telefon 0031 - 79 / 345 98 76

VELTEN: Tötungsdelikt z.N. von Barbara Zürner

Mord beim Müllsammeln- Wer kann Angaben machen?

Ihr Engagement für saubere Straßen und Plätze hat eine 67-jährige Frau im Brandenburgischen womöglich das Leben gekostet. Als sie am Rande der Landstraße zwischen Velten und Borgsdorf in der Dunkelheit den herumliegenden Abfall aufsammelt, wird sie bewusstlos geschlagen und missbraucht.

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Fahrrad des Opfers

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Opfer


Barbara Zürner ist eine bemerkenswerte Frau. Als ausgebildete Tierärztin arbeitet sie in einem Berliner Schlachthof, doch ihre Leidenschaft gehört seit Jahrzehnten einer kleinen Dorfschmiede in Velten. Dort übte sie mit großer Begeisterung ihren Zweitberuf aus: Schmiedin. Selbst als Rentnerin schwingt sie noch den Schmiedehammer.


Zwei- bis dreimal pro Woche fährt sie von Berlin ins brandenburgische Velten - zunächst mit der S-Bahn bis Borgsdorf und dann weiter mit ihrem alten Fahrrad. Darüber hinaus engagiert sich die alleinstehende Frau im Umweltschutz. Sie bepflanzt die tristen Hinterhöfe in ihrer Nachbarschaft und sammelt den Abfall auf, den ihre Mitbürger achtlos auf Straßen und Plätzen wegwerfen. Dabei legt sie sich schon mal mit dem einen oder anderen Müllfrevler an.

Umweltschutz auf dem Heimweg


Am 29. Oktober 1997 arbeitet Barbara Zürner wieder in der Dorfschmiede in Velten. Sie bereitet die Werkzeuge einer Baufirma auf - eine langwierige Arbeit, mit der sie an diesem Tag nicht fertig wird. Wie so oft übernachtet sie im Sozialraum der Schmiede und setzt am nächsten Morgen ihre Arbeit fort. Nach dem Mittagessen mit der Familie des Schmieds fährt sie nach Hause. Den Weg zur nächsten S-Bahn-Station in Borgsdorf legt Barbara Zürner mit ihrem alten Fahrrad - einem museumsreifen Gefährt, das sie selbst für ihre Zwecke umgebaut hat - auf der Landstraße zurück.

Gelegentlich sammelt sie dabei den Müll auf, der am Straßenrand liegt. So auch an diesem Tag. Es liegt viel Abfall herum, den Verkehrsteilnehmer offenbar achtlos weggeworfen haben. Barbara Zürner hat immer Plastiktüten dabei, in denen sie den Müll zum nächsten Abfallbehälter transportiert. Bis in die Abendstunden ist die ehemalige Tierärztin am Rande der Landstraße beschäftigt.

Über vier Jahre im Koma


Um 18.45 Uhr wird Barbara Zürner dort noch in der Dunkelheit gesehen. Kurz darauf muss sie auf ihren Mörder getroffen sein. Der Unbekannte schlägt die Umweltschützerin, bis sie bewusstlos am Boden liegt. Dann missbraucht er sie auch noch. Am nächsten Morgen wird die schwer verletzte und nach wie vor bewusstlose Frau gefunden und in ein Berliner Krankenhaus gebracht. Über vier Jahre lang liegt sie dort, später dann in einem Pflegeheim bei Dresden im Koma. Am 3. März 2002 stirbt sie an den Folgen des brutalen Überfalls, ohne noch einmal erwacht zu sein.

Fragen nach Zeugen:

  • Wer hat am 30. Oktober 1997 zwischen 18.45 Uhr und 22 Uhr auf der Landstraße zwi­schen Velten und Borgsdorf im Bereich der Bushaltestelle "Leegebrucker Weg“ ein dort abgestelltes Fahr­zeug gesehen?
  • Wer weiß etwas über mögliche Konfrontationen zwi­schen Barbara Zürner und Anderen?
  • Wem hat sich der Täter in der Zwischenzeit viel­leicht offenbart?

Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen, ist eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt.

Zuständig: Kripo Neuruppin, Telefon 03391 / 3540

Mittwoch, 21. November 2012

DÜSSELDORF: Vermisst Deborah Sassen ( seit 1996)

Vermisstenfall Deborah Sassen

Wir hoffen, dass sich neue Anhaltspunkte ergeben!!!

In Deutschland gelten zurzeit 1946 Kinder und Jugendliche als vermisst. Darunter ist auch die damals achtjährige Deborah Sassen aus Düsseldorf, die 1996 vom Schulweg nie mehr nach Hause kam.
Aussehen zum Zeitpunkt des Verschwindens
Aussehen zum Zeitpunkt des VerschwindensFoto: Polizei Düsseldorf

Debbies Schultornister der Marke Mc Neill
Foto: Polizei Düsseldorf


Computeranimation - So könnte Deborah mit 15 Jahren aussehen Foto: Polizei Düsseldorf




Ihre Familie zog vor 16 Jahren von Meerbusch nach Düsseldorf. In der Henri-Dunant-Grundschule am Rheindorfer Weg in Wersten lebte sich die damals Achtjährige rasch ein. Das Mädchen wird als fröhlich und zuverlässig beschrieben. Von der Schule kam sie normalerweise immer pünktlich zum Mittagessen nach Hause. Am 13. Februar 1996 hat die Zweitklässlerin in der letzten Stunde Schwimmunterricht und muss danach noch ihren Ranzen aus der Schule holen. Um kurz nach 12 Uhr wird sie das letzte Mal gesehen.

Als Debbie nicht nach Hause kommt, gibt ihr Stiefvater eine Vermisstenmeldung auf. Die Kripo Düsseldorf beginnt sofort mit der Suche. Irgendwo auf dem knappen Kilometer zwischen dem Hinterausgang der Henri-Dunant-Grundschule und ihrem Zuhause am Kohlrauschweg ist sie spurlos verschwunden. Ist sie gewaltsam entführt worden?
Hunderte Hinweise gehen ein. Hundertschaften der Polizei suchen zwei Tage lang nach Deborah, drehen buchstäblich jeden Stein um, tauchen im halb zugefrorenen Buga-See. Ein Hinweisgeber führt die Polizei auf eine falsche Fährte. Debbies Leiche soll angeblich in einem Stausee bei Haltern liegen. Doch das Mädchen bleibt spurlos verschwunden. Der Tippgeber entpuppt sich als verwirrter Theologiestudent, der sich wichtig machen wollte. Ein Richter verurteilte den jungen Mann dazu, den Polizeieinsatz zu zahlen.

Die Familie zerbricht an dem Schicksal. Debbies große Schwester nimmt sich 1999 das Leben. Mutter Dagmar, trennte sich von ihrem Mann und lebt heute mit ihren zwei Töchtern an der Ostsee.

Mittwoch, 14. November 2012

DÜSSELDORF:Tötungsdelikt z.N. von Susan Lucan

Anklage nach acht Jahren
2004 wurde die 27-Jährige erschlagen. Jetzt will der Staatsanwalt ihren damaligen Freund Thomas S. vor Gericht stellen.
Im Juni suchte eine Hundertschaft noch an der A52 nach der Tatwaffe – ohne Erfolg.
Im Juni suchte eine Hundertschaft noch an der A52 nach der Tatwaffe – ohne Erfolg. Foto: J. Michaelies 


Der Fall ist beispiellos in Düsseldorf:
Vor acht Jahren ist die damals 27 Jahre alte Susanne Lucan erschlagen worden. Fast von Anfang an waren die Ermittler sicher: Als Täter kommt nur ihr damaliger Freund, Thomas S., infrage. Die Polizei hat ihre Nachforschungen vor langer Zeit abgeschlossen – in ihrer Statistik gilt der Fall als geklärt. Trotzdem ist der vermeintliche Mörder nie zur Rechenschaft gezogen worden. Der Staatsanwaltschaft war die Beweislage zu dünn. Jetzt hat sie dennoch Anklage gegen S. erhoben – wegen heimtückischen Mordes.


Am 20. November 2004 standen Susanne Lucans Freunde vor ihrer Wohnungstür in der Benzenbergstraße. Sie wollten mit der jungen Frau deren Geburtstag feiern. Doch Susanne öffnete nicht. Schließlich brach die Feuerwehr die Tür auf. Im Bett lag Susannes Leiche – brutal zugerichtet.

Gutachten konnten den Zeitpunkt des Todes eingrenzen

Der Verdacht fiel rasch auf Thomas S. – er hatte den Abend vor der Tat mit Susanne Lucan verbracht, sie sogar noch ins Bett gebracht. Am nächsten Tag war die 27-Jährige tot. Die Wohnungstür war nicht aufgebrochen worden. Es gab keinerlei Spuren eines anderen möglichen Täters. Doch S. bestritt den Mord von Anfang an. Immer blieb die Frage: Kann Susanne Lucan nicht doch später in der Nacht noch dem Täter die Tür geöffnet haben?

Inzwischen gibt es zwei Gutachten aus München und Jena, die durch Untersuchungen der Leiche den Todeszeitpunkt genauer eingrenzen konnten – mit großer Wahrscheinlichkeit auf eine Uhrzeit, zu der S. nach eigener Aussage noch bei Lucan war. Im Sommer ließ Staatsanwalt Christoph Kumpa noch Hundertschaftsbeamte entlang der A52 nach dem Tatwerkzeug suchen – eine weitere Hoffnung, Indizien gegen S. zu finden. Doch ohne Erfolg. „Es wird sich an der Beweislage nichts mehr ändern“, sagt Kumpa realistisch. „Entweder das reicht jetzt – oder es reicht eben nicht.“

Jetzt muss das Landgericht entscheiden, ob es die Anklage zulässt. Thomas S. ist vorerst auf freiem Fuß. Der inzwischen 38-Jährige ist verheiratet, lebt mit Frau und Kind in Ratingen. Eine Fluchtgefahr besteht wohl nicht.

Susanne Lucans Mutter hofft jetzt endlich auf Klarheit

Ein Schock war die Anklage noch einmal für Lucans Mutter Inge Meuter. „Es hat mich umgehauen“, sagte sie zur WZ. Für sie war S. als langjähriger Freund ihrer Tochter selbst wie ein Sohn. Trotzdem hofft sie endlich auf Klarheit, warum ihre Tochter sterben musste: „Ich will auf jeden Fall, dass es eine Verhandlung gibt – eine Einstellung wäre das Schlimmste.“

Montag, 22. Oktober 2012

BONN: Tötungsdelikt z.N. von Claudia Wilbert

Wird ihr Tod je gerächt?

Im Wald nahe des Forsthauses Scheuren. Bis heute bewegt Höfel die schreckliche Tat. Vor allem, seitdem der alte Fall Trudel Ulmen (siehe Info-Kasten) nach Jahren aufgeklärt werden konnte.

Bestatter tragen die Leiche der Schülerin Claudia Wilbert aus dem Waldstück, in dem ein Autofahrer sie entdeckt hatte.
Bestatter tragen die Leiche der Schülerin Claudia Wilbert aus dem Waldstück, in dem ein Autofahrer sie entdeckt hatte. 



Der 29. März 1979. Hans-Peter Höfel vergisst diesen Donnerstag vor fast 34 Jahren nie. „Als ich morgens zum Dienst kam, wurde mir mitgeteilt, dass ein Mädchen verschwunden ist – kaum 500 Meter von meinem Wohnhaus entfernt“, erzählt er.


Claudia Wilbert war am Abend zuvor bei einem Klassentreffen im Rheinbacher Mädchengymnasium gewesen. Ihr Bruder wollte sie abholen. Während die 17-Jährige unter einer Straßenlampe wartete, sprach ein unbekannter Autofahrer sie an. Kurz darauf sahen Zeugen, wie er die Schülerin mit Gewalt in den Wagen zerrte und wegraste!


Claudia Wilbert: Ihr brutaler Tod 1979 wurde bis heute nicht gerächt.
Claudia Wilbert: Ihr brutaler Tod 1979 wurde bis heute nicht gerächt. 


„Zunächst lag es in unserer Hand, sie zu suchen“, erklärt Ex-Polizist Höfel. Er und seine Männer arbeiteten fieberhaft, fuhren unter anderem die Straßen ab. Alle hofften, Claudia lebend zu finden. Eine Soko wurde in der Wache stationiert, Beamte durchkämmten den Wald Richtung Waldkapelle.


„Plötzlich kam über Funk die Meldung, dass ein totes Mädchen gefunden wurde“, erinnert sich Hans-Peter Höfel. „Sie lag an einem Waldparkplatz, an dem ich häufiger vorbeikomme. Mir läuft es dort noch immer kalt den Rücken runter…“


Claudia war gefesselt und brutal erschlagen worden. Ein Autofahrer, der sich die Füße vertreten wollte, hatte ihre Leiche entdeckt. Spuren wiesen daraufhin, dass sich die 17-Jährige massiv gegen ihren Mörder gewehrt hatte.


Ab da war der Fall voll und ganz in der Hand der Mordkommission. „Ich habe die Ermittlungen aber immer verfolgt“, so Wachleiter Höfel. Claudia hat er nie vergessen. „Als ich in Pension ging, hat mich der ungelöste Fall begleitet“, sagt der 70-Jährige. „Nach Trudel Ulmen kam alles wieder hoch. Seitdem denke ich fast täglich: Hoffentlich wird auch der Tod dieses Mädchens endlich gerächt.“


Von IRIS KLINGELHÖFER und MARION STEEGER

Dienstag, 4. September 2012

BERLIN: Ungelöster Mordfall an Jessica Kopsch wird neu audgerollt

Mordakte Jessica

Es ist einer der rätselhaftesten Mordfälle in Berlin: 14 Jahre ist es her, dass die damals elfjährige Jessica Kopsch aus Reinickendorf spurlos verschwand. Am 9. Januar 1999 wurde ihre Leiche in einer Kalkgrube in Halle (Sachsen-Anhalt) gefunden. Nun rollt die Berliner Mordkommission den Fall noch einmal neu auf. 

Foto: Polizei
Foto:Polizei


„Wir hoffen, dass wir damit noch einmal die Öffentlichkeit mobilisieren können. Vielleicht gibt es ja auch jemanden, der die Jahre über geschwiegen hat, und wir können nun an das Gewissen desjenigen appellieren“, sagt ein Ermittler dem Tagesspiegel.


Ein weiterer Grund die Akte Jessica noch einmal zu öffnen sei die Tatsache, dass „durch die Weiterentwicklung der Technik“ nun DNA-Spuren an den Fundstücken gesichert werden konnten, was Ende der 90er Jahre noch nicht in der Form möglich war. Genaueres wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen dazu nicht sagen.

Sachverhalt:
Jessica Kopsch hatte am frühen Morgen des 28. Oktober 1998 ihr Elternhaus in Reinickendorf verlassen, um zu ihrer nahe gelegenen Grundschule zu gehen. Doch ihren Schulranzen ließ sie daheim. Zwei Mitschüler haben sie laut einem Ermittler morgens weitab vom Schulweg gesehen. Sie soll einen „bedrückten Eindruck“ gemacht haben. Danach verliert sich die Spur des Mädchens. Die Polizei suchte bei einem Großeinsatz die Umgebung ab – ohne Erfolg. Erst Wochen später, am 9. Januar 1999, fand der Hund eines Spaziergängers die Leiche des Mädchens in einer Kalkgrube in Halle an der Saale. Sie war in Müllsäcke verpackt und stark verwest. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Kind zuvor sexuell missbraucht worden war. Vermutlich hatte sie am Tag ihres Verschwindens „eine ihr bekannte Person aufgesucht“ – offenbar ihren Mörder.


Auch in zwei anderen Fällen verschwundener Mädchen geht die Polizei davon aus, dass sie Opfer eines Tötungsdelikts geworden sind, allerdings wurden ihre Leichen bislang nicht gefunden. 
  • Im November 2000 verschwand die damals zwölf Jahre alte Sandra Wißmann. Sie war zuletzt in der Böckhstraße in Kreuzberg gesehen worden. 
  • Auch Georgine Krüger aus Moabit, damals 14 Jahre, kam im September 2006 auf dem Heimweg von der Schule nie wieder zu Hause an. Auch hier suchte die Polizei tagelang mit einem Großaufgebot und speziell ausgebildeten Hunden nach dem Mädchen – auch hier blieb die Suche bislang ohne Ergebnis.

Freitag, 31. August 2012

NEUMÜNSTER: Im Juni 2008 verschwand Jasmin Jürgensen


Spurlos verschwunden

Von einem Tag auf den anderen. Der Fall Jasmin Jürgensen bleibt rätselhaft. Zunächst wurde ihr Verschwinden im Juni 2008 als normaler Vermisstenfall behandelt. Doch inzwischen sind die Ermittler sicher, dass die junge Frau einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist. Ein Leichnam wurde nicht gefunden, doch die Polizei gibt nicht auf. Zuletzt wurde die Ermittlungsarbeit sogar wieder intensiviert. 



An das Spurlose verschwinden von Jasmin Jürgensen im Juni 2008 erinnerten nur noch ein paar verblichene Fahndungsplakate. Nach neuen Hinweisen hat die Polizei ihre Ermittlungsarbeit wieder intensiviert. Foto eer



Der Grund dafür waren neue Hinweise, denen jetzt nachgegangen wird. „Es ist noch nicht alles abgearbeitet“, sagt Kripochef Jörg Seedorf. „Wir sind optimistisch, den Fall doch noch aufklären zu können.“ Um den Erfolg der Ermittlungen nicht zu gefährden, könnten Einzelheiten darüber noch nicht mitgeteilt worden.


Ins Leere ging der Hinweis eines jungen Mannes, der beim Spiel mit einer „Paintball“-Pistole in der Nähe des Bootsteiches im Speckenbütteler Park auf Reste eines menschlichen Skeletts in einem Gebüsch gestoßen sein wollte. Der Polizei offenbarte er sich erst eineinhalb Jahre später.


Obwohl der Mann einen etwas verwirrten Eindruck machte, nahmen die Beamten den Hinweis ernst und durchkämmten den ihnen genannten Bereich mit Spürhunden. An einigen Stellen wurde auch gegraben. „Ohne Erfolg“, sagt Seedorf. Auch ein ehemaliger Kumpel des Hinweisgebers, der bei dem Spiel damals dabei gewesen war, konnte sich an keinen Knochenfund erinnern.

Kind bleibt zurück


Jasmin Jürgensen war 24 Jahre alt, als sie am 12. Juni 2008 zuletzt gesehen wurde. Ihre in Neumünster lebende Mutter hatte danach mehrere Wochen kein Lebenszeichen von ihrer in der Rickmersstraße wohnenden Tochter erhalten und meldete sie im Juli als vermisst. Bis dato pflegte die junge Frau relativ engen Kontakt nach Hause. Zurück blieb ihr damals eineinhalb Jahre altes Kind, das zu jener Zeit
bei ihrer Mutter lebte. Auch alle anderen sozialen Kontakte waren von einem Tag auf den anderen abgerissen.

Die Vermisste war drogenabhängig und verdiente ihren Lebensunterhalt als Prostituierte. „Sie führte einen sehr unsteten Lebenswandel und hatte auch Verbindungen in die Türkei“, sagt Seedorf. Dennoch haben die Ermittler keinerlei Grund dafür entdeckt, warum Jasmin Jürgensen ihre Tochter und ihr gesamtes bisheriges Leben Hals über Kopf hinter sich lassen und spurlos verschwinden sollte.


Angeblich soll die Frau im Januar 2009 noch einmal mit rot gefärbten Haaren im Leher Stadtpark gesehen worden sein. Andere wollten ihr in einem Stundenhotel in Hannover begegnet sein. Eine Bestätigung dafür gab es aber nicht.


Der Fall Jürgensen ist eines von drei Kapitalverbrechen, bei denen die Polizei trotz intensiver Fahndungsarbeit noch keinen Durchbruch erzielen konnte. Nach wie vor ungeklärt ist der Mord an einen Leherheider Hausmeister im November 2010. Auch der Täter, der im Juli 2011 einen Taxifahrer am Konrad-Adenauer-Platz mit mehreren Messerstichen tödlich verletzte, läuft noch frei herum.

Dienstag, 21. August 2012

BERLIN:Tötungsdelikt z.N. von Elisabeth Dürr

Berliner Polizei rollt elf Jahre alten Mord wieder auf


Die Mordermittler hoffen, den Tod einer Berlinerin aus dem Jahr 2001 aufklären zu können. Mit Hilfe eines Phantombildes und einer Belohnung.
Verschiedene Zeugen sahen vor und nach der Tat eine verdächtige Frau am Tatort, die sich letztlich unter einem Vorwand Zutritt zum Haus verschafft hatte. Mit diesem Phantombild sucht die Polizei nach der Unbekannten
Verschiedene Zeugen sahen vor und nach der Tat eine verdächtige Frau am Tatort, die sich letztlich unter einem Vorwand Zutritt zum Haus verschafft hatte. Mit diesem Phantombild sucht die Polizei nach der Unbekannten
© Polizei Berlin

Die Berliner Polizei rollt einen ungeklärten Mord nach knapp elf Jahren wieder auf. Es gebe neue Erkenntnisse, teilte die Polizei am Montag mit. Das 2001 erstellte Phantombild einer tatverdächtigen Frau und ein Foto des Opfers wurden erneut veröffentlicht.Zudem hat die Staatsanwaltschaft eine Belohnung von 2500 Euro für Hinweise ausgesetzt. Eine 63-Jährige war am 12. September 2001 in ihrer Wohnung im Berliner Stadtteil Alt-Hohenschönhausen (Bezirk Lichtenberg) durch einen Angriff gegen den Hals getötet worden.

Bild des Opfers
Bild des Opfers-Foto:Polizei


Das Opfer Elisabeth Dürr habe in eine Doppelhaushälfte nach Halberstadt in Sachsen-Anhalt umziehen wollen, der Umzug habe kurz bevor gestanden, so die Polizei. Mehrere Zeugen hätten vor und nach der Tat eine verdächtige Frau gesehen, die sich unter einem Vorwand Zutritt zum Haus verschafft hatte. Am Tatort seien damals Spuren einer unbekannten Person sichergestellt worden, die nun neu bewertet wurden, sagte ein Polizeisprecher.
Zeugen hatten 2001 ausgesagt, die Verdächtige sei zwischen 40 bis 50 Jahre alt, etwa 1,63 bis 1,70 Meter groß, mit korpulenter, stämmiger Figur. Sie hatte etwa 8 Zentimeter lange, gewellte, dunkelblonde bis braune Haare, vermutlich mit Strähnchen sowie ein volles, ungeschminktes Gesicht mit auffälligen Augen (eventuell blau-grau).

Die Mordkommission fragt: 

  • Wer kennt eine Frau, auf die damals diese Personenbeschreibung zutraf und die möglicherweise in Halberstadt wohnt, Bezüge in den Stadtteil Gartenstadt in Halberstadt und/oder nach Berlin besitzt. 

Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen, hat die Staatsanwaltschaft Berlin eine Belohnung in Höhe von 2.500 Euro ausgesetzt.

Hinweise, die auf Wunsch auch vertraulich behandelt werden können, nimmt die 2. Mordkommission des Landeskriminalamtes in der Keithstraße 30 in Tiergarten unter der Telefonnummer (030) 4664 - 911 201 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Mittwoch, 18. Juli 2012

KARLSRUHE: Vermisst Daniel Melc

Wer hat Daniel gesehen?


Daniel Melč wird seit August 1997 vermisst! 


Wer hat Daniel gesehen oder hilfreiche Information, dann wenden Sie sich bitte an uns?!


Daniel ist am 09.06.1972 geboren, 175 cm groß, hat blaue Augen und braune, als Zopf getragene Haare.


Zuletzt wurde Daniel in Süddeutschland (Karlsruhe) gesehen.


Vermisster Daniel Melc


Homepage: Daniel Vermisst

Donnerstag, 12. Juli 2012

HAMBURG: Tötungsdelikt z.N. von Igor Pikulik (Frenkel)

Knochenfund in den Boberger Dünen


Am 29. November 2005 fanden Polizeibeamte im Zuge einer Suchaktion in einem anderen Fall in den Boberger Dünen Leichenteile. Die Mordkommission im Landeskriminalamt führte seitdem die Ermittlungen.



Wer tötete Igor Pikulik?
Foto: Polizei 


Beamte der Zentraldirektion waren im Rahmen einer Durchsuchungsaktion im Naturschutzgebiet Boberger Dünen eingesetzt. Dabei stießen die Einsatzkräfte auf eine Stelle, die nicht mit Laub bedeckt war. Nach leichtem Aufkratzen des Bodens kam zunächst eine Plastiktüte zum Vorschein, der beißender Verwesungsgeruch entströmte. Später wurde eine weitere Tüte gefunden. In beiden Tüten befanden sich Knochen mit Fleischanhaftungen.



Die Mordkommission zog einen Rechtsmediziner hinzu. Im Institut für Rechtsmedizin wurde festgestellt, dass es sich um zwei menschliche Oberschenkelknochen mit Gewebe-, Muskel und Hautresten im fortgeschrittenen Verwesungszustand handelte.


Die Hamburger Mordkommission führte ihre Ermittlungen in dem Naturschutzgebiet fort. Für weitere Suchmaßnahmen wurden die Landesbereitschaftspolizei, Leichenspürhunde, die Tauchergruppe und der Polizeihubschrauber "Libelle" eingesetzt.


Am 30. November 2005 fanden die Einsatzkräfte nahe der ersten Fundstelle Unterschenkelknochen. Die Knochen lagen in handelsüblichen anthrazitfarbenen und grünlichen Mülltüten mit Zugband.


Nach intensiven Untersuchungen im Institut für Rechtsmedizin, der Universität Göttingen sowie dem Hamburger LKA 35 gelang es, ein DNA-Muster festzustellen.


Nach weiteren Ermittlungen steht nun fest, dass die aufgefundenen Körperteile dem weißrussischen Staatsangehörigen
Igor Pikulik, geboren am 06.08.1975 in Weißrußland
zuzuordnen sind. Bisher ist bekannt, dass er am 28.06.1999 erstmalig nach Deutschland einreiste und sich hier unter den Alias-Personalien 
Igor Frenkel, geboren am 06.08.1977 in Brest registrieren ließ.

Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass sich Pikulik (Frenkel) zu Lebzeiten in Süddeutschland und in den Hamburger Stadtteilen Billstedt und Bergedorf aufgehalten hat. Die Kriminalbeamten halten es für möglich, dass er sich auch in anderen Bundesländern aufgehalten hat.


Die Ermittler der Hamburger Mordkommission brauchen Hinweise aus der Öffentlichkeit zu folgenden Fragen: 


  1. Wer kennt Igor Pikulik (Frenkel), mögliche Bekannte, Freunde, Verwandte von ihm?
  2. Wer kennt seine früheren Wohn- bzw. Aufenthaltsorte und das Umfeld des Opfers? 
  3. Wer kann Täterhinweise oder sonstige sachdienliche Hinweise geben? 
Pikulik (Frenkel) war 181 cm groß und schlank. Er hatte braune Augen und dunkle (schwarze) Haare. Am rechten Unterarm war ein Seepferd tätowiert.

Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat für Hinweise, die zur Auklärung der Tat führen, eine Belohnung in Höhe von 1.500 Euro ausgesetzt.



Hinweise nimmt die Verbindungsstelle im Hamburger Landeskriminalamt unter Tel. 040 4286-56789 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.

Sonntag, 22. April 2012

HANAU: Tötungsdelikt z.N. von Koumi A.

Leiche aus Main-Schleuse identifiziert: Zeugen gesucht 

Eine Anfang April dieses Jahres in der Kesselstädter Schleuse aufgefundene Leiche ist identifiziert. Die Kriminalpolizei bittet nun um weitere Hinweise aus der Bevölkerung.

Koumi A. mit Perücke.
Koumi A. mit Perücke.
Foto: POLIZEI


Bei der Leiche handelt sich um eine 37-jährige Frau, die offenbar in der Nacht zum 28. Februar unter bislang ungeklärten Umständen aus ihrer Wohnung in der Posener Straße verschwunden war. Wie die Polizei berichtet, haben die medizinischen Untersuchungen nach der Bergung ergeben, dass die Frau aller Wahrscheinlichkeit nach einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist. 

Da zur Tatzeit nur der dreijährige Sohn der Frau alleine in der Wohnung vorgefunden worden war, gingen Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei schon zu Beginn ihrer Ermittlungen von dieser Möglichkeit aus. Weitergehende Angaben zum derzeitigen Sachstand möchte die Staatsanwaltschaft Hanau nicht geben.
Kriminalpolizei Hanau sucht ZeugenDie Kriminalpolizei Hanau bittet um Mithilfe bei der Suche nach Antworten zu folgenden Fragen:

  • - Wer hat am Abend des 27. Februar in der Hanauer Weststadt, Bereich Posener Straße/Königsberger Straße, verdächtige Beobachtungen gemacht?
  • - Wer hat die etwa 1,65 Meter große und schlanke Frau mit dunkler Hautfarbe an diesem Abend oder später gesehen?
  •  Wer hat in der Nacht zum 28. Februar oder an den darauffolgenden Tagen am Mainufer oberhalb der Kesselstädter Schleuse verdächtige Beobachtungen gemacht?

Zeugen melden Sie bitte unter der Rufnummer 06181/100-123 .


Link

Freitag, 20. April 2012

MÜNCHEN: Mord an Stefan Pecher

POLIZEI BITTET UM MITHILFE



Stefan Pecher
Opfer Stefan Pecher
 Foto: Polizei
Sachverhalt/Fahndungsgrund

Stefan Pecher (22) wurde am Freitag, 10.05.96, gegen 06.00 Uhr, tot in seinem roten zweisitzigen Pkw Honda Civic, der in der Garageneinfahrt des Anwesens Blutenburgstraße 120 stand, aufgefunden.


Der ledige, selbstständige Kaufmann war durch mehrere Messerstiche, u. a. mit einem Schnitt durch die Kehle, getötet worden.
Der Pkw des P. war bereits am Vorabend, gegen 23.30 Uhr, an dieser Stelle aufgefallen. Soweit die Aktivitäten des Stefan P. rekonstruiert werden konnten, dürfte die Tat am Donnerstag abend, 09.05.96, in der Zeit zwischen 20.00 und 23.00 Uhr, ausgeführt worden sein. Die Ermittlungen haben ergeben, daß sich Pecher öfter in Neuhausen aufgehalten hatte. Zum einen hatte er mehrere Bekannte rund um den Rotkreuzplatz, zum anderen wurde sein auffälliger roter Zweisitzer Honda Civic immer wieder in dieser Gegend gesehen. 


Wie die Beamten der Mordkommission nun wissen, war P. in illegale Geschäfte verwickelt.
Er hat mit Ecstasy-Tabletten und Kokain gehandelt und Kokain auch konsumiert. An Waffen war er ebenfalls interessiert. So z. B. wurden in der Wohnung eines Bekannten von P. 



  • - eine Maschinenpistole, Marke Ceska Zbrojovka (tschech. Fabrikat), Modell 26, Kaliber 7,62,
  • - eine Pistole, Marke Beretta, Modell 70, Kal. 7,65,
  • - eine Handgranate -scharf-,
  • - zwei Handgranaten (Attrappen),
  • - eine Magazintasche mit Magazinen und Munition für beide Schußwaffen,
  • - zwei schwarze Overalls, zwei Sturmhauben, zwei schußsichere Panzerwesten und eine Schließzange 
sichergestellt, die nachweislich P. gehörten und von diesem auch angeboten wurden.
In der Woche, in der der Kaufmann getötet wurde, hatte er sich für eine Pistole mit Schalldämpfer interessiert. Noch am Donnerstag nachmittag, 09.05.96, hatte er einen Bekannten darauf angesprochen und dabei den Eindruck vermittelt, als wenn er selbst in Gefahr sei.

Die in der Mordsache Pecher eingesetzte Arbeitsgruppe stellt in diesem Zusammenhang folgende Fragen:



  • Wer hat am Donnerstag abend, 09.05.96, im Bereich des Tatortes Beobachtungen gemacht, die mit der Tat zusammenhängen könnten? 
  • Wer kann sagen, mit wem Pecher seine illegalen Geschäfte tätigte? 
  • Wer kann sagen, mit wem sich Pecher am Tatabend, 09.05.96, in München-Neuhausen traf? 

Belohnung für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat oder zur Festnahme des Täters führen, ist nun eine Belohnung von insgesamt 2550 Euro ausgesetzt, die unter Ausschluß des Rechtsweges zur Auszahlung gelangt.

Für eilige Informationen wählen Sie bitte Notruf 110 oder wenden sich direkt an die sachbearbeitende Dienststelle das K 11 in München oder jede andere Polizeidienststelle.


Zuständige Dienststelle München - Kriminalfachdezernat 1
Ettstraße 2
80333 München

Telefon: 089/2910-0
Fax: 089/2910-4018

Donnerstag, 12. April 2012

CUXHAVEN: Vermisst Nancy Köhn

Neuer Zeuge meldet sich 


Ihre Leiche wurde nie gefunden. Das ist aber auch bislang das einzige Indiz dafür, dass Nancy Köhn noch lebt. Sie war 26 Jahre alt, als sie im März 2009 verschwand, seither gilt sie als vermisst. Nun haben die Ermittler Hoffnung, den Fall aufzuklären.

Vermisstenfall: Wo ist Nancy Köhn?
Vermisste Nancy Köhn
Foto:Polizei

Nancy Köhn wächst in Toddin auf, einem 500-Seelen-Dorf in Mecklenburg-Vorpommern bei Hagenow, 30 Kilometer von Schwerin entfernt. Mit ihrem fünf Jahre älteren Freund aus Hagenow zieht sie 2004 nach Hamburg, beide finden dort Arbeit. Nancy als Packerin bei einem Versandhandel für Outdoorbekleidung, ihr Freund bei einer Firma, die Fisch verarbeitet und verpackt. Sie kaufen sich ein Haus am Ortsrand von Hechthausen-Bornberg im Kreis Cuxhaven, etwa 100 Kilometer von Hamburg entfernt. Beide pendeln zu ihren Arbeitsstellen.

2008 verliert Nancy Köhn ihren Job, heuert bei einer Zeitarbeitsfirma an, arbeitet mal hier, mal da. Die Sorge um die monatlichen Ratenzahlungen für das Haus und ihr Frust über die ständig wechselnden Jobs belasten die Beziehung.

Im März 2009 ruft Nancy Köhn zu Hause bei ihren Eltern in Toddin an. Der Mutter sagt sie, sie werde zum Osterfeuer nach Hause kommen. Doch Nancy kommt nicht. Ihre Familie ist enttäuscht - und zunächst beleidigt. Als sich Nancy jedoch wochenlang nicht meldet und auch die Anrufe und Kurzmitteilungen, die ihre Familie auf dem ausgeschalteten Handy hinterlässt, nicht beantwortet, fährt ihr Bruder Danny zu ihr nach Hause.

Dort trifft er Nancys Lebensgefährten. Nach einem Streit habe sich das Paar getrennt, erzählt der Mann. Er wisse nicht, wo sich Nancy aufhalte, könne sich ihr Verschwinden nicht erklären.

Nancy Köhn soll das gemeinsame Haus verlassen haben - warum aber hat sie nichts eingepackt? Ermittlern zufolge hat sie weder persönliche Dinge noch Kleidung mitgenommen. Selbst ihren Hund hat sie zurückgelassen.

Mit ihrem Auto wurden eventuell Beweismittel vernichtet!

Ende Juli meldet Danny Köhn seine Schwester als vermisst. Die Polizeiinspektion Cuxhaven/Wesermarsch richtet die Ermittlungsgruppe "Nancy" ein. Die Ermittler erfahren, dass das Auto der Frau am 30. April 2009 im Hamburger Stadtteil Allermöhe im Bezirk Bergedorf gefunden wurde. Der blaue Ford Mondeo mit dem Kennzeichen CUX-LW 562 parkte an der S-Bahn-Station Mittlerer Landweg.

Die Plakette zur technischen Hauptuntersuchung war abgelaufen. Mehrfach schrieb die Straßenverkehrsbehörde die Halterin an, die Post kam als unzustellbar zurück, weil ihr Freund angab, nicht zu wissen, wo sich Nancy Köhn aufhalte. Der nicht versicherte Wagen kam schließlich in die Schrottpresse. Da Nancy Köhn zu diesem Zeitpunkt noch nicht als vermisst gemeldet war, wurde das Auto nicht untersucht. Vielleicht wurden durch die Verschrottung wichtige Beweismittel vernichtet.

Ihr Lebensgefährte arbeitete zu diesem Zeitpunkt in der Nähe: in einer Fischfabrik im Gewerbegebiet Allermöhe, wenige hundert Meter vom Parkplatz entfernt.

Die Ermittler rekonstruieren: Nancy Köhn ist zwischen dem 12. und dem 18. März 2009 verschwunden. Die Ermittler vermuten: Ihr Lebensgefährte ist einer der Letzten, die die 26-Jährige lebend gesehen hat. Auch der Polizei sagt der Mann, die Beziehung sei zerbrochen, man habe sich im März getrennt. Eine Vermisstenanzeige habe er nicht aufgegeben, da er davon ausgegangen sei, dass sie sich bei ihren Eltern einquartiert habe.

Nancy Köhns Lebensgefährte verstrickt sich bei den Vernehmungen in Widersprüche, er gilt als Hauptverdächtiger. Das 2000 Quadratmeter große Grundstück des Paares wird aufwendig untersucht. Mit Spezialgeräten werden etwa tausend Löcher in den Boden gebohrt, um Hunden das Finden möglicher Spuren zu erleichtern. Auch ein Teich auf dem Grundstück wird drei Meter tief ausgehoben. Die Suche bleibt ohne Erfolg.

Im März 2010 stellt die Staatsanwaltschaft Stade die Ermittlungen ein. "Wir hatten einen Tatverdacht aufgrund verschiedener Indizien, aber diese haben nicht ausgereicht, um Anklage gegen ihn zu erheben", sagt Sprecher Kai Thomas Breas. "Wir können zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht ausschließen, dass Nancy Köhn noch lebt."

Eine Zeugenaussage lässt die Ermittler nun hoffen.

Aber Lebende hinterlassen Spuren, sagen Ermittler. Nancy Köhn hat seit drei Jahren keine Spuren hinterlassen: Es gibt keine Telefonate, keine Behördengänge, keine Arztbesuche, keine Kontobewegungen, die belegen, dass Nancy Köhn am Leben ist. Eine ihrer Leidenschaften war es, im Internet zu chatten. Doch auch dort gibt es seit ihrem Verschwinden keine Einträge mehr von ihr.

Nancy Köhn ist ein auffälliger Typ: Sie ist etwa 1,55 Meter groß und wiegt 100 Kilogramm, ihre schulterlangen, dunkelblonden Haare trägt sie meist mit Mittelscheitel, auch wenn sie sie zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden hat.

Der Fall gilt auch unter erfahrenen Ermittlern als rätselhaft. Am Mittwoch wandten sich Fahnder der Ermittlungsgruppe "Nancy" erneut in der ZDF-Fernsehsendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" an die Öffentlichkeit: Ein Außendienstmitarbeiter einer Vertriebsfirma sagt, er habe am 9. April 2009 auf einem kleinen, nicht einsehbaren Waldparkplatz an der Landstraße 121 bei Aukrug, einer Gemeinde im Kreis Rendsburg-Eckernförde, Nancy Köhns blaues Auto gesehen - und einen Mann.

Der Augenzeuge habe vermutet, der Mann wolle illegal Abfall entsorgen, sagt der leitende Ermittler in dem Vermisstenfall, Robert Kalka. In dem Wagen will der Zeuge große blaue Säcke gesehen und zudem beobachtet haben, wie ein etwa 30 Jahre alter Mann aus dem Waldstück kam. "Dieser bemerkte offenbar, dass ihn jemand gesehen hatte und fuhr davon", so Kalka.

Der Kriminalhauptkommissar und sein Team halten die Aussage für "sehr glaubwürdig". Der Mann erinnere sich aufgrund eines Zeitungsartikels an den Fall und sei beruflich viel unterwegs. "Er hatte einen blauen Ford Mondeo mit CUX-Kennzeichen bemerkt", sagt Kalka.

Bereitschaftspolizisten durchsuchten vor wenigen Wochen das etwa 20 Hektar große Wald- und Moorgebiet - doch wieder keine Spur von Nancy Köhn.


Die Ermittler halten es für wahrscheinlich, dass der Mann, den der Zeuge in dem Waldstück gesehen hat, seine Pläne geändert und wichtige Beweise im Fall Nancy Köhn an einem anderen Ort versteckt hat, vielleicht gar in der Nähe. Die Ermittler suchen nun weitere Zeugen: Wem ist in dieser Umgebung oder auch auf dem Weg Richtung Hamburg im Zeitraum April 2009 der Wagen aufgefallen? Und wo? "Vielleicht hat nur drei Kilometer weiter jemand eine ähnliche Beobachtung gemacht", sagt Anke Rieken, Sprecherin der Polizei in Cuxhaven.

Der Kriminalfall war im Februar 2010 schon einmal Thema der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst". Damals meldeten sich Zeugen, die Nancy Köhn im benachbarten Ausland gesehen haben wollen, wie Rieken sagt. Hinweise auf Frauen, die der Gesuchten ähnelten, hätten sich jedoch jedes Mal als Verwechslung erwiesen.

Das Haus in Hechthausen-Bornberg, in dem Nancy Köhn und ihr damaliger Freund wohnten, wurde inzwischen zwangsversteigert. Nancys Freund ist zurück in die gemeinsame Heimat gezogen.

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Sonntag, 8. April 2012

TARP: Vermisst Peter Lehnhoff

Wer hat den Vermissten gesehen?

Bildergebnis für peter lehnhoff vermisst
Peter Lehnhoff
Am 16. August 1996 verschwindet der 29jährige Peter Lehnhoff spurlos. Der junge Bundeswehrsoldat führt augenscheinlich ein sehr glückliches Leben. Daher können sich weder seine Familie, noch seine Freunde erklären, warum Peter, ohne ein Wort zu sagen, verschwunden ist. Das letzte Lebenszeichen des 29jährigen erhält seine Schwester Nicole am Donnerstag, den 15. August 1996. Ihr spricht der Bundeswehrsoldat eine Nachricht auf den Anrufbeantworter, dass er dringend mit ihr sprechen müsse, es sei sehr wichtig. Nur einen Tag später ist Peter verschwunden.

Die letzte Spur, die zu ihm führt, ist sein Auto, das drei Tage nach seinem Verschwinden an einem Flughafen in Belgien gefunden wird. Bis heute wartet seine Schwester Nicole vergeblich auf ein Lebenszeichen ihres geliebten Bruders.


Fakten


Gesucht wird:
Peter Lehnhoff

Tag des Verschwindens: 16.08.1996

Ort des Verschwindens: Tarp bei Flensburg

Letzte Spuren: Es gibt die Vermutung, dass er sich 2007 noch einmal in Walberberg aufgehalten haben könnte.

Personenbeschreibung:
45 Jahre, 184cm groß, schlank, braune Haare, grün-graue Augen


Hotline: 0800 2070 000


E-Mail: bittemeldedich@sat1.de



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Donnerstag, 22. März 2012

Zwei Mordfälle bleiben weiter ungeklärt

Polizei bittet um Mithilfe


Der mysteriöseste Kriminalfall des Jahres bleibt weiterhin ungeklärt. Die 47-jährige kaufmännische Angestellte Claudia D. starb am 4. Januar in einem Hotelzimmer. Die Fahnder des Morddezernats KK 11 fischen immer noch im Trüben: Es gibt kein Motiv, keinen Verdächtigen, nicht eine Spur.
Zwei Mordfälle bleiben weiter ungeklärt 



War es Mord - oder war es ein Unfall, ein unglücklicher Sturz, der tödlich endete? Wochenlang konnten die Ermittler des Morddezernates keine eindeutige Antwort auf diese Frage finden.

Einige halten durchaus einen Unfall für möglich. Es ist das Gutachten der Rechtsmediziner, auf das sich der zuständige Staatsanwalt Christoph Kumpa schließlich beruft. „Das besondere Verletzungsmuster lässt sich nicht durch einen Unfall erklären. Die Mediziner sind sich sicher, dass die tödliche Verletzung an ihrem Hals nur durch äußere Gewalt durch einen Dritten zu erklären ist.” Also doch Mord? Der in diesem Jahr mysteriöseste Kriminalfall bleibt ungeklärt.

Tod im Hotelzimmer

Die 47-jährige kaufmännische Angestellte Claudia D. starb am 4. Januar in ihrem Hotelzimmer an der Birkenstraße. Dort fand tags darauf der 84-jährige Vater die Leiche seiner Tochter. Er war zum Hotel geeilt, weil er sich Sorgen gemacht hatte. Seine Tochter war nicht zu einer Verabredung erschienen.

Gemeinsam hatten sie zuvor den Jahreswechsel gefeiert. Aus diesem Anlass war die gebürtige Düsseldorferin gekommen. Seit 20 Jahren lebte sie bei ihrem Lebenspartner in München. Wenn sie ihre Familie in Düsseldorf besuchen wollte, hatte sie stets im gleichen Hotel an der Birkenstraße reserviert. Von dort aus war es nur noch einen Katzensprung zu den Eltern.

Auch jetzt, elf Monate nach der Tat, stochern die Fahnder des Morddezernates KK 11 nach der Nadel im Heuhaufen - und finden absolut nichts. Es gibt kein Motiv, keinen Verdächtigen, nicht eine Spur. „Wir haben keinen einzigen Ermittlungsansatz”, räumt Staatsanwalt Kumpa ein. Alle Alibis aus dem Umfeld des Opfers wurden überprüft, die Hotelgäste ausfindig gemacht und befragt. Aber keiner hatte etwas Verdächtiges beobachtet. Selbst die Experten vom Landeskriminalamt fanden keine tatrelevanten DNA-Spuren. So ist zu befürchten, dass dieser ungelöste Fall eines Tages zu den Akten gelegt werden muss.

Auch beim aufwändigsten Kriminalfall der vergangenen Jahre gibt es keinen Durchbruch. Aber wenigstens sind hier noch eine Menge Spuren auszuwerten. Seit fast zwei Jahren sind die Fahnder dem Mörder von Galina A. (Foto oben) auf den Fersen. Sie jagen ein Phantom - ohne Gesicht, ohne Namen. Es gibt keinen konkret Verdächtigen - nur viele Fragezeichen. Die 54-jährige deutsch-russische Geschäftsfrau wurde am 26. Januar 2008 vor ihrer Garage des Reihenhauses am Nöggerathweg in Wersten mit mehreren Messerstichen getötet. Zu diesem Zeitpunkt hatten Zeugen einen silberfarbenen amerikanischen Jeep in der Nähe beobachtet. War es der Wagen des Mörders?

Große DNA-Untersuchungen

Die Polizei entschied sich zu einer der größten DNA-Untersuchungen. Bundesweit wurden fast tausend Halter dieses Fahrzeugtyps angeschrieben und um die Abgabe einer Speichelprobe gebeten. Sämtliche Tests verliefen negativ. Aber: Einige Dutzend Autofahrer machten beim DNA-Test nicht mit - und zählen damit zum Kreis der potenziell Verdächtigen. „Wir müssen herausfinden, ob bei einem von ihnen eine Verbindung nach Düsseldorf besteht und so den Kreis weiter einengen. Und das dauert”, berichtet Staatsanwalt Kumpa.

Es ist nicht die einzige Spur, die er verfolgt. Die Ermordete hatte für Kunden Zollangelegenheiten im In- und Export-Geschäft abgewickelt. Kurz vor ihrem Tod wurden vom Firmenkonto des Opfers größere Geldbeträge in fünf- und sechsstelliger Höhe ins Ausland überwiesen. „Es gab Zahlungen, die wir uns nicht erklären können”, gibt Christoph Kumpa zu bedenken. Möglicherweise „könnte es sich um Schmiergelder handeln”, vermutet der Staatsanwalt. Um die „auffälligen Transaktionen” ins Ausland zu erklären, hat die Justizbehörde drei Rechtshilfersuchen an drei Staaten gestellt.

Ein Ergebnis gibt es bisher noch nicht.

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Montag, 12. März 2012

Tötungsdelikt z. N. von Christine Lochner 1963

Mord an Christine Lochner

Die Leiche der siebenjährigen Christine Lochner wurde 1963 im ehemaligen Panzerbaugelände in Borbeck gefunden. Der Täter hatte das Mädchen missbraucht und brutal erdrosselt. Ein ganzer Stadtteil trauerte mit der Familie.

Foto: Polizei 

Die Fahnungsakte im Polizeipräsidium zeigt Christine Lochner am Einschulungstag, doch trotz zahlreicher Hinweise ist ihr Mörder bis heute nicht gefasst.

Die Männer haben ihre Hüte abgenommen, Frauen wischen sich die Tränen an Schürzen ab und Kinder klammern sich an die Beine ihrer Eltern. Am 4. Juli 1963 trauern die Menschen an der Grasstraße in Borbeck. Mit gesenkten Köpfen stehen Jung und Alt stumm vor ihren Häusern, als am Vormittag die Polizeiautos den schlammigen Weg über das Gelände des ehemaligen Panzerbaus fahren. Sie haben es längst gehört. Die siebenjährige Nachbarstochter Christine Lochner wurde missbraucht und ermordet, nur etwa 150 Meter entfernt.

"Der Mörder hatte das Kind mit Fetzen des Unterrocks brutal erdrosselt", sagt Wolfgang Dinsing, Erster Kriminalhauptkommissar und Leiter des KK11. Christine war am Mittwoch, 3. Juli 1963, nach der Schule nicht zurückgekehrt und auf dem Panzerbaugelände verschwunden. "In den letzten Kriegsjahren war hier ein Panzerwerk entstanden. Zwar hat kein Panzer die Fertigungsanlagen verlassen, doch Fliegerbomben legten die Fabrikhallen in Schutt und Asche", sagt Dinsing.
Nicht ohne Eltern auf dem Weg zur Schule

Doch nach dem Krieg habe niemand gewusst, ob nicht gefährliche Munition im Gelände oder in den Bunkern liege. "Die Eltern warnten ihre Kinder davor, dort zu spielen, und von der Kleingartenanlage auf der anderen Seite des Weidkamps beobachtete mancher Gärtner verdächtige Gestalten in den grasüberwachsenen Trümmern", so Dinsing. Daher hätten sich Mädchen aus Borbeck, die weit abgelegene Schulen besuchen mussten, nicht ohne Eltern auf den Schulweg gemacht.

Auch Ruth Lochner ließ ihre Christine, die Ostern 1963 eingeschult wurde, nicht alleine zur Schule gehen. Jeden Tag brachte die vierfache Mutter ihre Tochter gemeinsam mit der gleichaltrigen Freundin Angelika K. von ihren Haus "Im Hesselbruch 19" zur Schäferdieckschule in Gerschede: Fußweg über eine halbe Stunde. Vom Hesselbruch aus, so wollen es die Vorschriften, sollen die Kinder über die Bottroper Straße und den Weidkamp gehen. "Es war aber Brauch, den breiten Weg mitten durch das Gelände des ehemaligen Panzerbaus zu wählen", so Dinsing. Dabei sparten Mutter und Tochter über einen Kilometer.
Noch ein paar Blumen pflücken - auf dem Panzerbaugelände


Das ehemalige Kruppsche Panzerbau-Gelände, auf dem das Mädchen getötet worden ist, heute. Der Schulweg von damals zwischen Hesselbruch und Grasstraße ist zugewachsen (Fotos: WAZ, Frank Vinken) Das ehemalige Kruppsche Panzerbau-Gelände, auf dem das Mädchen getötet worden ist, heute. Der Schulweg von damals zwischen Hesselbruch und Grasstraße ist zugewachsen.

Wenn die Schulglocke an der Schäferdieckschule zum Schluss läutete, standen die Mütter fast jeden Tag am Tor und warteten die Kinder. "Der Tattag, 3. Juli 1963, war einer der wenigen Ausnahmetage", so Dinsing. Beide Mütter waren verhindert, Christine und Angelika machten sich allein auf den Heimweg. Sie gingen, wie Angelika später aussagte, das alte Stück der Donnerstraße entlang, unter der Unterführung her zur Pausmühlenstraße, durch die Straßenbahnersiedlung und über einen abkürzenden Verbindungsweg zum Weidkamp. Hier etwa, nahe Eisenbahnüberführung, trennten sie sich. "Angelika wollte nach Hause, sie ging weiter den Weidkamp entlang", so Dinsing.

Christine Lochner wollte, wie sie der Freundin sagte, noch ein paar Blumen pflücken, für die Mutter oder die Lehrerin. "Sie wählte deshalb den Weg durch das Panzerbaugelände. Als die Kinder sich trennten, muss es 13 Uhr gewesen sein", sagt Dinsing.

Die Familie wartete bis 15 Uhr. Dann halfen Nachbarn und viele Kinder bei der Suche nach der Siebenjährigen. Gegen 22 Uhr wurde die Polizeiwache in Bergeborbeck informiert. Viele Streifenwagen sowie Beamte mit Suchhunden durchkämmten das Gebiet. Doch um drei Uhr nachts wurde die Suche wegen Gewitterregen abgebrochen.

Den Tornister noch auf dem Rücken

Nur vier Stunden später, um 7 Uhr, begann die Suche erneut. "Als Christines Vaters, Wilhelm Lochner, eine Stunde später von Beamten zurückgehalten wurde, ein paar Schritte seitwärts vom Schlammweg ins Gebüsch zu sehen, wandte er sich wortlos ab und weinte", liest Dinsing aus den damaligen Polizeiakten vor.

Zuvor hatte ein Nachbar gemeinsam mit einem Polizisten die Leiche des Mädchens gefunden. Im Gras lag das Kind, mit dem Gesicht zur Erde; der Schulranzen war noch auf ihrem Rücken befestigt; neben der Siebenjährigen lagen ein paar Blumen. "Blumen steckten auch in der Armbeuge und hinter dem Ohr, der Täter hat sie dorthin gesteckt, wahrscheinlich die, die das Mädchen gepflückt hatte", so Wolfgang Dinsing.

Freitag, 9. März 2012

DRELSDORF: Vermisst Seike Sörensen

Suche nach Seike- Keine Leiche gefunden

Fast 19 Jahre nach dem mysteriösen Verschwinden der elfjährigen Seike Sörensen aus Nordfriesland ist die Polizei einer neuen Spur in diesem Fall nachgegangen. In einem Waldstück bei Langenhorn im Kreis Nordfriesland hatten Beamte Anfang des Monats zunächst mit Spürhunden gesucht, vor zwei Tagen dann auch an einer Stelle des Waldbodens nach den sterblichen Überresten des Mädchens gegraben.




"Gefunden wurde nichts", erklärte Matthias Glamann von der Polizeidirektion Flensburg gestern. Der sh:z hatte am Freitag vom Fund einer Kinderleiche berichtet. Grundlage dafür waren die Angaben einer langjährig zuverlässigen Quelle, die ihre Aussage mit glaubhaften Details untermauert hat. 


Suche nach Seike Sörensen

Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt von der Flensburger Staatsanwaltschaft dementierte den Leichenfund: "Es gab Hinweise, die uns dazu bewegt haben, an dieser Stelle gründlich zu suchen. Es wurde aber keine Kinderleiche gefunden." Nach Angaben der Polizeidirektion Flensburg wurden auch keine Kinderschuhe entdeckt. Stahlmann-Liebelt: "Auch die Aussage, eine Gerichtsverhandlung sei der Grund für die Suche, ist nicht richtig." Woher der Hinweis auf eine möglicherweise verscharrte Kinderleiche bei Langenhorn gekommen ist, teilt die Staatsanwältin aus ermittlungstaktischen Gründen nicht mit.

Bestätigt wurde, dass es sich um eine Suche nach der vermissten Seike Sörensen handelt. "Ein derartiger Fall wird nie zu den Akten gelegt", so der Leiter der Mordkommission der Bezirkskriminal inspektion Flensburg, Ulf Petersen. "Jedem Hinweis, jeder Spur wird, wie auch in einem aktuellen Fall, nachgegangen." So hätten im vergangenen Jahr derartige Kriminalfälle auch in Schleswig-Holstein durch diese akribische Arbeit und durch angewandte erweiterte Untersuchungsmethoden geklärt und Täter überführt werden können.

Auf dem Weg nach Hause verschwunden

Seike Sörensen verschwand am 5. August 1993, sechs Tage nach ihrem elften Geburtstag. Die Schülerin wohnte in Drelsdorf, 14 Kilometer von Langenhorn entfernt, wo jetzt gesucht wurde. Am 5. August wollte sie von ihren Großeltern nach Hause zum Bauernhof ihrer Eltern radeln. Dort kam sie aber nie an. Als sie nach einer Dreiviertelstunde noch nicht zu Hause war, wurden Seikes Eltern unruhig. Sie gingen den kurzen Weg zum Haus der Großeltern im Dorf ab - und fanden nur das Fahrrad ihrer Tochter, sorgsam am Wegesrand abgelegt. War sie zu einem Bekannten ins Auto gestiegen? Die Eltern riefen die Polizei, eine große Suchaktion begann in und um Drelsdorf, in Teichen, Gräben und sogar im Güllespeicher der Eltern - von Seike aber keine Spur. Einige Anwohner hatten am Tag ihres Verschwindens einen anthrazitfarbenen Mercedes gesehen, aber auch diese Spur führte ins Nichts.

Eine Hoffnung war die Festnahme von Ronny Rieken, der Ulrike Everts (13) und Christina Nytsch (11) aus Niedersachsen ermordet hatte. Doch auch diese Spur zerschlug sich. Bis zum heutigen Tage ist das Verschwinden von Seike Sörensen nicht geklärt.

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