Montag, 30. Oktober 2017

GIFHORN: Tötungsdlikt z.N. einer unbekannten Toten (1994)

Polizei bittet um Mithilfe in einem 25 Jahre alten Mordfall


Den einzigen in den letzten 25 Jahren nicht aufklärten Mordfall im Landkreis Gifhorn rollt die Polizei erneut auf, um die brutale Tat nach dieser langen Zeit aufzuklären. Auch ich habe schon hier über den Fall berichtet und ich möchte nochmals auf den Fall aufmerksam machen. Wenn es der Polizei gelingt die Tote zu identifizieren, dann käme man zur Aufklärung des Falls, einen entscheidenden Schritt weiter.
Neben der Untersuchung von Tatortspuren nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie der nochmaligen kriminalistischen Aufarbeitung des Falles, setzen die Ermittler insbesondere auch auf die Mithilfe der Bevölkerung bei der Identifizierung des Opfers.



Bild der Toten
Bild der Toten
Foto: Polizei
Zeichnung der Toten
Zeichnung der Toten
Foto: Polizei

Am 26.12.1994 (2. Weihnachtstag) wurde in einem Wasserloch an der Kreisstraße 59 zwischen den Ortschaften Eickhorst und Thune an einem asphaltierten Feldweg die Leiche einer bis heute nicht identifizierten, ca. 25 - 30 Jahren alten Frau gefunden. Die Frau war auf einem Feldweg etwa 50 m vom Fundort entfernt mit einem scharfkantigen Gegenstand, möglicherweise einem Beil, niedergeschlagen worden. Dabei wurde der Gesichtsschädel total zertrümmert. Anschließend wurde das bewußtlose Opfer zu dem Wasserloch geschleift und dort abgelegt. Dort verstarb die junge Frau. Der auffällige, kamelhaarfarbene Mantel der Toten wurde nur wenige Meter entfernt in einem Entwässerungsgraben aufgefunden.



Lageskizze
Foto: Polizei



Die Mordkommission der Polizeiinspektion Gifhorn ermittelte mehrere Monate lang intensiv, um das Opfer zu identifizieren und die Tat aufzuklären. In den vergangenen Jahren wurden die Ermittlungen im Zusammenhang mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und gleichgelagerten Taten immer wieder aufgenommen, ohne dass es allerdings zu einem greifbaren Erfolg kam.

Nunmehr soll durch eine breit angelegte Öffentlichkeitsfahndung unter Einbeziehung der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY... ungelöst" erneut versucht werden, die grausame Tat aufzuklären.

Kriminalistischer Schlüssel zur Tatklärung ist die Identifizierung des Opfers. Bereits unmittelbar nach Bekanntwerden der Tat waren Anthropologen, Mediziner und Dentisten hinzugezogen worden, um auf Grund der körperlichen Merkmale, des Zahnstatusses usw. Rückschlüsse auf die Identität der Toten zu ziehen .
Bilder von der entstellten Leiche wurden retuschiert und ohne Erfolg bundesweit veröffentlicht. Ein in mehreren Sprachen erstelltes Fahndungsplakat, das u. a. in Botschaften, Ausländerämtern usw. monatelang ausgehängt wurde, führte ebenfalls nicht zu entscheidenden Hinweisen.
Im Jahr 2012 fertigte eine Spezialistin des Landeskriminalamtes eine Weichteilrekonstruktion des Schädels an.


Unbekannte Tote
Bild der unbekannten Toten.
Wer kennt die Frau?

Foto: Polizei


Die Frau war 1994 ca. 25 - 30 Jahre alt, 151 cm groß, sehr schlank, hatte dunkelbraunes, in schwarz übergehendes, schulterlanges Haar und einen kleinen Leberfleck an der rechten Wange.
Es könnte sich um eine Thailänderin, Philipina, Vietnamesin, aber auch um eine Türkin o.ä. handeln.

  • Wer kann Hinweise zur Identität der unbekannten Toten geben ?

Auch die Bekleidung des Opfers kann der Kriminalpolizei bei der Klärung der Identität der Getöteten weiterhelfen. Die junge Frau war mit einem auffälligen kamelhaarfarbenen Mantel, einem schwarzen Samtkleid sowie Strumpfhose, Unterwäsche und schwarzen Stiefeletten festlich gekleidet. 
Sowohl der Mantel als auch das Kleid waren abgetragen und notdürftig gekürzt. Der Mantel in Größe 46 wurde 1987/1988 in Boutiquen der ehemaligen DDR vertrieben. Er war dem Opfer viel zu groß, am unteren Saum abgeschnitten und wenig professionell umgenäht. Das Innenfutter war mit Sicherheitsnadeln hochgesteckt, die Ärmel umgeschlagen.
Der mit einem Rückenriegel versehene Mantel war dem Opfer noch immer viel zu groß, so dass sich der Riegel fast in Höhe der Waden befand. Auch das schwarze Samtkleid war eher laienhaft gekürzt.


Mantel der Toten
Mantel der Toten
Foto: Polizei

Mantel der Toten
Mantel der Toten, Vorderansicht
Foto: Polizei
Mantel der Toten
Mantel der Toten
Foto: Polizei

Sicherheitsnadel im Mantel
Sicherheitsnadel im Mantel
Foto: Polizei



Offensichtlich hat das Opfer die Bekleidung von jemandem geschenkt bekommen. Die Polizei sucht nun Zeugen, denen diese Bekleidungsgegenstände evtl. früher gehörten und die sie verschenkten o. Ä.; aber auch Personen, die Angaben zu einer jungen Frau machen können, die über diese Bekleidungsgegenstände verfügte.

Auf Grund bestimmter Ermittlungsergebnisse nimmt die Mordkommission an, dass die Tote aus der Region Braunschweig stammt und evtl. in den Tagen vor der Tat den Weihnachtsmarkt in Braunschweig besuchte. Vermutl. hatte sich das Opfer am Tattag für den Abend schick gemacht und war mit dem späteren Täter essen.
Auch hier könnten Zeugen die Frau evtl. gesehen haben.

Als Tatzeit kommen die Abende bzw. Nächte vom 22.auf den 23.12.1994 (Freitag/Samstag) und vom 23. auf den 24.12.1994 (Samstag/Sonntag) in Betracht.
  • Wer hat also am Abend des Fr., 22. oder Sa.,23.12.1994 die Frau auf einem Weihnachtsmarkt oder in einem Lokal gesehen?

Danach dürfte die unbekannte Tote mit dem Täter in einem Fahrzeug auf den Feldweg zwischen den Ortschaften Eickhorst und Vordorf gefahren sein. Hier kam es aus unbekannten Gründen zu dem Angriff auf das Opfer, das zu flüchten versuchte und dabei brutal niedergeschlagen und anschließend in das Wasserloch geworfen wurde.

  • Auch wenn es unwahrscheinlich erscheint, fragt die Polizei, ob es Zeugen gibt, die in den Nächten zum 23. bzw. 24.12.1994 im näheren und weiteren Tatortbereich Beobachtungen machten, die evtl. mit der Tat in Zusammenhang zu bringen sein könnten.

  • Es wurden damals weder eine Handtasche noch Schlüssel, noch Schmuck des Opfers gefunden, so dass der Täter diese Gegenstände mitgenommen und an anderer Stelle entsorgt haben könnte. Wer hat seinerzeit Gegenstände gefunden, die eventuell zum Opfer gehören könnten?

  • Der Täter dürfte sich bei der Tat mit Blut besudelt haben. Insbesondere an seiner Hose und seinen Schuhen müssten sich Blutanhaftungen befunden haben. Evtl. gibt es auch hierzu Zeugen, die sich erinnern.

Der Täter hat damals vermutlich über ein Mittelklassefahrzeug verfügt und griffbereit ein scharfkantiges Werkzeug, wie z. B. ein Beil, im Pkw mitgeführt haben.

Eine Spur führt auf den Weihnachtsmarkt Braunschweig. Die Mordkommission sucht Zeugen, die hier 1994 Fotos oder Filme aufnahmen, um diese auszuwerten.

Fahndungsplakat

Für Hinweise, die zur Überführung des oder der Täter(s) führen, hat die Polizeidirektion Braunschweig eine Belohnung in Höhe von 2 500,-- Euro ausgesetzt.

Hinweise, die ggf. vertraulich behandelt werden können, bitte an die Mordkommission der Polizeiinspektion Gifhorn unter Tel. 05371/9800.

Donnerstag, 26. Oktober 2017

ÖSTERREICH/KLAGENFURT: Tötungsdelikt z. N. von Reinhard Oberlerchner


Polizei bittet um Mithilfe

Es ist eines der mysteriösesten Verbrechen der letzten Jahre in Österreich: Ein Mann wird nachts vor seiner Haustür erschossen. Aber warum? Auf der Suche nach dem Motiv tappt die Polizei im Dunkeln. Auch in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" wurde nach dem Mörder von Reinhard Oberlerchner gefahndet.


Wer tötete Reinhard Oberlerchner und warum?

Reinhard Oberlerchner lebt allein in einer Zweizimmer-Wohnung in Klagenfurt. Er ist Elektriker und wartet Maschinen in Österreich, Deutschland und in der Schweiz. Diese Tätigkeit ist oft verbunden mit Übernachtungen. Nebenher fährt er auch noch Taxi.


Reinhard Oberlerchner verkehrt gerne im Rotlichtmilieu. Dort sucht er Gespräche und Unterhaltung. Doch dann verliebt er sich in eine rumänische Prostituierte. Weil er sich auch privat mit ihr trifft und ihr Geschenke macht, bekommt er Ärger mit Bordellbetreibern.

Unter anderem deshalb gerät er mit Männern aus der Szene in Streit, in dessen Verlauf er Sachbeschädigungen und eine Körperverletzung begeht. Er wird angezeigt. Oberlerchner verliert seinen Job als Taxifahrer.


Am 8. Mai 2015 wartet ein unbekannter Mann in der Nähe seines Parkplatzes an der Siebenhügelstraße 100 in Klagenfurt auf ihn. Als er etwa um 23.50 Uhr nach Hause kommt, wird er mit einer Pistole bedroht. Als Oberlerchner davonläuft, schießt der Täter einmal auf ihn, trifft aber nur das Auto auf dem Nachbarparkplatz.




Tatwaffe 1:Walther P 38, Kaliber 9 mm


Im Oktober wird Oberlerchner wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung zu fünf Monaten Haft verurteilt. Noch bevor er die Strafe antreten kann, wird er ermordet. Ein Unbekannter lauert ihm am 31. Oktober 2015 gegen 2 Uhr nachts an der Eingangstür zu seinem Haus auf.


Aus etwa zehn Metern Entfernung schießt der Täter vier Mal auf sein Opfer. Reinhard Oberlerchner ist sofort tot. Der Täter, den niemand zu Gesicht bekommt, hat vermutlich einen Hülsenauffangsack am Gewehr befestigt. Auf ein plausibles Motiv für die Tat ist die Polizei bisher nicht gestoßen.

Tatwaffen:
Bei der ersten Tat wurde mit einer Walther P 38, Kaliber 9 mm, auf Oberlerchner geschossen. Bei dem Mord verwendete der Täter ein Gewehr, sehr wahrscheinlich ein Steyr STG 77 oder die Jagdversion dieser Waffe. Das STG 77 ist unter anderem auch bei der österreichischen Armee im Einsatz. Tatmunition: .223 Remington



2. Tatwaffe, Steyr STG 77


Täterbeschreibung zur ersten Tat:


  • Rumäne, 
  • etwa 1,70 m groß, 
  • kräftig, 
  • kurze, vermutlich dunkle Haare, sportlich gekleidet, u.a. mit einer dunklen Trainingsjacke, wahrscheinlich Marke „Adidas“.

Fragen nach Zeugen:

  1. Wer kannte Reinhard Oberlerchner und kann Angaben zu einem möglichen Motiv machen?
  2. Wer weiß, was Reinhard Oberlerchner während seiner Auslandsaufenthalte in seiner Freizeit gemacht hat?
  3. Wer hat an den beiden Tattagen rund um Oberlerchners Wohnung in der Siebenhügelstraße 100 Beobachtungen gemacht, die mit der Tat in Verbindung stehen könnten?

Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung des Mordes führen, hat die Familie des Opfers eine Belohnung von 5.000 Euro ausgesetzt.

Zuständig: LKA Kärnten, Telefon 0043 (0)59 / 133 28 28 28