Mittwoch, 16. Juni 2010

RHEINAU: Tötungsdelikt z.N. von Karl-Heinz Welsche

Der Fall Welsche


Karl-Heinz Welsche aus Rheinau eilt 1981 zu einem vermeintlichen Notfall. In der Nacht seiner Entführung wird er erschossen. Foto: privat/polizei
Ein Arzt aus der Ortenau wird entführt und ermordet. In Rheinfelden verschwindet ein Rentner, seine Leiche wird Wochen später an ein Flusswehr geschwemmt. Eine junge Frau will von einer Lörracher Disco nach Hause, sie kommt nie an. Bis heute wissen nur die Täter, warum diese Menschen sterben mussten. Doch es wird weiter ermittelt, denn Mord verjährt nicht. Die BZ begibt sich in einer neuen Serie auf Spurensuche.


Es ist einer der verworrensten Fälle in der Region: der Mord an dem Arzt Karl-Heinz Welsche vor 27 Jahren. Es gab reichlich Anhaltspunkte, Ungereimtheiten, Aufsehen. Die Täter sind bis heute nicht gefunden. Doch noch immer gehen bei der Polizei Hinweise ein. "Aktuell wieder einer", sagt Hans-Jürgen Klinger. Um was es dabei geht, sagt der Leiter des Dezernats für Kapitaldelikte bei der Kripo Offenburg nicht. "Eine Spur, die damals schon abgearbeitet wurde", meint er nur, während er durch einen Ordner blättert. Die Ermittlungsakten im Fall Welsche füllen acht Regal-Meter. Unzählige Seiten altes Durchschlagpapier wurden eng mit Schreibmaschine beschrieben.


4. August 1981:

Spätabends klingelt in Rheinau bei Karl-Heinz Welsche das Telefon. Eine Frau sei auf einem Rheinschiff in der Nähe schwer erkrankt. Der Allgemeinmediziner fährt los. Der Notfall war vorgetäuscht. Am folgenden Morgen der nächste Anruf. Ein Unbekannter fordert 500 000 Mark Lösegeld. Welsches Ehefrau, die noch in der Nacht die Polizei eingeschaltet hatte, fährt mit dem Geld zu einem Treffpunkt. Sie soll weitere Anweisungen erhalten, doch die Entführer haben keine hinterlegt. Am 11. August – Karl-Heinz Welsches 43. Geburtstag – appelliert seine Frau im ZDF an die Entführer. "Am selben Abend bekommt sie einen Anruf von den Tätern: Ihr Mann sei tot", erzählt Klinger.


Zwei Tage später wird seine Leiche gefunden. Im Kofferraum seines Wagens, der mit gestohlenem Kennzeichen beim Frankfurter Bahnhof abgestellt war. Die Untersuchungen ergaben, dass Welsche bereits in der Entführungsnacht erschossen worden war. "Es haben sich dann eine Reihe Spuren aufgetan", sagt Klinger.


Ein zufälliges Opfer?

Da war zum Beispiel eine Patronenhülse, die aus einer spanischen Pistole abgefeuert worden sein musste. Da war ein Mercedes, der in der Entführungsnacht aufgefallen war. "Letztendlich kam nichts dabei raus – wie eigentlich überall", sagt Klinger. Nicht bei der Suche nach ähnlichen Fällen in Deutschland, nicht bei der Stimme des Anrufers. Aufnahmen wurden im Radio und in der Fernsehsendung "Aktenzeichen XY" ausgestrahlt. Die Hinweise, die daraufhin eingingen, halfen nicht weiter; ebenso wenig die Analysen von diversen Sprachexperten, die die Herkunft des Anrufers eingrenzen sollten: Alemannisch hörten einige heraus, vielleicht auch Französisch oder Niederländisch. Und dann war da noch Welsches Vorgeschichte: Der Arzt und seine Frau stammten aus der DDR. Sie waren Anfang der 70er Jahre wegen Kontakts zu Fluchthelfern verhaftet und verurteilt worden, kamen durch eine Amnestie vorzeitig frei und in den Westen. Das Bundeskriminalamt untersuchte diesen Ansatzpunkt, schloss aber politische Gründe für den Mord aus, sagt Klinger: "Das war das Ende dieser Spur." Der Offenburger Kripo hat sie keine Ruhe gelassen. Mitte der 90er habe man Stasi-Unterlagen eingesehen und nach dem Namen Welsche gesucht. "Da war nix." Nicht die geringsten Anhaltspunkte gab es für Mord aus Eifersucht, aus Rache oder um einen Zeugen zu beseitigen. Bleibt erpresserischer Menschenraub mit tödlichem Ausgang – und die Sache mit dem anderen Anruf.


In Rheinau waren drei Ärzte im Telefonbuch eingetragen. An erster Stelle stand Gisela Lasetzky. Auch sie wurde telefonisch um Hilfe gebeten, doch die 67-Jährige lehnte nächtliche Einsätze grundsätzlich ab. Wollten die Täter mit dem Anruf eine falsche Fährte legen? Oder war Welsche, dessen Nummer an zweiter Stelle stand, ein Zufallsopfer? Die Entführer glaubten vielleicht einfach, bei Ärzten sei etwas zu holen. Zu dieser These passt, dass Gisela Lasetzky bedroht wurde. Einmal rief zweifelsfrei der Entführer an. Ein andermal wurde ihr in einem Brief die Schuld an Welsches Tod gegeben, was sie mit 500 000 Mark "büßen" müsse. Auch hier führen die Spuren zu nichts.


Nach all den Jahren wird es nicht wahrscheinlicher, dass der Mordfall Welsche aufgeklärt wird. Doch er lässt nicht nur den Ermittlern keine Ruhe. Hans-Jürgen Klinger hat diesen neuen Hinweis zur alten Spur. "Die roll’ ich jetzt nochmal auf."

ORTENAU: Tötungsdelikt z.N. von Carmen Fuchs

Der Fall Carmen Fuchs: Neue Spur zum Mörder?

Eine junge Frau will nach Hause trampen. Sie kommt nie an. Ein Fußgänger findet später ihre Leiche. In vielen alten "Ungeklärten Morden"kommt es zu keiner Aufklärung, viele werden neu aufgerollt und neu ermittelt – wie aktuell bei Carmen Fuchs.
Mordopfer Carmen Fuchs

Es ist Freitagabend, als sich Carmen Fuchs auf den Heimweg nach Kappelrodeck in der Ortenau macht. Sie kommt von einer Diskussionsveranstaltung in Bühl und wird in einem Auto bis Achern mitgenommen. Von dort aus will sie anscheinend auch die letzten paar Kilometer nach Hause trampen. Am Sonntagmorgen entdeckt ein Spaziergänger ihre Leiche bei Achern. Carmen Fuchs, 16 Jahre alt, liegt im Fautenbach. Sie ist ertrunken. Es ist der 27. April 1975. Seither sucht die Polizei ihren Mörder.

Dass die Ermittler nicht aufgeben, zeigt ihr jüngster Schritt: Nach Informationen der BZ haben sie vor wenigen Tagen den elsässischen Mädchenmörder Pierre Bodein vernommen. Ist er auch für den Tod der 16-Jährigen verantwortlich? Die Behörden vermuten einen Zusammenhang: Die Tatumstände sollen den drei Morden ähneln, für die Bodein vor etwa einem Jahr zu 30 Jahren Haft verurteilt wurde: Sowohl zwei Mädchen im Alter von 11 und 14 Jahren als auch eine 38-Jährige waren 2004 tot an Bachläufen bei Straßburg gefunden worden. Was bei der Befragung herausgekommen ist, darüber halten sich die Behörden bislang bedeckt. "Pierrot le Fou", der Verrückte, wie er im Elsass genannt wird, hat vor Gericht zwar seine Unschuld beteuert, die Jury angesichts der Beweise aber nicht überzeugt. Am 8. September beginnt sein Berufungsverfahren. Bodein hat 35 Jahre seines Lebens in Gefängnissen und geschlossenen Psychiatrien verbracht. 1975 war er 28 Jahre alt.

Damals wendet sich die Kripo nach knapp zwei Wochen an die Öffentlichkeit. Sie hofft Zeugen zu finden – jemanden, der Carmen Fuchs in der Mordnacht gesehen hat; jemanden, dem eine blutverschmierte Person aufgefallen ist oder ein Auto "mit starken Blutantragungen".

Heute ruht die Hoffnung der Polizei, den Mord zu klären, nicht nur auf Bodeins Vernehmung. Denn inzwischen sind die kriminaltechnischen Möglichkeiten weit fortgeschritten. Das Landeskriminalamt untersucht derzeit Kleidung und Zigarettenkippen vom Tatort auf DNA-Spuren. Sie könnten nach 33 Jahren zum Mörder von Carmen Fuchs führen.

DÜSSELDORF: Tötungsdelit z.N. von Alexandra Belhaj

Mord an Alexandra Belhaj
Mordopfer Alexandra


Familienname des Opfers: Belhaj

Vorname des Opfers:
Alexandra

Wohnort: Düsseldorf

Tag des Mordes: nicht bekannt, wahrscheinlich am 03.06.08 

Auffindetag der Leiche: 09.06.08

Auffindeort
: Landwirt Kaspar B. aus Ütterath hat am „Hover Böschke“ zwischen den Heinsberger Stadtteilen Randerath und dem benachbarten Ütterath die teilweise verweste Leiche der Alexandra Belhaj in einem Maisfeld gefunden. 
Sie war in mehrere Plastiksäcke eingewickelt. Kleiderteile sollen später auf dem Sportplatz – etwa zwei Kilometer Luftlinie entfernt – gefunden worden sein.


Tag der letzten lebenden Sichtung durch Zeugen:


Das letzte Lebenszeichen der 24-Jährigen gibt es vom 3. Juni 08 gegen 14 Uhr. An diesem Tag war die drogen- und alkoholabhängige Frau am Düsseldorfer Hauptbahnhof gesehen worden. Alexandra B. war wohnungslos, lebte zuletzt bei der Mutter und der Schwester in Düsseldorf. Davor war sie in Kempen in einem Therapiehaus für drogenabhängige Frauen.

Gesicherte Spuren: DNA und Fingerabdrücke

Neben der Toten im Maisfeld wurde eine Plane gefunden, die die Vermutung erhärtet, dass die Leiche in dieser dorthin gebracht wurde.


Sonstige Angaben:

Die Tote hat möglicherweise Verbindungen in den Ort Randerath hinein gehabt. Angeblich sei sie häufiger in einer Imbissbude an der Buschstraße gesehen worden.

Inzwischen wurden im Umfeld des Ortes Randerath 1.100 Männer zwischen 16 und 60 Jahren zu einem Massen-DNA-Test und Abgabe der Fingerabdrücke gebeten. Lt. Presseberichten sollen sich bisher 6 der 1.100 Männer geweigert haben, an dem DNA-Test teilzunehmen.

Wer Informationen zum Mordfall geben kann, wende sich bitte an die zuständige Mordkommission „Randerath“ Tel.: 02452-920-5151 oder per Email: Aachen-K-MK-2-Leiter@polizei.nrw.de

GROß GADDAU- Vermisst Katrin Konert (2001)

Es ist lange her, aber wir vergessen dich nicht
Katrin Konert wohnt bei ihrer Familie nördlich von Clenze in Groß Gaddau.
Bildergebnis für katrin konert
Katrin Konert

Am 01.01.2001 holte sie ihr Freund und einer seiner Bekannten im Auto des Bekannten ab.

Gemeinsam fuhren sie nach Bergen/Dumme, das südlich von Clenze gelegen ist.

Hier verbrachten Katrin und ihr Freund den Nachmittag in der Wohnung des Freundes. Am Abend, gegen 18:45 Uhr, es war bereits dunkel, Regen führte auf Straße und Gehweg zu Blitz-Eis, trat Katrin zunächst zu Fuß den Heimweg an. Sie wollte trampen. Auf ihre Anrufe und SMS-Nachrichten hatte sich niemand gefunden, der sie nach Hause fahren wollte oder konnte.

Hinweise bitte an jede Polizeidienststelle.

Sonntag, 13. Juni 2010

HEIDENHEIM: Tötungsdelikt z. N. von Maria Bögerl

POLIZEI BITTET UM MITHILFE

Entführte Bankiersfrau wurde ermordet

Das Hoffen und Flehen der Angehörigen war vergebens. Knapp drei Wochen nach ihrer Entführung wird die Leiche der entführten Bankiersfrau gefunden.
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Opfer Maria Bögerl


Am 12. Mai wird Maria Bögerl aus ihrem Haus in Heidenheim entführt - in ihrem eigenen Auto. Eine Lösegeldübergabe an der Behelfszufahrt auf die A7 bei Nietheim scheitert. Zwei Tage später taucht ihr Auto wieder auf. Es steht im Kloster Neresheim. Dort wird auch das Handy des Opfers gefunden. Am 3. Juni entdeckt ein Spaziergänger schließlich die Leiche der Frau in einem Waldstück bei Heidenheim - zwischen Nietheim und Niesitz. Das Opfer wurde erstochen.

Erkenntnisse zu dem oder den TäternNach wie vor ist unklar, ob es sich um einen oder mehrere Entführer gehandelt hat. Die Person, die telefonisch die Lösegeldforderung gestellt hat, meldete sich mit "Schmied". Der Unbekannte soll die Stimme eines Mannes mittleren Alters gehabt haben. Er sprach mit schwäbischem Dialekt, wirkte ruhig und beherrscht. Ferner verwendete er die Formulierung "machen Sie keine Sperenzchen".

Der oder die Täter müssen sich in der Gegend ziemlich gut ausgekannt haben. Vermutlich haben sie die verschiedenen Schauplätze des Verbrechens mehrfach aufgesucht, auch im Vorfeld der Tat. Die Polizei sucht daher Zeugen, die in diesen Bereichen verdächtige Fahrzeuge oder Personen gesehen haben.

Gesucht:
Besucher des Klosters Neresheim Händeringend sucht die Polizei auch Urlauber und Ausflügler, die um den 13. Mai (Himmelfahrt) herum das Kloster Neresheim besucht und dort Fotos gemacht haben. Besonders interessant sind Fotos vom Innenhof und von den Parkplätzen sowie den anderen Bereichen im Freien. Möglicherweise befinden sich auf diesen Fotos Details, die die Kripo weiterbringen können.

Zurückgelassene HandschelleDer oder die Täter haben eine Handschelle zurückgelassen: silberfarben, mit deutlichen Gebrauchsspuren. Auf den beiden Vorderseiten die Aufschriften "BIANCHI", auf der Rückseite befindet sich auf einem beweglichen Bügel die Aufschrift "Taiwan". Wo wurden solche Handschellen angeboten oder bei Personen gesehen? Wer kann Angaben zum Vertriebsweg machen?

Wichtiger ZeugeAm 12. Mai, also dem Tag der Entführung, wurde im Bereich Nietheim ein unbekannter Mann gesehen, der bisher nicht identifiziert werden konnte. Er wird als wichtiger Zeuge gesucht. Er soll als Anhalter unterwegs gewesen sein und stammt möglicherweise aus der Gegend.


Personenbeschreibung:

  • 30 bis 40 Jahre alt, 
  • 1,80 bis1,85 m groß, 
  • kräftig, 
  • dunkle schulterlange Haare, zu einem Pferdeschwanz gebunden, vielleicht Dreitagebart. 
  • Kleidung: schwarze Jacke, ausgewaschene graue Jeans, ockerfarbenes T-Shirt, Turnschuhe.

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Phantombild

Belohnung:
Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen, ist eine Belohnung in Höhe von 20.000 Euro ausgesetzt.

Zuständig:
Kripo Heidenheim, Telefon 0800 / 50 35 03 55 5 (gebührenfrei)