Mittwoch, 19. April 2017

WÜLFRATH: Tötungsdelikt z. N. von Regina Neudorf

Zeugen gesucht -Fall wird neu aufgerollt

Mich freut es sehr, das die Ermittler den Fall neu aufrollen und jede Chance nutzen, den Mörder von Regina Neudorf finden zu wollen.
Der Mord an der 17-Jährigen aus Wülfrath ist noch immer ungelöst. Die Polizei hofft noch immer auf einen Durchbruch und prüft eine mögliche Verbindung zu einem Mord an einer Psychologiestudentin.


Vor fast 38 Jahren macht ein Reiter, auf einem einsamen Feld zwischen den Velberter Ortsteilen Neviges und Langenberg, einen grausigen Fund: Am 26. Mai 1979, einem Samstag, entdeckt er dort die zerstückelte Leiche der damals 17 Jahre alten Regina Neudorf. Die Überreste der jungen Frau liegen an einem Zufahrtsweg zu einem Gehöft, nahe der Windrather Straße. Arme und Beine der Toten liegen abgetrennt neben dem Torso. Bis heute gilt der Fall als ungelöst. Doch noch immer hat die Polizei die Hoffnung, den Fall zu klären.


Wer tötete Regina Neudorf?
Foto: Polizei


Nun soll das Fernsehpausgestrahlten: Am Mittwoch, 26. April, sollen die aktuellen Erkenntnisse der Kriminalpolizei bei "Aktenzeichen XY ungelöst" im ZDF ausgestrahlt werden. 


Letztmalig lebend gesehen wurde die 17-jährige Verkäuferin aus Wülfrath von Zeugen zwei Tage vor dem Auffinden ihrer Leiche. Am nächtlichen Donnerstagmorgen des 24. Mai 1979, gegen 00.30 Uhr, verließ Regina Neudorf eine damals an der Friedrichstraße 102 in Velbert-Mitte ansässige Diskothek mit dem Namen "Oldtimer". Ohne Begleitung machte sie sich zu Fuß auf den nächtlichen Heimweg ins benachbarte Wülfrath. Gegen 01.15 Uhr wurde die 17-Jährige dabei noch auf dem Flandersbacher Weg in Velbert, circa 2,6 Kilometer von ihrer Wohnanschrift im Wülfrather Ortsteil Flandersbach entfernt, gesehen. Zu diesem Zeitpunkt war die Wülfratherin offenbar immer noch alleine und zu Fuß auf direktem Weg nach Hause. Anschließend verliert sich ihre Spur.
Täter verfügt über gewisse  Fachkenntnisse

Auf Grund der Ermittlungen kann bis zum heutigen Tag davon ausgegangen werden, dass es sich bei dem Fundort der Toten, in der ländlichen Außenbürgschaft von Velbert-Neviges, nahe der Gebietsgrenze zu Wuppertal, nicht um den Ort der Tötung handelt. Die fachmännische Art und Weise, wie die Gliedmaßen der Toten bereits vor dem Ablegen am Fundort abgetrennt wurden, deuten zudem darauf hin, dass es sich bei dem Täter mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Jäger, Metzger oder Kopfschlächter gehandelt haben könnte.
Gibt es Verbindungen zu Mord an Psychologiestudentin aus Wuppertal?

Aufgrund neuester Ermittlungsmethoden prüft die Polizei inzwischen, ob es eine Verbindung mit einem späteren Tötungsdelikt aus dem Jahr 1984 im nordrhein-westfälischen Bornheim (Rhein-Sieg-Kreis) gibt. Dort wurde in den frühen Abendstunden des 19. August 1984, an der Landstraße 192 zwischen Wesseling und Bornheim, die damals 20-jährige Psychologiestudentin Ulrike Hingkeldey aus Bonn tot aufgefunden.

Die damaligen Ermittlungen ergaben, dass die aus Wuppertal stammende 20-Jährige bereits am Tag zuvor als Anhalterin zu Angehörigen nach Wuppertal reisen wollte. Letztmalig lebend gesehen wurde sie dabei am Vortag an einem Tankstellengelände am Autobahnverteiler Köln-Süd, wo die Studentin zwischen 20.30 Uhr und 20.50 Uhr auf eine Mitfahrgelegenheit wartete. Dort stieg sie schließlich in ein sportliches, vermutlich rotes Fahrzeuges mit Wuppertal Kennzeichen ein. Auch in diesem Fall konnte bis heute kein Täter zweifelsfrei identifiziert werden. Dieser Fall wurde damals auch in der Sendung "Aktenzeichen XY" ausgestrahlt.
Fall Regina Neudorf bei "Aktenzeichen XY"

Vor diesem Hintergrund gehen die Ermittlungen im Fall Regina Neudorf auch nach 38 Jahre immer noch weiter - und aktuell in eine neue Runde. Am Mittwoch, 26. April, sollen die aktuellen Erkenntnisse der Kriminalpolizei zum Tod der 17-Jährigen zusammen mit den Fakten aus dem Mordfall Ulrike Hingkeldey, bei "Aktenzeichen XY ungelöst" im ZDF ausgestrahlt werden. Durch Zusammenführung der Ermittlungsergebnisse aus beiden Mordfällen ergibt sich heute ein klareres Bild vom Täter und eine daraus resultierende Chance, dass Zuschauer der Sendung auch nach 38 Jahren noch einen entscheidenden Hinweis liefern könnten.

Hinweise aus der Bevölkerung nehmen, über die abendlichen Erreichbarkeiten der Ermittler im Münchner Fernsehstudio hinaus, das im Fall Regina Neudorf zuständige Kriminalkommissariat 11 im Polizeipräsidium in Düsseldorf, Telefon 0211 / 870-0, die Polizei in Velbert, Telefon 02051 / 946-6110, aber auch jede andere Polizeidienststelle im Land entgegen.

Das zuständige Kriminalkommissariat 11 der Bonner Polizei im Fall Ulrike Hingkeldey ist unter der Rufnummer 0228 / 15-0 erreichbar.

Samstag, 15. April 2017

ESSEN: Tötungsdelikt z. N. von Marijana Karjina (1993)

Polizei sucht Zeugen

Vor über 20 Jahren wurde die Leiche der neunjährigen Marijana Karjina aus Altenessen auf einem Parkplatz bei Bremen gefunden. Der Täter hatte das Mädchen missbraucht, erwürgt und mit mehreren Messerstichen ermordet.

Bildergebnis für Mord an Marijana Krajina in Essen
Wer tötete Marijana Karjina?

Mit einem Fahndungsplakat suchte die Essener Polizei bundesweit nach dem Mörder der kleinen Marijana. Trotz einer ausgesetzten Belohnung und einigen Hinweisen nach "Aktenzeichen XY" ist der Mörder bis heute auf freiem Fuß. Im Jahr 2003 wurde dann nochmals versucht, den Fall aufzuklären. In der Sendung "Ungeklärte Morde- Dem Täter auf der Spur-"wurde über den Mord ausführlich berichtet. Auch das brachte nicht den erwünschten Erfolg.

Was ist genau passiert?

Es ist kalt und regnerisch, als das Pärchen am Freitagabend des 3. September 1993 gegen 19.40 Uhr auf dem einsam gelegenen Parkplatz an der Bundesstraße 75 nordöstlich der niedersächsischen Ortschaft Scheeßel bei Bremen hält. Die Frau, die ein dringendes Bedürfnis verspürt, sucht einen Brombeerstrauch am Rand der Parkbucht auf. Plötzlich ein Schrei. In einer Blutlache liegt ein totes Mädchen. Der violette Pullover mit weißen Bommeln ist blutverschmiert, die Jeans zerrissen... Es ist die neunjährige Marijana Krajina aus Essen; nach der Kleinen wird seit dem 31. August fieberhaft gesucht. "Die Kollegen in Verden hielten die Tote zuerst für 14 Jahre und älter", erinnert sich Hauptkommissar Klaus-Dieter Senftleben, der den Mordfall Marijana Krajina nach 15 Jahren bearbeitet.
"Da lief einem eine Gänsehaut über den Rücken"

Doch die Obduktion bestätigt:
 

Das Opfer ist neun, es ist Marijana aus Altenessen. Das Kind wurde missbraucht, gewürgt und mit mehreren Messerstichen getötet. Bis zum Freitagabend hatte ein ganzer Stadtteil, eine ganze Stadt, mit den Eltern Ivan, Ratka sowie dem Bruder Ante gehofft und gebangt. Rund 30 Streifenwagen fuhren durch die Stadt, Taxi- und Busfahrer beteiligten sich an der Suche. Es wurden Handzettel verteilt, Plakate aufgehängt, Lautspecherwagen rollten durch die Straßen. Der Polizeihubschrauber suchte aus der Luft, die Einsatzhundertschaft durchkämmte das Gelände um die Zeche Carl und Taucher der Feuerwehr suchten Teiche im Kaiserpark und an der Schonnefeldstraße nach einer Spur ab - alles vergeblich.

Dann nach ein paar Wochen  hat sich die Befürchtung 
bestätigt das die ganze Suche vergeblich war. Die schlimmsten Vermutungen wurden wahr. Die ganze Bevölkerung litt damals mit der Familie mit.

Die Ereignisse im Rückblick

Die neunjährige Marijana aus Bosnien, die damals die Ferien bei ihrem Vater in Altenessen verbringt, verlässt am Dienstagnachmittag, 31. August 1993, die Wohnung "Am Schlagbaum" gegen 17.45 Uhr, um der Mutter entgegenzulaufen, die zum Einkauf bei "Woolworth" an der Altenessener Straße ist. Sie war paar Mal hier, da ihr Vater als Pflasterer in Essen arbeitet. Sie kannte sich ein wenig aus, sprach aber kein Deutsch. Die Mutter kommt wenig später allein zurück. Gegen 22 Uhr alarmieren die Eltern die Polizei, die sofort eine Suchaktion startet.

Doch das Verschwinden der Kleinen stellt die Kripo auch über  20 Jahren vor Rätsel. Auf diesem kurzen Wegstück, maximal 150 Meter, muss das Mädchen von einem Mann angesprochen worden sein, dem sie halbwegs vertraut. Die Polizei geht mittlerweile davon aus, das die Person nicht zufällig in Altenessen war. Denn sie muss mit ihm die rund 300 Kilometer bis nach Scheeßel noch in der gleichen Nacht gefahren sein.
Spurlos verschwunden

Rätselhaft bleibt auch die Tatsache, wie sich Marijana an diesem Tag scheinbar in Luft auflösen konnte. Sie verschwindet spurlos im Einkaufstrubel und niemand hat das Mädchen mit den braunen Zöpfen und dem violetten Pullover mit weißen Bommeln gesehen. Es gab fast keine Zeugen.

Fast, denn nach einigen Tagen meldet sich tatsächlich eine Zeugin, die eine Spur liefert, auf die die damals 25-köpfige Mordkommission große Hoffnungen setzt. Sie gab den Hinweis, dass sie Marijana neben einem Bundeswehrsoldaten mit einem bordeauxfarbenem Barett gesehen hat. Der Ort, wo Marijanas Leiche am 3. September gefunden wird, könnte zu einem Soldaten als Täter passen, denn in der Umgebung gibt's viele Kasernen. Daraufhin wurden über 1100 Soldaten vernommen, doch der Mörder ist nicht dabei. Die Suche geht weiter und die Polizei will, den Mörder finden.
Marijanas letzter Tag

  • 9 Uhr: Marijana wird wach, steht auf. Frühstück mit ihrem Papa. Es gibt Marmelade, Brötchen und einen Milchkaffee.

  • 10.30 Uhr: Marijana geht mit ihrem Vater Ivan (51), der in Essen als Pflasterer arbeitetet, die etwa 60 Schritte bis zum Wochenmarkt (Altenessener Einkaufszentrum). Das Mädchen interessiert sich für die Barbie-Puppen.

  • 13 Uhr: Mutter Ratka (46) verlässt mit Sohn Ante (14) das Wohnung "Am Schlagbaum". Sie wollen in die Innenstadt zum Einkauf: Sachen für die Verwandten in Bosnien kaufen. Am Wochenende wollen sie zurückfahren.

  • 14 Uhr: Ivan gibt Marijana zwei Mark. Sie holt eine kroatische Zeitung.

  • 14.20 Uhr: Marijana packt Geschenke für ihre fünf Geschwister ein, die diesmal in Bosnien geblieben sind.

  • 16 Uhr: Die Neunjährige geht mit ihrem Vater nochmals ins Altenessener Einkaufszentrum: Puma-Turnschuhe anschauen - ihr größter Herzenswunsch.

  • 17.30 Uhr: Ihr Bruder Ante kommt zurück und sieht sie.

  • 17.45 Uhr: Besuch ist angekommen, zwei Freundinnen von Mutter Ratka. Marijana rennt zu Woolworth, will ihre Mutter holen.

Die Polizei sucht weiter nach Zeugen, die Angaben machen können.

Mord verjährt nicht! Der Mörder könnte noch unter uns sein.