Donnerstag, 26. Januar 2017

UPDATE/BERLIN: Vermisst Irma Kurowski



Tatverdächtiger zu zwei Mordfällen 
- Wer kennt Josef Szcurek?
Mit der Veröffentlichung von Bildern bittet die Polizei Berlin um Hinweise zu dem festgenommenen Tatverdächtigen Josef SZCZUREK.

Bildvergrößerung: Bild des Tatverdächtigen 1998 PassBildvergrößerung: Bild des TatverdächtigenBildvergrößerung: Bild des Tatverdächtigen 1998
              Wer kennt Josef Szcurek?


Die 8. Mordkommission des Landeskriminalamtes ermittelt aktuell in Zusammenhang mit dem Mord an dem Rentner Heinz NEIDHARDT, der am 9. Januar 2017 tot in einer Tiefkühltruhe in seiner Wohnung in der Hosemannstraße 18 in Prenzlauer Berg gefunden wurde, sowie zu dem Verschwinden der Rentnerin Irma KUROWSKI. Frau KUROWSKI wohnte offiziell bis zum Jahr 2002 in der Naugarder Straße 49 in Prenzlauer Berg. Seit Ende 2000 fehlt von ihr jedes Lebenszeichen. Es muss davon ausgegangen werden, dass auch Frau KUROWSKI einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist.
Der festgenommene 55-jährige Beschuldigte Josef SZCZUREK ist dringend verdächtig, beide Taten begangen zu haben.

Die 8. Mordkommission fragt:

  1. Wer kennt den Beschuldigten Josef SZCZUREK?
  2. Wer kann Angaben zu dessen persönlichen Kontakten und Aufenthaltsorten machen?

Von besonderem Interesse sind dabei die Jahre 2000 bis 2008.


Hinweise nimmt die 8. Mordkommission des Landeskriminalamtes in der Keithstraße 30 in Tiergarten unter der Telefonnummer (030) 4664 – 911 888, per E-Mail an LKA118@polizei.berlin.de oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.




Polizei bittet um Mithilfe-Verbrechen vermutet

Im Zusammenhang mit dem Mord an dem Rentner, der am 9. Januar 2017 tot in einer Tiefkühltruhe gefunden wurde, konnte festgestellt werden, dass der 55-jährige Tatverdächtige auch Zugriff auf die Rentenzahlungen einer heute 92-jährigen Frau hatte.
Irma KUROWSKI wohnte bis zum Jahr 2002 in der Naugarder Straße 49 in Prenzlauer Berg und ist seit Ende 2000 verschwunden. Im selben Haus wohnte in dieser Zeit auch der Tatverdächtige. Die Seniorin wurde im August 2002 von Amts wegen bei dieser Anschrift abgemeldet. Es muss davon ausgegangen werden, dass Frau KUROWSKI einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist.




Bildvergrößerung: Irma Kurowski
Irma Kurowski



Die 8. Mordkommission fragt:

  1. Wer kannte Irma KUROWSKI und wo wurde sie zuletzt gesehen?
  2. Wer kann Hinweise zu Verwandten oder Kontaktpersonen von Frau KUROWSKI geben?

Hinweise nimmt die 8. Mordkommission des Landeskriminalamtes in der Keithstraße 30 in Tiergarten unter der Telefonnummer (030) 4664 – 911 888, per E-Mail an LKA118@polizei.berlin.de oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.


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Erstmeldung vom 23. Januar 2017 – Festnahme nach Tötungsdelikt

Polizeibeamte haben in der vergangenen Woche einen Mann wenige Tage nach einem Leichenfund in Prenzlauer Berg festgenommen. Ein Ermittlungsrichter erließ einen Haftbefehl wegen des Verdachts des Raubmordes.
Ein Mieter eines Wohnhauses in der Hosemannstraße meldete seinen Nachbarn bei der Polizei als vermisst, den er schon lange nicht mehr gesehen hatte. Am 9. Januar 2017 öffneten Feuerwehrleute auf Anforderung der Polizei gegen 19 Uhr die Wohnung des vermissten Rentners. Schließlich entdeckten die Beamten den 90-Jährigen in der Tiefkühltruhe. Bei der rechtsmedizinischen Untersuchung in der Charité stellte sich heraus, dass der betagte Herr Opfer eines Tötungsdeliktes geworden war.
Die gemeinsamen Ermittlungen der 8. Mordkommission und der Staatsanwaltschaft führten zu dem Verdacht, dass der Rentner schon vor etwa zehn Jahren getötet und eingefroren worden sein könnte. Während der Ermittlungen stellten die Beamten auch fest, dass noch im Dezember und Januar Geld von einem Unbekannten von dem Konto des Toten abgehoben worden war. Von diesem Mann wurden Videoaufnahmen in einer Bankfiliale gesichert. Ein Tatverdächtiger, der vom äußeren Erscheinungsbild der in der Bankfiliale gefilmte Mann zu sein schien, wurde schließlich am Abend des 10. Januar 2017 in der Nähe der Wohnung des Rentners festgenommen. Dieser 55-Jährige führte persönliche Gegenstände des Opfers mit sich. Am Mittwoch erließ ein Richter einen Haftbefehl gegen ihn.
Die Hintergründe der Tat sind bislang unklar und Gegenstand der weiter andauernden Ermittlungen.

Sonntag, 22. Januar 2017

MÜNCHEN: Tötungsdelikt z. N. von Kristin Harder

Wer tötete Kristin Harder?

Ich möchte nochmal besonders auf den Mordfall Kristin Harder aufmerksam machen. Dieser Fall beschäftigt mich immer wieder und ich hoffe, das ihr Mörder auch so langer Zeit doch noch gefasst wird.
Eine junge, begabte Münchner Sprachstudentin aus bestem Hause, die in der Nacht zum 12. Dezember 1991 bei einem Bummel durch Münchner Szene-Lokale verschwand. So endete an jenem Samstag die letzte Hoffnung einer Familie, die geliebte Tochter lebend wiederzusehen. Und es begann die  immer währende Suche nach einem gefährlichen Frauenmörder, der seine Spur mit grausamer Präzision verwischte.


Wer tötete  Kristin Harder?


Kristin Harder war eine selbstbewusste und intelligente junge Frau, der die ganze Welt offen zu stehen schien. Ihr Studium – Kristin wurde in Vancouver/Kanada geboren und sprach fünf Sprachen fließend – hatte sie nach München geführt. Sie bewohnte ein Apartment im eleganten Stadtteil Gern, hatte gute Freunde und natürlich auch Verehrer. Weihnachten 1991 wollte sie bei ihrer kranken Mutter in Spanien verbringen, die in Marbella eine Immobilien-Agentur führte. Das Ticket hatte sie schon gekauft. Doch diese Reise trat Kristin nicht mehr an.

Ihre Spur verliert sich im Münchner Nachtleben. Der letzte bekannte Mann, der Kristin noch lebend sah, war ein heute Anfang 50-jähriger Manager. Er lernte Kristin am Abend des 11. Dezember 1991 im Neuhauser In-Lokal „Frundsberg“ (heute „Big Easy“) kennen. Kristin hatte einen Grund zum Feiern: Sie hatte ihr Examen am Sprachen- und Dolmetscherinstitut bestanden. Gemeinsam fuhren die beiden noch ins Nachtcafé am Maximiliansplatz.
Um 1.30 Uhr drängte die Studentin zum Aufbruch. Der Manager wollte sie heimfahren, zumal Kristin schon einen kleinen Schwips hatte. Doch die Studentin lehnte ab: „Wir tauschten noch unsere Telefonnummern. Dann trennten sich unsere Wege. Kristin machte sich allein auf den Weg ins Schumann’s“, berichtete der Manager später der Mordkommission .Von diesem Zeitpunkt an hat niemand mehr Kristin gesehen...!

Am Samstag, den 11. April 1992 wurde in einem kleinen Wäldchen im Stadteil Neubiberg, ein blauer Müllsack gefunden, in dem sich ein  komplettes linkes Bein befand. Das Bein wurde sauber am Hüftgelenk und Kniegelenk in zwei Teile zerteilt. Der Müllsack wurde zufällig bei Aufräumarbeiten von Freiwilligen Umweltschützern  gefunden. Der Wald ist auch als Bahnhofswäldchen bekannt. Das Bein steckte unter einer Baumwurzel im Erdreich, nicht weit entfernt von einer Straße.Das Bein – so ergaben bald die Tests – gehörte Kristin Harder (28).



Unter dieser Baumwurzel, wurde der Müllsack mit den Leichenteilen gefunden.


Rückblickend meinte der Manger, dass Kristin für diese Nacht längst „einen festen Fahrplan hatte“. Angeblich wollte sie im Schumann’s auf gut Glück Freunde suchen. 

Vielleicht hatte sie aber auch eine feste Verabredung – mit ihrem Mörder?

Kristin stellte hohe Ansprüche an Männer. Darum glaubt die Mordkommission bis heute, dass dieser Mörder ein attraktiver und vertrauenswürdig wirkender Mann gewesen sein muss, der einen gewissen gesellschaftlichen Status erfüllte oder zumindest glaubhaft vorgaukelte.

Eine Untersuchung des Beines brachte schauerliche, für die Angehörigen schier unerträgliche Details ans Tageslicht. Kristins Körper nämlich war fachgerecht – wie es ein Jäger, ein Metzger oder ein Arzt könnte – mit einer Flex zersägt und dann tiefgefroren worden. Genau so kann es auch jemand sei, der einen ganz anderen Beruf hat, es reicht etwas anatomisches Grundwissen zu haben. Mörder, die zu derart grauenvollen Aktionen fähig sind, fahren manchmal hunderte Kilometer weit, um ihre Spuren zu verwischen. Zu dieser Sorte scheint auch Kristins Mörder zu gehören. Denn am 14. August desselben Jahres – vier Monate nach dem Fund des Beines – wurde der zweite und letzte makabere Fund im Mordfall Harder gemacht: Im Isar-Rechen bei Landshut trieb der rechte Unterarm der Münchner Studentin an. Danach wurde nichts mehr von Kristin Harder gefunden.

Im Frühjahr 2003 nahm die Mordkommission den Fall Harder wieder auf. Dabei rückte der ehemalige Zeuge und Manager, in den Mittelpunkt der Ermittlungen. Er hatte nach Kristins Verschwinden auf eigene Faust recherchiert. Das machte ihn verdächtig – ebenso wie angebliche Widersprüche in seinen Aussagen. Empört suchte der Manager, zusammen mit seinem Anwalt Dr. Thomas Etzel die Öffentlichkeit, setzte 1000 Euro Belohnung für Hinweise auf den Mörder aus. Er gab freiwillig eine DNS-Probe ab und es gab keine Übereinstimmungen. Der Manager hatte nichts mit dem Mord zu tun. Die Ermittlungen gegen ihn wurden wieder eingestellt. Auch in der Sendung "Ungeklärte Mordfälle" wurde nach dem Mörder von Kristin Harder gesucht- leider auch ohne Ergebnis.

Auch noch heute geht, der Fall, vielen nicht mehr aus dem Kopf. 

Der Fall Kristin Harder bleibt bis heute ungeklärt.

Samstag, 14. Januar 2017

GREVEN: Tötungsdelikt z. N. von Süleyman Duman

Zeugen gesucht

Auf einem Wirtschaftsweg neben dem Dortmund-Ems-Kanal entdecken Spaziergänger am Aschermittwoch 2015 ein ausgebranntes Auto. Die Polizei wird verständigt. Die Beamten machen eine schreckliche Entdeckung: Auf dem Rücksitz des Wagens liegt ein bis zur Unkenntlichkeit verbrannter Mensch. Der Beginn eines bis heute ungeklärten Mordfalls für die Kripo Münster.

Süleyman Duman
Wer tötete Süleyman Duman?
Foto: Polizei

Die Identität des Toten ist schnell geklärt: Es ist der Eigentümer des ursprünglich blauen Mercedes A 140, Süleyman Duman. Die Obduktion des 44-jährigen Mannes ergibt: Er hat noch gelebt, als der Wagen angezündet und verbrannt wurde. Der Kripo gelingt es, die letzten Tage des offensichtlichen Mordopfers zu rekonstruieren.


Süleyman Duman hat eine Frau und zwei Kinder. Doch die Ehe ist schief gegangen, seit einem Jahr lebt er getrennt von seiner Familie. Die Trennung hat er allerdings nicht verkraftet. Er leidet unter schweren Depressionen. Anfang des Jahres hat er sich deshalb auf Anraten seines Arztes in stationäre Behandlung begeben. Mehrere Wochen lang ist er im Landeskrankenhaus in Lengerich therapiert worden. Während seines Aufenthalts machte er die Bekanntschaft einer Patientin, mit der er sich ausnehmend gut versteht. Während Duman am 5. Februar 2015 die Klinik wieder verlässt, muss sie noch weiter dort bleiben. Beim Abschied vereinbaren beide, weiter in Kontakt zu bleiben.

Sein Arzt schreibt Duman weitere vier Wochen krank – eine Zeit, die für den agilen Mann eher Langeweile bedeutet. Gelegentlich geht er in ein Wettbüro, wo er um kleinere Einsätze spielt. Und tatsächlich: Bei seinem letzten Besuch dort gewinnt er etwa 10.000 Euro. Davon kauft er sich zunächst ein neues Handy. Mit dem Rest will er einen kleinen Kredit ablösen, den er vor einiger Zeit bei einer Bank in Osnabrück aufgenommen hat. Er vereinbart einen Termin am Nachmittag des Rosenmontags. Ein Bekannter, der ihm auch schon bei der Kreditaufnahme zur Seite gestanden hatte, soll ihn wieder begleiten.

Die beiden wollen sich in der Klinik in Lengerich treffen. Dort besucht Süleyman Duman an diesem 16. Februar 2015 wieder seine Bekannte. Sie ist die wohl letzte Zeugin, die Duman lebend gesehen hat. Auf dem Klinikgelände verliert sich Süleyman Dumans Spur. Was danach geschehen ist, lässt sich für die Kripo nur erahnen: Sein Besuch endet gegen 15.30 Uhr. Das Geld, das er zur Bank bringen will, hat er dabei.

Nachdem Duman sich von seiner Bekannten verabschiedet hat, dürfte er das Klinikgelände in Richtung Parkplatz durchquert haben, vermutlich in Begleitung zweier Bekannter.

Irgendwo dürfte Süleyman überwältigt und seines Geldes beraubt worden sein. In bewusstlosem Zustand wurde er vermutlich in seinem eigenen Auto an den Dortmund-Ems-Kanal gefahren. Dort wurde der Wagen mit einer brennbaren Flüssigkeit überschüttet und angezündet. Süleyman Duman ist bei lebendigem Leib auf dem Rücksitz des Wagens verbrannt.

Die Kripo nahm zwei Tatverdächtige genau unter die Lupe und ist überzeugt davon, dass sie mit der Tat zu tun haben – was die Männer allerdings bestreiten.

Fragen nach Zeugen:

  1. Wer hat Süleyman Duman am 16. Februar 2015, dem Rosenmontag, in der LWL-Klinik in Lengerich gesehen – möglicherweise in Begleitung eines oder zweier Männer? Duman trug eine schwarze Jacke mit Reißverschluss, dazu Blue-Jeans und braune halbhohe Lederstiefel.
  2. Wer hat gesehen, wie Süleyman Duman – allein oder in Begleitung – die Klinik an diesem Tag verlassen hat und draußen auf dem Parkplatz in sein Auto – einen blauen Mercedes A 140 mit dem Kennzeichen BF (Burgsteinfurt) – SE 39 gestiegen ist?
  3. Wer hat Süleyman Dumans Mercedes am 16. Februar 2015 nach 15.30 Uhr noch gesehen?
  4. Wem ist der Mercedes auf dem Parallelweg am Dortmund-Ems-Kanal zwischen Rosenmontag und Aschermittwoch aufgefallen? Er stand bei Schmedehausen in der Nähe eines Motocross-Geländes.
  5. Wer hat Süleyman Duman im Februar 2015 in Wettbüros in Greven gesehen – eventuell in Begleitung eines Mannes?

Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen, ist eine Belohnung von 5.000 Euro ausgesetzt.

Zuständig: Kripo Münster, Telefon: 0251 / 275 40 00

Samstag, 7. Januar 2017

TRAUNSTEIN: Tötungsdelikt z. N. von Truus und Harry Langendonk

Mord an Ehepaar in Traunstein vor 20 Jahren


Es ist "eines der brutalsten Verbrechen, das je im Dienstbereich der Kriminalpolizei Traunstein begangen wurde", schreibt das Polizeipräsidium Oberbayern Süd. Gemeint ist damit der Mord an einem holländischen Ehepaar 1997 bei Litzwalchen im Landkreis Traunstein, der noch immer ungeklärt ist. Der Täter ist noch immer unbekannt. 

Nach einem Mann, auf den diese Bilder zutreffen, sucht die Kripo Traunstein. So wurde der Mörder des holländischen Ehepaars zum Tatzeitpunkt beschrieben. − Foto: Polizei
Nach einem Mann, auf den diese Bilder zutreffen, sucht die Kripo Traunstein. So wurde der Mörder des holländischen Ehepaars zum Tatzeitpunkt beschrieben.
Foto: Polizei

Ich habe auch über diesen Fall schon mehrmals berichtet und aus aktuellen Anlass möchte ich auch nochmal auf den Fall aufmerksam machen. Der Mordfall wurde am Samstag, 7. Januar 2017, auf dem Fernsehsender "VOX" gesendet. Der Fall wurde aufgearbeitet und in der Dokumentation "Mörderjagd – Wie Profiler ermitteln" ausgestrahlt. Hierzu schaltete die Kripo Traunstein ein Hinweistelefon.


Die Opfer: Truus und Harry Langendonk. − Foto: Polizei
Die Opfer: Truus und Harry Langendonk.
Foto: Polizei


Anlässlich des 20. Jahrestages des grausamen und noch immer nicht aufgeklärten Verbrechens am Stadtrand von Traunstein geht die Kriminalpolizei in die Offensive. Der Fall ruhte über die Jahre nie und wurde als sogenannter "Cold Case" (kalter Fall) immer wieder weiterentwickelt. Die Ermittler stützten sich dabei zum einen auf neue Möglichkeiten der Kriminaltechnik, Forensik sowie Spurensicherung und Spurenauswertung und suchten zum anderen intensiv die Kontakte in das immer weiter zusammenwachsende europäische Ausland. Sie wurden dabei auch von den "Profilern" der operativen Fallanalyse (OFA) des Polizeipräsidiums München unterstützt.

Was war geschehen?

Auf einem Waldparkplatz an der Staatsstraße Nürnberg–Altenfurt/Feucht wurden in der Nacht zum Sonntag, 8. Juni 1997, in einem ausgebrannten Wohnmobil die Leichen der holländischen Staatsangehörigen Truus und Harry Langendonk gefunden. Das Ehepaar war Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Ermittlungen ergaben, dass der Tatort des Doppelmordes am nördlichen Waldrand neben der Bundesstrasse 304 bei Litzlwalchen, Gemeinde Nußdorf im Landkreis Traunstein, liegt. Die Tatzeit dürfte am Samstag, 7. Juni 1997, gegen 18 Uhr, gewesen sein. Als Tatwaffe wurde eine "Tokarev T33" ausgemacht. Erst gegen 20 Uhr fuhren der oder die Täter mit einem Wohnmobil vom Tatort weg.


In diesem Wirtshaus in Marquartstein hielt sich das Ehepaar kurz vor dem Mord noch auf. − Foto: Polizei
In diesem Wirtshaus in Marquartstein hielt sich das Ehepaar kurz vor dem Mord noch auf.
 Foto: Polizei


Am Sonntag, 8. Juni 1997, also einen Tag nach der Tat, gegen 2 Uhr nachts, nahm ein Taxifahrer unweit des ausgebrannten Wohnmobils in Nürnberg-Altenfurt einen männlichen Fahrgast auf, der am Hauptbahnhof in Nürnberg ausstieg. Von dort aus fuhr diese Person mit einem weiteren Taxi in den Landkreis Traunstein und ließ sich kurz nach 5 Uhr an der Bundesstraße 304 zwischen Aiging und Matzing in der Nähe des Tatortes absetzen. Dort verliert sich seine Spur.

Polizei und Hinterbliebene haben Summe von insgesamt 51.000 Euro zur Belohnung ausgesetzt.

Mit einer solchen Waffe vom Typ Tokarev T33 wurde das Ehepaar ermordet. − Foto: Polizei
Mit einer solchen Waffe vom Typ Tokarev T33 wurde das Ehepaar ermordet. Foto: Polizei

Die Beamten der Kriminalpolizei Traunstein, die trotz jahrelanger intensiver Anstrengungen den Täter bisher nicht identifizieren konnten, beabsichtigen begleitend zur Ausstrahlung der Fernsehdokumentation ein Hinweistelefon zu schalten. 
Unter 0861/9873-444 werden Anrufe entgegen genommen, die vor allem nachfolgende Fragen beantworten sollen:


Aus dem Verhalten des Täters lassen sich Rückschlüsse auf dessen Ortskenntnis in unmittelbarer Tatortnähe schließen. Es muss davon ausgegangen werden, dass der Täter einen Ortsbezug hat, beziehungsweise hatte. 
  • Wer, insbesondere Anwohner oder Personen aus dem regionalen Umfeld des Tatortes, Gemeinde Nußdorf im Landkreis Traunstein, kann eine Person benennen, die zur fraglichen Tatzeit auf die Täterbeschreibung oder das Phantombild passen?

Die Polizei beschreibt den Täter wie folgt:

  • Ca.180 bis 185 Zentimeter groß, damals rund 30 Jahre alt, schlanke Figur, blonde bis dunkelblonde Haare, nackenlang mit gleicher Länge auch über die Ohren reichend, sprach deutsch mit bayerischem oder österreichischem Dialekt
  • Während der Taxifahrt von Nürnberg zurück in die Nähe des Tatortes war der Unbekannte bekleidet mit dunklem, eventuell braunem Sakko, Hemd und Krawatte
  • Hat der Täter psychische Probleme seit der Tat?
  • Alle Beschreibungen zum tatverdächtigen Taxifahrgast beziehen sich auf das Jahr 1997. Der Mann sieht heute möglicherweise ganz anders aus. Auch könnte er bereits nach der Tat sein Aussehen deutlich verändert haben.
  • Derart schwere Delikte können den Täter über Jahre psychisch belasten, teilt die Polizei mit. Dies führt oft dazu, dass sich dieser gegenüber Freunden und Bekannten anvertraut oder mit der Tat prahlt. 
  • Deshalb fragt die Polizei: Wer kann sich möglicherweise an ein solches Gespräch erinnern?
  • Die letzten Tage und Stunden vor dem Gewaltverbrechen können recht genau nachvollzogen werden. Demzufolge dürften sich die Langendonks am Freitag, 6. Juni 1997, auf der Insel Herrenchiemsee aufgehalten haben. Dort wurden sie zwischen 9 Uhr und 11 Uhr am Bootsanlegesteg gesehen. Am Samstag, 7. Juni 1997, befand sich das Ehepaar zwischen 12.30 Uhr und 14 Uhr im Wirtshaus zum Schlossberg in Marquartstein, gegen 14.30 Uhr erfolgte ein Telefonat aus einer Telefonzelle in Siegsdorf, Bahnhofstraße. Anschließend fuhren sie nach Litzlwalchen und hielten sich zur Rast am Waldrand auf. Dort wurde gegen 18 Uhr ihr Leben gewaltsam beendet.

Die Polizei hat noch weitere Fragen zu den Aufenthalten der Langendonks. 
  • Wer konnte das kontaktfreudige Ehepaar am Freitag, 6. Juni, oder Samstag, 7. Juni, zusammen mit anderen Personen beobachten? 
  • Wer ist am Freitag, 6. Juni, oder Samstag, 7. Juni, möglicherweise selbst mit dem kontaktfreudigen Ehepaar ins Gespräch gekommen?