Donnerstag, 26. Mai 2011

BELGIEN: Wer kennt die unbekannte Tote???


Wer kennt die Tote?

Phantomzeichnung der Toten
Fingernagel der Toten

Sachverhalt:


Am Sonntag den 31 Mai 2009 wurde im Albert Kanal in Viese /Belgien der nackte Körper einer jungen Frau entdeckt, der Leichnam war mit 2 Gewichten der Marke Alex beschwert. Die Frau europäischer Abstammung könnte zwischen 14 und 24 Jahre alt gewesen sein. Sie war athletisch gebaut, hat mittelblonde oder hellbraune Haare. Sie ist 1.62 m groß und wiegt ca. 50 kg. Sie hat ihre Ohren durchbohrt und trug falsche Nägel. Auf einem Fingernagel ist ein Blumenmotiv; sie hat durchstochene Ohrläppchen.

Hinweise bitte an die Polizei in Belgien oder an eine andere Dienststelle.

Freitag, 20. Mai 2011

ULM: Vermisst Daniel Eberhardt

Daniel, wo bist Du?

Bildergebnis für daniel eberhardt

Der erste Anruf kam vier Monate nach seinem Verschwinden und dauerte drei Minuten. Karola Eberhardt (55) hörte den flachen Atem des Anrufers, im Hintergrund jugendliche Stimmen, sonst nichts. Sie wusste es sofort: Das ist er. Mein Sohn.


„Daniel?“, flüsterte sie zaghaft, spürte ein Zögern am anderen Ende – und dann folgte ein Tuten. Aufgelegt.

An einem Montagmorgen im Oktober 2004 sah Karola Eberhardt aus Ulm ihren Sohn zum letzten Mal.​ Daniel (damals 15) packte sein Pausenbrot ein und ging zur Schule.

Nach dem Unterricht, das erfuhr Karola Eberhardt später, stieg er in die Regionalbahn 22534 und fuhr ins benachbarte Thalfingen. Ein Kontrolleur erwischte ihn beim Schwarzfahren, notierte seine Personalien. Danach verlor sich Daniels Spur. Am Abend begann die Polizei mit der Fahndung, suchte tagelang – ohne Erfolg.

Fast sieben Jahre ist das her. Karola Eberhardt hat nicht die leiseste Ahnung, wo Daniel heute ist. Sie weiß nicht, wie es ihm geht, weiß nicht einmal, ob er noch lebt. Sie weiß nur, dass es schon zehn dieser Anrufe gab, bei denen es still am anderen Ende war und die teils 15 Minuten dauerten. Ihr Bauch sagt: Diese Anrufe sind Lebenszeichen. Lebenszeichen von Daniel.

Es gibt eine Theorie, an die Frau Eberhardt am liebsten glaubt: dass Daniel abgehauen ist – und ihn jetzt ein schlechtes Gewissen plagt.​ Sicher ist: Kurz vor seinem Verschwinden lieh Daniel sich in der Stadtbücherei einen Weltatlas aus – und ein Buch mit dem Titel „Wie motiviere ich mich selbst?“. Aber warum?

„Es war damals eine schwierige Phase“, sagt Karola Eberhardt. „Ich hatte mich von meinen Mann getrennt. Daniel war vier Tage in der Woche bei ihm, drei bei mir. Er litt sehr unter der Trennung, war ja mitten in der Pubertät.“

In der Schule sackte er ab, wechselte vom Gymnasium auf die Realschule. Seine Bewerbung um einen Ausbildungsplatz bei der Polizei scheiterte – wegen seiner Kurzsichtigkeit. Nach einer Verletzung fiel er auch noch beim Basketball, seinem größten Hobby, aus. Daniel zog sich zurück, saß öfter am Computer, chattete. Vielleicht mit den Falschen.


Theorie Nummer 2: Daniel geriet an eine Sekte. „Er hatte kaum Selbstbewusstsein, war vielleicht ein gefundenes Fressen für die“, sagt Karola Eberhardt. Die Mutter fragte bei Sekten gezielt nach ihrem Sohn, bekam keine Antworten.

Stillstand ertrug Karola Eberhardt nicht. Sie konnte nicht nichts tun. Stattdessen ging sie Theorie Nummer 3 nach. War Daniel Opfer eines Verbrechens geworden?

Die Verwaltungsangestellte zog nach Feierabend los, suchte selbst. Zahlte Geld für jeden winzigen Hinweis, egal wie stichfest. Mal 20 Euro, mal 50. Mal an Passanten, mal an Drogensüchtige. Selbst süchtig nach Informationen, nach dem kurzen Rausch, dem Gedanken, Daniels Schicksal könne sich aufklären. Jede Spur endete mit Ernüchterung.


Es gibt noch eine letzte Theorie. Eine, an die manche im Ort glauben, eine, die Frau Eberhardt hasst: Selbstmord.

Nach Daniels Verschwinden brach die Polizei sein Schulfach auf. Da lag seine Jacke, der Rucksack. Handy, MP3-Player. Portemonnaie samt Inhalt. „Wer Geld und Ausweis hinterlässt, hat andere Absichten, kommt nicht zurück“, erklärten die Beamten.

Karola Eberhardt will so etwas nicht hören. „Solange ich nicht weiß, dass er tot ist, glaube ich, dass er lebt“, sagt sie. Sie kauft Geschenke für Daniel, zum Geburtstag, zu Weihnachten, verpackt sie und legt sie in einen Schrank. „Niemand hat das Recht, mir die Hoffnung zu nehmen.“

Oft wird sie gefragt, warum sie keine Fangschaltung legt, um den Anrufer zu identifizieren. Sie antwortet dann: „Ich habe Angst, dass er das merkt, will ihn nicht verschrecken. Ich möchte, dass er wiederkommt, weil er das will, nicht, weil ich ihn orte.“

Der letzte Anruf ist jetzt fast zwei Jahre her. Er kam am 26. Oktober 2009, genau fünf Jahre nach Daniels Verschwinden.

Dieses Mal blieb Frau Eberhardt nicht ruhig. Sie weinte, bettelte, flehte in den Hörer: „Daniel, sag doch was.“ „Daniel, hörst du mich?!““ „Daniel, komm zurück ...“

Der Anrufer blieb nur ein paar Sekunden in der Leitung. Dann kam das Tuten. Aufgelegt. 

Donnerstag, 19. Mai 2011

CELLE: Vermisst Mandy Müller

Mandy, wo bist du und was ist mit dir passiert?

Vermisste Mandy Müller




Das kleine Zimmer unter dem Dach betrete sie nur selten, sagt Sabine Müller (45). Rosentapeten an den Wänden, Stöckelschuhe im Regal, ein Schneewittchen aus Porzellan. Das Zimmer einer Prinzessin. Mandys Zimmer.

Mitten im Raum steht Sabine Müller wie in einer Ausstellung, nur nichts berühren, nichts verschieben, als würde sie sonst etwas zerstören: einen Zeitpunkt, eingefroren vor diesem verdammten Samstag im September 2008, als Mandy spurlos verschwand.

Draußen vor den Fenstern des Backsteinhauses in Nienburg an der Weser geht die Zeit weiter, hier drinnen steht sie still. Es ist, als wollte Sabine Müller in ihrem Haus die Zeit anhalten, die sie ohne ihre Tochter leben muss.

LEBEN?

„Mandy hat mein Leben mitgenommen“, sagt Sabine Müller. Sie weint jetzt leise. „Ohne Mandy ist alles leer. In mir ist alles abgestorben.“

Dann erzählt sie, wie Mandy verschwand. Eine Stunde lang wird sie ohne Pause reden, acht Zigaretten rauchen, Marlboro Light, an mancher zieht sie nur ein einziges Mal.

Sommer 2008. Mandy, gerade 18, hatte diesen Jungen kennengelernt: Angelino. Ein paar Wochen waren sie ein Paar, er durfte bei ihr übernachten, in ihrem Mädchenbett mit dem Erdbeerbezug. Am 13. September, einem Samstag, durfte sie zum ersten Mal bei ihm schlafen.

Von seinem Vater hatte Angelino ein kleines Haus bekommen, ein Liebesnest mit Anbaugarage, der Garten grenzt an einen Wald. Idyllisch, dachte Sabine Müller im September 2008. Ideal, um zu verschwinden, denkt sie heute: Um jemanden verschwinden zu lassen.

Sie hatten noch gefrühstückt, Mandy, ihre Eltern und ihr Bruder. Angelino holte sie ab, 9.30 Uhr in der Früh, drei-, viermal telefonierten Mutter und Tochter noch an diesem Tag, das letzte Mal abends um halb neun. „Bis Morgen, Mama. Schlaf gut.“

Am nächsten Morgen war Mandys Handy aus. Eine Stunde später rief Angelino an: „Mandy ist weg.“

Wie, fragte die Mutter, weg?

„Weg. Abgehauen.“

Sabine Müller geriet in Panik. Sie rief Freunde an, Verwandte, niemand hatte von Mandy gehört. Mit ihrem Mann fuhr sie zu Angelino. Gegen 23 Uhr hätten sie sich schlafen gelegt, erzählte der Junge. Als er am Morgen erwachte, sei Mandy weg gewesen.

„Das passt nicht zu meiner Tochter“, sagt Sabine Müller. „Sie war zuverlässig.“ Angelino sei ganz ruhig geblieben, gar nicht panisch, „ganz kalt irgendwie“. Sabine Müller rief die Polizei, gab eine Vermisstenanzeige auf.

Für das, was in den Monaten danach geschah, war es sicher nicht hilfreich, dass Mandy und Angelino schon einmal durchgebrannt waren, nach ein paar Tagen kamen sie zurück. Dass die Müllers Sinti sind, half sicher auch nicht. Ein Beamter, sagt die Mutter, habe sie rassistisch beleidigt: „Der hat uns nie ernst genommen.“ Die Müllers reichten Dienstaufsichtsbeschwerde ein.

Man sei tatsächlich davon ausgegangen, dass Mandy fortgelaufen sei, heißt es heute bei der Polizei. Von einer drohenden Zwangsheirat ist die Rede. Doch Mandys Handy blieb aus, auf ihrem Konto tat sich nichts. Es verging Zeit, die nicht mehr aufzuholen war.

Ein Jahr nach dem Verschwinden wertete die Polizei Mandys Handydaten aus. Zuletzt wurde ihr Telefon nachts um 3.30 Uhr geortet, in einer Funkzelle zehn Kilometer vom Haus entfernt. Angelinos Handy war zur gleichen Zeit in derselben Zelle.

Im Oktober 2009 nahm man Angelino vorläufig fest. Bluthunde schnüffelten durch sein Haus, Böden und Wände wurden aufgestemmt. Keine Spur von Mandy. Der Zeuge Angelino wurde zum Tatverdächtigen, und der hatte das Recht zu schweigen. Das tut er seitdem. Auch, als die BILD-Reporter ihn anrufen.

„Ja?“, fragt Angelino und reicht das Handy an seinen Vater weiter. „Es geht um Mandy“, sagt er halb laut, der Vater dann schroff: „Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich an unseren Anwalt.“

Nach ein paar Tagen ließ die Polizei den Jungen laufen. Im November 2010 wurde das Verfahren eingestellt. „Ich kann verstehen, dass die Familie verärgert ist“, sagt der zuletzt ermittelnde Oberstaatsanwalt. „Es gibt halt keine Indizienkette, die stark genug ist.“

„Ich gebe die Hoffnung nicht auf“, sagt Mandys Mutter und drückt die achte Zigarette aus.

Vielleicht lebt ihre Tochter ja doch noch, und nur für den Fall, dass sie das hier liest, möchte die Mutter ihr etwas sagen: „Wir lieben dich, Mandy. Hab keine Angst, dich zu melden. Wir sind für dich da.“

Klingelt in dem Backsteinhaus in Nienburg das Telefon, wird der Anruf auf Sabine Müllers Handy umgeleitet. Nötig wäre das nicht, sie verlässt das Haus ohnehin fast nie. Was, wenn jemand käme und brächte den entscheidenden Tipp? Und gerade dann wäre sie nicht da? So viel hätte, so viel wäre. Konjunktiv essen Seele auf.
„Mit Trauer ist das nicht zu vergleichen“, sagt Sabine Müller. „Wenn man trauert, dann weiß man, wo man hingeht. Wo soll ich denn hin? In mir ist nur noch Angst.“ Angst, dass es an der Haustür klingelt, und dann ist es vorbei. Die Geschichte ist aus, und sie hat kein Happy End.

Hinweise an die Polizei in Nienburg, Celle oder an eine andere Dienststelle.

MÜNCHEN: Tötungsdelikt z N. von Michaela Eisch

Wird der Täter endlich gefunden???

26 Jahre nach dem Mord an der damals achtjährigen Michaela Eisch hat die Polizei eine neue Spur. Mit modernen Verfahren konnte eine männliche DNA-Spuren gesichert werden. Jetzt werden 1.750 Männer im erweiterten Umfeld der Maikäfersiedlung in München-Berg am Laim aufgefordert, bei einer freiwilligen DNA-Reihenuntersuchung im Juli eine Speichelprobe abzugeben. Michaela war am 14. Juni 1985 tot in einem Gebüsch am Rande der Isar an der Braunauer Eisenbahnbrücke aufgefunden worden.


Das undatierte Polizeifoto zeigt die kleine Michaela Eisch, die im Mai 1985 in München verschwunden war und deren Leiche einen Monat später gefunden wurde.
Foto: dpa


"Im Mordfall Michaela Eisch, der seit nahezu 26 Jahren die Bevölkerung beschäftigt, erließ das Amtsgericht München auf Antrag der Staatsanwaltschaft München I einen Beschluss zur freiwilligen DNA-Reihenuntersuchung, der vom 8. bis 10.7.2011 vollzogen werden wird. Die betroffenen Personen erhalten in den nächsten Tagen ein entsprechendes Einladungsschreiben.", erklärt Pressesprecher Christoph Reichenbach vom Polizeipräsidium München.

Am 17. Mai.1985 meldete ihre inzwischen verstorbene Mutter die damals 8jährige Michaela Eisch als vermisst. Das Mädchen hatte an diesem Tag gegen 10.30 Uhr die Wohnung der Großeltern verlassen, um erstmalig allein mit der U-Bahn vom Innsbrucker Ring zur Arbeitsstelle der Mutter am Hauptbahnhof zu fahren. Die Mutter wartete jedoch vergeblich auf ihr kleines Mädchen, das sie von der Arbeit abholen wollte.

Trotz umfangreicher polizeilicher Suchmaßnahmen blieb das Mädchen die nächsten vier Wochen spurlos verschwunden. Am 14. Juni 1985 konnte der Leichnam der ermordeten Michaela Eisch in einem Gebüsch bei der Braunauer Eisenbahnbrücke in München aufgefunden werden. Das Mädchen war vergewaltigt und mit ihrer eigenen Unterhose erdrosselt worden.

Dieser ungeklärte Mordfall war immer wieder Gegenstand einer Öffentlichkeitsfahndung der Polizei und wurde auch im Rahmen der Fernsehdokumentation „Ungeklärte Morde“ verfilmt. Trotz der fortlaufenden und umfangreichen Ermittlungen, auch im Rahmen einer Sonderkommission und der Abarbeitung der eingegangenen Hinweise, konnte bisher kein Tatverdächtiger überführt werden.

Mit modernen Verfahren können heute DNA-Spuren ausgewertet werden, die damals noch nicht analysiert werden konnten. Im Zuge dieser spurentechnischen Überarbeitung der damals sichergestellten Asservate konnte eine tatrelevante männliche DNA-Spur herausgearbeitet werden. Diese konnte aber bisher keiner Person zugeordnet werden.

Zwei Zeuginnen hatten am Tattag unabhängig voneinander Michaela Eisch mit einem Mann im Bereich des Tatortes gesehen haben. "Da das Kind und der Mann nach der Beobachtung der Zeuginnen vertraut miteinander umgegangen sind, vermuten wir, dass der vermeintliche Täter aus dem räumlichen Umfeld von Michaela Eisch stammt." so Reichenbach. Stimmt die geschätzte Altersangabe des Täters von damals mit etwa 30 Jahre, müsste er heute zwischen 55 und 60 Jahre alt sein. Nach den Zeugenangaben der beiden Frauen war er etwa 1,85 Meter groß, schlank mit dunkelblonden, dichten Haaren). Gesehen wurde Michaela mit dem Mann damals in der Nähe des Kiosks an der Wittelsbacher Brücke sowie in der Nähe der Braunauer Brücke.


Das bekannte, persönliche Umfeld des Mädchens konnte im Laufe der Ermittlungen der Mordkommission als Spurenverursacher ausgeschieden werden. Auch ergaben sich keine konkreten Ermittlungsansätze aus der früheren Veröffentlichung erstellter Phantombilder. Nachdem zum jetzigen Zeitpunkt alle Ermittlungsmöglichkeiten ausgeschöpft sind, ist im Zeitraum vom 8. bis zum 10. Juli 2011 in einer Turnhalle des Polizeianwesens in der Bad-Schachener-Str. 4 in München die mit richterlichem Beschluss vom 23.3.2011 angeordnete DNA-Reihenuntersuchung geplant.

Der Massen-Gentest richtet sich an damals im erweiterten Bereich der sogenannten Maikäfersiedlung in München-Berg am Laim gemeldete männliche Personen. Von diesen damals rund 3.000 Personen sind derzeit im Großraum München noch 1.750 aktuell gemeldet und werden in den nächsten Tagen ein entsprechendes Einladungsschreiben erhalten. Betroffene Männer, die aus München weggezogen sind, werden von den Polizeidienststellen in deren Wohnort kontaktiert.

Bei dieser Untersuchung wird den betroffenen Personen ein Mundhöhlenabstrich (Speichelprobe) entnommen und nach Auswertung mit dem Spurenmaterial verglichen. Die Untersuchung ist freiwillig. Das entnommene Material sowie das gewonnene DNA-Muster werden nach der Auswertung im Landeskriminalamt unverzüglich vernichtet.

Die Staatsanwaltschaft München I sowie die Mordkommission München bitten die betroffenen Personen, durch Ihre freiwillige Teilnahme die Ermittlungen sowie die Aufklärung des Verbrechens zu unterstützen.

Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat oder Festnahme des Täters führen, ist bereits seit 1985 eine Belohnung in Höhe von jetzt 5.000 Euro ausgesetzt. Die Auszahlung erfolgt unter Ausschluss des Rechtsweges. Hinweise bitte an das Polizeipräsidium München, Kommissariat 11, Telefon 089 / 29 10 - 0, oder an jede andere Polizeidienststelle.