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RAVENSTEIN/ERLENBACH: Tötungsdelikt z.N. von Gabriele Pfeiffer (1994)

Wer tötete Gabriele Pfeiffer?

Am 18. Juni 1994 wurde die 27-Jährige im Erlenbach im gleichnamigen Ravensteiner Ortsteil gefunden - Hauptkommissar Thomas Nohe gibt die Hoffnung auf eine Lösung des Falls nicht auf. Auch mich beschäftigt der Fall, denn ich lebe selber seit 17 Jahren im NOK. Bis jetzt kannte ich den Fall noch nicht, aber ich möchte auch hier über den Fall berichten und ich hoffe das man die Tat aufklären kann. Wer kann Angaben zu dem Fall machen? Es wäre toll, wenn sich auch nach diesen Jahrzehnten neue Erkenntnisse für die Polizei ergeben. 


Gabriele Pfeiffer
Foto: Busch/Polizei

Während im Festzelt hunderte Besucher in bester Stimmung dem Lied "Knockin’ on Heaven’s Door" lauschten, ereignete sich nur einen Steinwurf weiter ein unvorstellbar grausames Verbrechen. Was genau geschah an diesem Sommerabend im beschaulichen "Tal der Liebe", als der Ravensteiner Ortsteil Erlenbach 700. Geburtstag feierte? Auch mehr als 20 Jahre danach beschäftigt der brutale Mord an Gabriele Pfeiffer die Beamten der Heilbronner Kriminalpolizei, die nun im neuen Polizeipräsidium dafür zuständig sind.



Den früheren Ermittlungsleiter Hugo Brenner, der nach 42 Jahren im Polizeidienst inzwischen pensioniert ist, lässt der Fall ebenfalls nicht los. Der heute 70-Jährige hatte an diesem Wochenende Bereitschaftsdienst und war von seinen Kollegen kurz vor 4 Uhr aus dem Bett geholt worden. Was ihn in Erlenbach erwartete, wird er wohl bis an sein Lebensende nicht vergessen: "Wenn ich daran denke, läuft es mir heute noch eiskalt den Rücken herunter, es herrschte eine gespenstische Atmosphäre."

Einer der ersten Ermittler vor Ort war auch Kriminalhauptkommissar Thomas Nohe, dem auch heute noch eine Vielzahl an Details präsent ist. So zeichnet er aus dem Stegreif eine Skizze des Festgeländes und des Tatorts, um die Besonderheit der Örtlichkeit darzustellen. Rund um den Veranstaltungsort hielten sich noch zahlreiche Gäste auf - alles potenzielle Zeugen. In den ersten Tagen nach der Gründung der Sonderkommission hatten die Ermittler gleich an die 1000 Spuren gesammelt - Hinweise auf Personen, Fahrzeuge oder das Umfeld des Opfers. "Für uns ging es darum, diese Flut an Informationen zu kanalisieren", erklärt Brenner. Die beschwerlichste Arbeit bestand darin, herauszufinden, wer an diesem Abend vor Ort war. "Wir haben jeden Festbesucher gefragt, mit wem er gekommen und mit wem er gegangen ist", erinnert sich Nohe. Am Ende hatte die Polizei die Namen von mehr als 1000 Festbesuchern, die alle befragt wurden.

Im Merchinger Rathaus und im Sportheim schlug die Soko, die zu Hochzeiten 35 Beamte umfasste, ihre Zelte auf. 16-Stunden-Arbeitstage seien in den ersten Wochen die Regel gewesen. Keiner der Ermittler habe nach dem Feierabend gefragt, denn jeder habe den brutalen Täter dingfest machen wollen. Jeder noch so vage Hinweis musste sorgfältig überprüft werden. "Schließlich hätte sich dahinter die Spur zum Mörder verbergen können", erläutert Brenner.

Doch alle Spuren führten ins Nichts, so dass sich die Hoffnung bald auf eine winzige Blutspur konzentrierte, die auf der Unterwäsche der Ermordeten sichergestellt worden war und die wohl vom Mörder stammt. Die DNA-Methode als kriminalistisches Mittel steckte damals allerdings noch in den Kinderschuhen. Wo heute eine Speichelprobe genügt, waren damals Blutproben und deren aufwendige Auswertung erforderlich. "Wir wären froh gewesen, wenn wir damals die heutigen Möglichkeiten gehabt hätten", unterstreicht Brenner.

Stattdessen platzten die Hoffnungen, den Täter über seinen genetischen Fingerabdruck zu überführen, wie eine Seifenblase. Ein schwerer Schlag für die Ermittler und die Hinterbliebenen. Schon in seiner aktiven Zeit habe ihn die Seite des Opfers und der Angehörigen besonders interessiert, sagt Brenner. Heute, als Vorsitzender des Weißen Rings, liegt sein Augenmerk auf eben diesen Opfern.

Thomas Nohe hat dagegen auch heute noch den Täter im Visier. Er braucht nicht einmal vom Schreibtisch aufzustehen, um sich mit dem Fall zu befassen: Ein Griff nach hinten genügt - was einiges über den Stellenwert des "Mordfalls Pfeiffer" aussagt. "Kein ungelöster Fall bleibt bei uns vergessen", unterstreicht der 55-Jährige, der nun den Arbeitsbereich Kapitalverbrechen im Heilbronner Präsidium leitet. Erst vor kurzem hat er Teile der Akten einem Kollegen gegeben, der sich einlesen soll. Einen aktuellen Anlass dafür gebe es nicht - es sei üblich, sich immer wieder ungelöste Fälle rauszugreifen, um aus einem neuen Blickwinkel zu neuen Ermittlungsansätzen zu kommen. Soweit es die aktuellen Fälle zulassen beschäftigen sich zwei Sachbearbeiter und Thomas Nohe derzeit mit dem Mord an Christine Piller, der sich vor 29 Jahren im Raum Mosbach ereignete. Anschließend soll der Fall Pfeiffer noch einmal aufgearbeitet werden.


Dass ein Mord in unmittelbarer Nähe eines Festes unbemerkt geblieben sein soll, ist schwer vorstellbar. War es einer der Besucher oder ein Fremder auf der Durchreise? "Ich war und bon immer noch davon überzeugt, dass es ein Festbesucher war", unterstreicht Thomas Nohe, "aber auch ein Durchreisender mit Bezug zur Umgebung ist nicht ganz auszuschließen." Auf Grund der Lage sei es eher unwahrscheinlich, dass jemand zufällig auf das Fest aufmerksam wurde: Die Besucher hätten durchweg eine Beziehung zur Region oder zur Band gehabt.

Doch egal, wer es war: Thomas Nohe und seine Kollegen geben die Hoffnung nicht auf, den Täter zu fassen. Beim kleinsten Hinweis auf einen Fall - egal ob aus der weiteren Region oder bundesweit -, der Parallelen aufweist, werden sie aktiv. Zudem macht die DNA-Technik ständig Fortschritte, und so könnten die Spuren den Mörder eines Tages doch noch überführen. Daneben gibt es die Hoffnung, dass der Täter, ein Zeuge oder ein Mitwisser nach so langer Zeit endlich sein Schweigen bricht: "Wie kann jemand so lange damit leben?" Diese Frage stellt sich nicht nur der Kommissar.

"Der Fall wird mich so lange beschäftigen, wie ich hier bin", weiß Nohe. Gute fünf Jahre hat er noch vor sich: "Vielleicht klappt es ja bis dahin!" Darauf hofft auch Hugo Brenner: Er wartet auf den Tag, an dem ein früherer Kollege anruft und sagt "Wir haben ihn!"

 Hinweise an die Kriminalpolizei Heilbronn, Tel. 07131/104-4444.

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