Donnerstag, 22. März 2012

Zwei Mordfälle bleiben weiter ungeklärt

Polizei bittet um Mithilfe


Der mysteriöseste Kriminalfall des Jahres bleibt weiterhin ungeklärt. Die 47-jährige kaufmännische Angestellte Claudia D. starb am 4. Januar in einem Hotelzimmer. Die Fahnder des Morddezernats KK 11 fischen immer noch im Trüben: Es gibt kein Motiv, keinen Verdächtigen, nicht eine Spur.
Zwei Mordfälle bleiben weiter ungeklärt 



War es Mord - oder war es ein Unfall, ein unglücklicher Sturz, der tödlich endete? Wochenlang konnten die Ermittler des Morddezernates keine eindeutige Antwort auf diese Frage finden.

Einige halten durchaus einen Unfall für möglich. Es ist das Gutachten der Rechtsmediziner, auf das sich der zuständige Staatsanwalt Christoph Kumpa schließlich beruft. „Das besondere Verletzungsmuster lässt sich nicht durch einen Unfall erklären. Die Mediziner sind sich sicher, dass die tödliche Verletzung an ihrem Hals nur durch äußere Gewalt durch einen Dritten zu erklären ist.” Also doch Mord? Der in diesem Jahr mysteriöseste Kriminalfall bleibt ungeklärt.

Tod im Hotelzimmer

Die 47-jährige kaufmännische Angestellte Claudia D. starb am 4. Januar in ihrem Hotelzimmer an der Birkenstraße. Dort fand tags darauf der 84-jährige Vater die Leiche seiner Tochter. Er war zum Hotel geeilt, weil er sich Sorgen gemacht hatte. Seine Tochter war nicht zu einer Verabredung erschienen.

Gemeinsam hatten sie zuvor den Jahreswechsel gefeiert. Aus diesem Anlass war die gebürtige Düsseldorferin gekommen. Seit 20 Jahren lebte sie bei ihrem Lebenspartner in München. Wenn sie ihre Familie in Düsseldorf besuchen wollte, hatte sie stets im gleichen Hotel an der Birkenstraße reserviert. Von dort aus war es nur noch einen Katzensprung zu den Eltern.

Auch jetzt, elf Monate nach der Tat, stochern die Fahnder des Morddezernates KK 11 nach der Nadel im Heuhaufen - und finden absolut nichts. Es gibt kein Motiv, keinen Verdächtigen, nicht eine Spur. „Wir haben keinen einzigen Ermittlungsansatz”, räumt Staatsanwalt Kumpa ein. Alle Alibis aus dem Umfeld des Opfers wurden überprüft, die Hotelgäste ausfindig gemacht und befragt. Aber keiner hatte etwas Verdächtiges beobachtet. Selbst die Experten vom Landeskriminalamt fanden keine tatrelevanten DNA-Spuren. So ist zu befürchten, dass dieser ungelöste Fall eines Tages zu den Akten gelegt werden muss.

Auch beim aufwändigsten Kriminalfall der vergangenen Jahre gibt es keinen Durchbruch. Aber wenigstens sind hier noch eine Menge Spuren auszuwerten. Seit fast zwei Jahren sind die Fahnder dem Mörder von Galina A. (Foto oben) auf den Fersen. Sie jagen ein Phantom - ohne Gesicht, ohne Namen. Es gibt keinen konkret Verdächtigen - nur viele Fragezeichen. Die 54-jährige deutsch-russische Geschäftsfrau wurde am 26. Januar 2008 vor ihrer Garage des Reihenhauses am Nöggerathweg in Wersten mit mehreren Messerstichen getötet. Zu diesem Zeitpunkt hatten Zeugen einen silberfarbenen amerikanischen Jeep in der Nähe beobachtet. War es der Wagen des Mörders?

Große DNA-Untersuchungen

Die Polizei entschied sich zu einer der größten DNA-Untersuchungen. Bundesweit wurden fast tausend Halter dieses Fahrzeugtyps angeschrieben und um die Abgabe einer Speichelprobe gebeten. Sämtliche Tests verliefen negativ. Aber: Einige Dutzend Autofahrer machten beim DNA-Test nicht mit - und zählen damit zum Kreis der potenziell Verdächtigen. „Wir müssen herausfinden, ob bei einem von ihnen eine Verbindung nach Düsseldorf besteht und so den Kreis weiter einengen. Und das dauert”, berichtet Staatsanwalt Kumpa.

Es ist nicht die einzige Spur, die er verfolgt. Die Ermordete hatte für Kunden Zollangelegenheiten im In- und Export-Geschäft abgewickelt. Kurz vor ihrem Tod wurden vom Firmenkonto des Opfers größere Geldbeträge in fünf- und sechsstelliger Höhe ins Ausland überwiesen. „Es gab Zahlungen, die wir uns nicht erklären können”, gibt Christoph Kumpa zu bedenken. Möglicherweise „könnte es sich um Schmiergelder handeln”, vermutet der Staatsanwalt. Um die „auffälligen Transaktionen” ins Ausland zu erklären, hat die Justizbehörde drei Rechtshilfersuchen an drei Staaten gestellt.

Ein Ergebnis gibt es bisher noch nicht.

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