UPDATE/BERLIN: Tötungsdelikt z. N. von Jane Doe Spandauer Stadtforst (1988)

Der Mord an Jane Doe Spandauer Stadtforst

Wer kann die Frau identifizieren?


Im November 1988 wurde im Spandauer Stadtforst im Westen Berlins die Leiche einer jungen Frau entdeckt – in einem Jutesack verpackt, teilweise bereits skelettiert, offenbar Opfer eines gewaltsamen Verbrechens. Bis heute ist ihre Identität ungeklärt und der Fall zählt zu den mysteriösesten Cold Cases in der Region. Im Mai 2023 habe ich bereits ausführlich über diesen ungeklärten Mord berichtet [siehe unten], als die Polizei den Fall im Rahmen der internationalen Kampagne "Identify Me" öffentlich machte, um neue Hinweise aus der Bevölkerung zu bekommen. Dennoch blieb die Identität des Opfers bislang im Dunkeln.

Nun, im Januar 2026, gibt es einen weiteren Anlauf in den Ermittlungen. Polizei und Staatsanwaltschaft haben erstmals ein aktuelles Foto einer Frau aus den 1980er-Jahren veröffentlicht, von der Ermittler vermuten, dass sie mit dem Fall in Verbindung stehen könnte. Die Ermittler hoffen, durch dieses Bild sowie die Aussetzung einer Belohnung endlich neue Hinweise zu erhalten, die zur Identifizierung der Toten und zur Aufklärung des Mordes führen könnten.

Foto einer unbekannten Frau veröffentlicht

Mit der Veröffentlichung eines Fotos bittet das Landeskriminalamt Berlin um Informationen zu einer unbekannten Frau. Das Foto entstand Mitte der 80er Jahre. Die Frau soll damals sowohl in der West- als auch in der Ostberliner Musikszene unterwegs gewesen sein.

Wer kennt die unbekannte Frau?
Foto: Polizei Berlin

Beschreibung der unbekannten Frau 
  • Westberlinerin ohne Dialekt
  • circa 24 bis 32 Jahre alt [Stand 1987/1988
  • circa 1,65 bis 1,68 m groß, schlanke Statur
  • kurze rotbräunliche Haare

Die Belohnung 
Für Hinweise, die zur Aufklärung des Mordes an der unbekannten Frau aus dem Spandauer Stadtforst im Jahr 1987/1988 führen, hat die Staatsanwaltschaft Berlin eine Belohnung bis zu 2.500 (zweitausendfünfhundert) Euro ausgelobt.

Fragen der Ermittler:
  1. Wer kennt diese Frau?
  2. Wo hielt sich diese Frau Mitte der 80er Jahre auf?
  3. Wer kennt Kontaktpersonen der Frau, zum Beispiel Verwandte, Bekannte oder Kolleginnen und Kollegen?
  4. Wer kann etwas über ihren möglichen aktuellen Aufenthalt mitteilen?

Hinweise nimmt die 4. Mordkommission des Landeskriminalamtes Berlin in der Keithstraße 30 in Tiergarten unter der Telefonnummer (030) 4664-911444 oder per E-Mail an lka114-Hinweis@polizei.berlin.de entgegen. Außerdem nimmt auch jede andere Polizeidienststelle Hinweise entgegen. 

Erstbericht vom 10. Mai 2023:

Der Mord an Jane Doe Spandauer Stadtforst

Wer kann Jane Doe aus dem Spandauer Stadtforst identifizieren und wer ist für ihren Tod verantwortlich?


Im heutigen Beitrag geht es um einen Cold Case aus dem Jahr 1988, bei dem das Mordopfer bis heute nicht identifiziert werden konnte. Das soll sich nun aber ändern und deshalb ging die Polizei nun mit diesem Fall an die Öffentlichkeit. Der Fall ereignete sich im Spandauer Stadtforst in Berlin.


Gesichtsrekonstruktion von Jane Doe aus dem Spandauer Stadtforst. Seit 1988 ist die Identität von Jane Doe unbekannt.
Foto: Polizei 

Die Entdeckung 

Am 08. November 1988 wurde gegen 13.45 Uhr im Spandauer Stadtforst in einer offenbar durch Tiere geöffneten Erdgrube eine weibliche, teilskelettierte Leiche aufgefunden. Die Frau war offensichtlich Opfer eines Tötungsdeliktes geworden. Der Leichnam von Jane Doe war in einem Jutesack verpackt. Um den Hals waren zwei kurze Kunststofftaue [Seile] verknotet, die üblicherweise im Wassersport Verwendung finden. Dabei handelte es sich um ein einfaches gelbes Tauende und ein weiteres aus hochwertigem Material, das als "Reffbändsel" verwendet worden sein könnte. Bei Jane Doe wurde ein abgerissenes Stück Papier mit dem Stempelaufdruck des Gesundheitsamts des Bezirksamts Berlin-Schöneberg, Beratungsstelle für Geschlechtskrankheiten, aufgefunden.

Die zwei Kunststofftaue/Seile, die um den Hals von Jane Doe gebunden waren.
Foto: Polizei 

Der Leichenfundort befindet sich im Spandauer Stadtforst an der Niederneuendorfer Allee in Berlin.
Foto: Google Maps 

Die Gesichtsrekonstruktion 

Die Polizei hat eine Gesichtsrekonstruktion von Jane Doe aus dem Spandauer Stadtforst erstellen lassen. 

Gesichtsrekonstruktion von Jane Doe.
Foto: Polizei 

Gesichtsrekonstruktion von Jane Doe.
Foto: Polizei 

Der Leichenfundort 

Der Leichenfundort befindet sich im Spandauer Stadtforst an der Niederneuendorfer Allee in 13587 Berlin.

Leichenfundort im Spandauer Stadtforst an der Niederneuendorfer Allee in Berlin.
Foto: Google Maps 

Die Autopsie 

Über die genaue Todesursache von Jane Doe aus dem Spandauer Stadtforst wurde nichts veröffentlicht. Entweder kennt die Kriminalpolizei die Todesursache und möchte sie aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen oder die Todesursache konnte aufgrund der Zersetzungszustand nicht mehr festgestellt werden. Aufgrund der zwei Seile, die um den Hals von Jane Doe gebunden waren, liegt es nahe, dass sie erdrosselt worden ist [Anm. Das ist aber reine Spekulation].

Was ist über Jane Doe aus dem Spandauer Stadtforst bekannt?

  • Jane Doe war etwa zwischen 25 und 30 Jahre alt.
  • Sie war zwischen 1,62 und 1,65 m groß und hatte eine schlanke Figur. 
  • Sie hatte eine Konfektionsgröße von  36 - 38.
  • Jane Doe hatte 4 bis 7 cm lange, naturblonde Haare.
  • Sie hatte die Schuhgröße 34 bis 35.
  • Sie hatte ein vollständiges Gebiss, irgendwelche zahnärztliche Arbeiten wurden nicht genannt.
  • Die linke Gesichtshälfte von Jane Doe könnte als Folge einer teilweisen Gesichtslähmung zurücktretend gewirkt haben. 
Was ist über die Kleidung oder den persönlichen Gegenstände von Jane Doe aus dem Spandauer Stadtforst bekannt?

  • Bei der Leiche von Jane Doe wurde eine braun-beigefarbene Herrenjacke mit Stehkragen entdeckt. Das Vorderteil der Jacke war aus Leinen, die Rückseite und Ärmel waren aus Maschenware, mit Klettverschlüssen.
Zeichnung von der Herrenjacke.
Foto: Polizei 
  • Jane Doe trug ein graues, dickeres T-Shirt, das außen glatt und innen angeraut war. Es könnte sich auch um ein dickes Herrenunterhemd gehandelt haben.
  • Sie trug eine blaue Jeanshose, US-Größe 28 und einen
  • pinkfarbenen Tanga-Slip [siehe Bild]. 
Der pinkfarbene Slip.
Foto: Polizei 
  • Zudem trug Jane Doe am rechten einen Ohrring in Blattform mit glänzender lila-türkisfarbener Beschichtung aus Metall [Titan], ca. 3,5 cm lang und 1 cm breit [siehe Bild] und einen gitterartigen, rechteckigen Ohrring mit dunkelblauer Beschichtung aus Metall [Titan], ca. 4,5 cm lang und 1, 5 cm breit [siehe Bild].
Ohrring Blattform mit glänzender lila-türkisfarbener Beschichtung aus Metall [Titan].
Foto: Polizei 


Ohrring mit einer gitterartigen, rechteckigen Form mit dunkelblauer Beschichtung aus Metall [Titan].
Foto: Polizei 

  • Zudem wurde eine silberfarbene digitale Damenarmbanduhr "MELODY QUARTZ ALARM-CHRONOGRAPH" der Firma Juta aus Metall mit silberfarbenem Metallarmband, viereckiges Kopfformat mit den Maßen 3 x 2,5 cm (HxB), an den Seiten je zwei Druckknöpfe, Wochentagsangabe als Buchstaben [S M T W T F S] im rechteckigen schwarz und blau umrahmten Glas integriert. Auf der Rückseite unter dem Schriftzug JUTA befand sich die Gravur "22 9 82", vermutlich eingekratztes Datum [siehe Bild].
Armbanduhr der Firma Juta.
Foto: Polizei 


Die Gravur "22 9 82" auf der Rückseite der Uhr.
Foto: Polizei 
  • Jane Doe trug ein schwarz-braunes Lederhalsband mit Schnalle am Hals.
  • Am rechten Handgelenk trug Jane Doe zwei Frotteeringe, rot und schwarz [Haargummis].

Belohnung 
Damals hat die Staatsanwaltschaft Berlin für Informationen eine Belohnung von 5.000 Mark ausgelobt, die zur Identifizierung von Jane Doe oder Aufklärung des Falls führen. Die Belohnung ist noch aktiv, nur sind es heute natürlich 2.500 Euro.


Fragen der Ermittler:
  1. Wer kann Jane Doe aus dem Spandauer Stadtforst identifizieren?
  2. Wo wird eine Frau vermisst, die Mitte der achtziger Jahre dem Aussehen nach Ähnlichkeiten mit der Gesichtsrekonstruktion der Toten hatte?
  3. Wer kann Hinweise zur Identität der unbekannten Toten geben?
  4. Wer kann Hinweise zur Bekleidung der Person geben?
  5. Wer kann Hinweise zum Schmuck sowie zur Armbanduhr und den Zahlen auf der Rückseite der Uhr geben?
  6. Wer kennt die genauen Umstände und Hintergründe ihres Todes?
  7. Wer weiß, wer für den Tod von Jane Doe verantwortlich gewesen sein könnte?
  8. Wer hat einige Wochen oder Monate vor der Entdeckung im November 1988 verdächtige Personen oder ein verdächtiges Fahrzeug im Spandauer Stadtforst wahrgenommen?
  9. Wer hat andere Beobachtungen gemacht, die mit dem Tod von Jane Doe in Zusammenhang stehen könnten?
  10. Wer hat sonstige Informationen zu diesem Fall?

Landeskriminalamt Berlin
4. Mordkommission
Keithstraße 30
10787 Berlin
Telefon: 030 46649-11444

Darüber hinaus nimmt auch jede andere Polizeidienststelle Ihre Hinweise entgegen.

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