Samstag, 14. Januar 2017

GREVEN: Tötungsdelikt z. N. von Süleyman Duman

Zeugen gesucht

Auf einem Wirtschaftsweg neben dem Dortmund-Ems-Kanal entdecken Spaziergänger am Aschermittwoch 2015 ein ausgebranntes Auto. Die Polizei wird verständigt. Die Beamten machen eine schreckliche Entdeckung: Auf dem Rücksitz des Wagens liegt ein bis zur Unkenntlichkeit verbrannter Mensch. Der Beginn eines bis heute ungeklärten Mordfalls für die Kripo Münster.

Süleyman Duman
Wer tötete Süleyman Duman?
Foto: Polizei

Die Identität des Toten ist schnell geklärt: Es ist der Eigentümer des ursprünglich blauen Mercedes A 140, Süleyman Duman. Die Obduktion des 44-jährigen Mannes ergibt: Er hat noch gelebt, als der Wagen angezündet und verbrannt wurde. Der Kripo gelingt es, die letzten Tage des offensichtlichen Mordopfers zu rekonstruieren.


Süleyman Duman hat eine Frau und zwei Kinder. Doch die Ehe ist schief gegangen, seit einem Jahr lebt er getrennt von seiner Familie. Die Trennung hat er allerdings nicht verkraftet. Er leidet unter schweren Depressionen. Anfang des Jahres hat er sich deshalb auf Anraten seines Arztes in stationäre Behandlung begeben. Mehrere Wochen lang ist er im Landeskrankenhaus in Lengerich therapiert worden. Während seines Aufenthalts machte er die Bekanntschaft einer Patientin, mit der er sich ausnehmend gut versteht. Während Duman am 5. Februar 2015 die Klinik wieder verlässt, muss sie noch weiter dort bleiben. Beim Abschied vereinbaren beide, weiter in Kontakt zu bleiben.

Sein Arzt schreibt Duman weitere vier Wochen krank – eine Zeit, die für den agilen Mann eher Langeweile bedeutet. Gelegentlich geht er in ein Wettbüro, wo er um kleinere Einsätze spielt. Und tatsächlich: Bei seinem letzten Besuch dort gewinnt er etwa 10.000 Euro. Davon kauft er sich zunächst ein neues Handy. Mit dem Rest will er einen kleinen Kredit ablösen, den er vor einiger Zeit bei einer Bank in Osnabrück aufgenommen hat. Er vereinbart einen Termin am Nachmittag des Rosenmontags. Ein Bekannter, der ihm auch schon bei der Kreditaufnahme zur Seite gestanden hatte, soll ihn wieder begleiten.

Die beiden wollen sich in der Klinik in Lengerich treffen. Dort besucht Süleyman Duman an diesem 16. Februar 2015 wieder seine Bekannte. Sie ist die wohl letzte Zeugin, die Duman lebend gesehen hat. Auf dem Klinikgelände verliert sich Süleyman Dumans Spur. Was danach geschehen ist, lässt sich für die Kripo nur erahnen: Sein Besuch endet gegen 15.30 Uhr. Das Geld, das er zur Bank bringen will, hat er dabei.

Nachdem Duman sich von seiner Bekannten verabschiedet hat, dürfte er das Klinikgelände in Richtung Parkplatz durchquert haben, vermutlich in Begleitung zweier Bekannter.

Irgendwo dürfte Süleyman überwältigt und seines Geldes beraubt worden sein. In bewusstlosem Zustand wurde er vermutlich in seinem eigenen Auto an den Dortmund-Ems-Kanal gefahren. Dort wurde der Wagen mit einer brennbaren Flüssigkeit überschüttet und angezündet. Süleyman Duman ist bei lebendigem Leib auf dem Rücksitz des Wagens verbrannt.

Die Kripo nahm zwei Tatverdächtige genau unter die Lupe und ist überzeugt davon, dass sie mit der Tat zu tun haben – was die Männer allerdings bestreiten.

Fragen nach Zeugen:

  1. Wer hat Süleyman Duman am 16. Februar 2015, dem Rosenmontag, in der LWL-Klinik in Lengerich gesehen – möglicherweise in Begleitung eines oder zweier Männer? Duman trug eine schwarze Jacke mit Reißverschluss, dazu Blue-Jeans und braune halbhohe Lederstiefel.
  2. Wer hat gesehen, wie Süleyman Duman – allein oder in Begleitung – die Klinik an diesem Tag verlassen hat und draußen auf dem Parkplatz in sein Auto – einen blauen Mercedes A 140 mit dem Kennzeichen BF (Burgsteinfurt) – SE 39 gestiegen ist?
  3. Wer hat Süleyman Dumans Mercedes am 16. Februar 2015 nach 15.30 Uhr noch gesehen?
  4. Wem ist der Mercedes auf dem Parallelweg am Dortmund-Ems-Kanal zwischen Rosenmontag und Aschermittwoch aufgefallen? Er stand bei Schmedehausen in der Nähe eines Motocross-Geländes.
  5. Wer hat Süleyman Duman im Februar 2015 in Wettbüros in Greven gesehen – eventuell in Begleitung eines Mannes?

Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen, ist eine Belohnung von 5.000 Euro ausgesetzt.

Zuständig: Kripo Münster, Telefon: 0251 / 275 40 00

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