Donnerstag, 9. April 2015

KASSEL: Vermisst Joachim Szieleit (1993)

Polizei vermutet Verbrechen: 

Was ist mit Joachim Szieleit passiert?



Joachim Szieleit
Foto: Polizei

Seit dem 6. Mai 1993 wird Joachim Szieleit aus Kassel vermisst. Der 32-Jährige nannte sich selbst "Der Tote" und führte ein Leben im Verborgenen. Vermutlich, so glaubt die Polizei, hatte er 80.000 Mark bei sich, wurde in eine Falle gelockt und ermordet.

Kassel 1993: Joachim Szieleit handelt mit gebrauchten Fahrzeugen. Er kauft sie meist über Zeitungsinserate und stellt sie zum Verkauf bei Autohändlern unter - gegen Zahlung einer Provision. Szieleit wohnt unter falschem Namen in einem anonymen Mietshaus in der Innenstadt von Kassel.

Nicht gemeldet, keine Steuern

Er ist polizeilich nicht gemeldet und zahlt auch keine Steuern. Seine Geschäfte wickelt er meist mit Helfern ab, die er stunden- oder tageweise für die Überführung von Fahrzeugen einstellt. Nebenbei verleiht Szieleit auch Geld - zu gepfefferten Konditionen.

All diese Geschäfte protokolliert er in einem kleinen Heftchen, das er immer bei sich trägt. Da der Autohandel in bar abgewickelt wird, hat Szieleit stets viel Geld dabei. Er trägt es immer wieder öffentlich zur Schau, wie die Polizei später herausfindet.

Mysteriöser Anruf

Am 5. Mai 1993 ist Szieleit mit zwei Helfern unterwegs. Unter anderem kaufen sie ein Auto in Hameln. Auf der Hinfahrt, so sagen seine Begleiter später aus, bekommt Szieleit auf seinem Funktelefon einen Anruf. Mit dem vermeintlichen Verkäufer eines Mercedes SL soll er sich auf den Verkaufspreis von 80.000 Mark geeinigt haben. Das Geld solle Szeileit am nächsten Tag in bar mitbringen - zu einem Treffpunkt an der Kfz-Zulassungsstelle in Kassel.

Am 6. Mai gegen 10 Uhr gibt es ein letztes Lebenszeichen von Szieleit. Er geht an sein Schließfach bei einer Kasseler Sparkasse. Vermutlich holt er sich dort das Geld zum Kauf des Mercedes SL. Seit diesem Zeitpunkt gilt er als vermisst.

Personenbeschreibung (zum Zeitpunkt des Verschwindens):

  • 1,80 m groß, kräftig, 
  • starker Bauchansatz, 
  • kurze dunkelbraune Haare, 
  • Oberlippenbart, 
  • Brillenträger, 
  • bekleidet meist mit Jogging- oder Armeehosen.

Fragen nach Zeugen:

  • Wer hat Joachim Szieleit nach dem 6. Mai 1993, 10 Uhr noch gesehen?
  • Wer kann etwas zu dem weißem Mercedes SL sagen, den Szieleit angeblich am Tag seines Verschwindens kaufen wollte? Ist ein solches Fahrzeug damals irgendwo gestohlen oder weiteren Interessenten zum Kauf angeboten worden?
  • Wer kann etwas zu Szieleits Verschwinden sagen und hat sich bisher nicht der Polizei anvertraut?

Viele Gläubiger und Geschäftspartner hatten nach den Erkenntnissen der Kripo damals kein Interesse an der Aufklärung des Falls. Da Szieleits Notizheft ebenfalls verschwunden war, konnte man ihnen nicht nachweisen, sich Geld von ihm geliehen zu haben oder dass er Autos bei ihnen untergestellt hatte. Einige sollen das damals ausgenutzt haben, um sich zu bereichern. Diese Delikte sind jedoch längst verjährt und interessieren die Polizei nicht mehr. Den Ermittlern geht es nur noch um die Aufklärung des Vermisstenfalls.

  • Wer hat am 6. Mai 1993 an folgenden Orten in Kassel Beobachtungen gemacht, die mit dem Verschwinden von Joachim Szieleit zu tun haben könnten:
-an der Wohnung im Grünen Weg 21
-an der Sparkasse in der Wolfsschlucht,
-am Parkplatz der Zulassungsstelle an der Leipziger Straße, 
-am Parkplatz in der Nähe des Hochhauses an der  Holländischen Straße 206? 
(Hier wurde der weiße VW Golf mit dem Hamelner Kennzeichen HM-RZ 101 gefunden, den der Vermisste am 5. Mai in Hameln gekauft hatte.)

Zuständig: Kripo Kassel, Telefon 0561 / 91 00

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