Donnerstag, 17. Oktober 2013

PORTUGAL/GROßBRITANNIEN: Vermisst Madeleine McCann

Wo ist Madeleine? Dreijährige verschwindet 2007 in Portugal


Ein schlafendes Kind wird 2007 aus einer Ferienwohnung verschleppt. Die polizeilichen Ermittlungen verlaufen im Sande. Auch die weltweite Suche bleibt ohne Ergebnis. Was passierte mit Madeleine McCann? Es ist einer der rätselhaftesten Kriminalfälle aller Zeiten. Jetzt geht Scotland Yard mit neuen Fragen an die Öffentlichkeit.



Madeleine McCann

Friedliche Tage 

Samstag, 28. April 2007. Das englische Ärzte-Paar Kate und Gerry McCann kommt mit seinen drei Kindern in Praia da Luz an der portugiesischen Algarve an. Sie wollen mit mehreren befreundeten Familien eine Woche in dem Urlaubsort verbringen. Am Rande des "Ocean Clubs", der vor allem bei britischen Touristen beliebt ist, beziehen die McCanns ein Apartment im Erdgeschoss.

Ihre älteste Tochter Madeleine ist fast vier, die beiden jüngeren Zwillinge zwei Jahre alt. Die Familie genießt unbeschwerte Tage am Strand und auf dem Tennis-Platz. Zudem werden die Kinder im "Kids Club" auf der Anlage gut betreut. Zu einem regelmäßigen Treffpunkt der Gruppe entwickelt sich eine Tapas-Bar am Pool des Clubs, knapp 50 Meter von der Ferienwohnung der McCanns entfernt.

Gemeinsames Essen

Zum gemeinsamen Abendessen treffen sich die Erwachsenen immer in der Tapas-Bar, nachdem sie ihre Kinder zu Bett gebracht haben. Mindestens alle 30 Minuten gehen die Eltern abwechselnd nachsehen, ob nicht eines der Kinder aufgewacht ist. In den ersten Tagen funktioniert das reibungslos. Auch Madeleine und ihre Geschwister schlafen stets tief und fest.

Doch am Donnerstag, dem 3. Mai 2007 kommt es zur Katastrophe. Als Kate McCann gegen 22 Uhr im Apartment nachsieht, ist Madeleine verschwunden. Das Fenster steht offen, der Rollladen des Kinderzimmers ist oben. Noch in der Nacht wird überall nach der Dreijährigen gesucht - ohne Erfolg. Auch eine großangelegte Suche der portugiesischen Polizei führt zu keinem Ergebnis.

Weltweite Fahndung

Die portugiesische Polizei stellt am 21. Juli 2008 die Ermittlungen aufgrund fehlender Spuren ein. Scotland Yard untersucht den Fall seit 2011 und hat mehrere neue Ermittlungsansätze aufgezeigt. Wie sich zeigte, wurden im Vorfeld von Madeleines Entführung mehrere verdächtige Personen in der Nähe des Appartements gesehen. Auffällig ist zudem, dass es im April 2007 einen Anstieg von Einbrüchen in Praia da Luz gegeben hat. War es eine geplante Entführung oder vielleicht ein missglückter Einbruch, bei dem Madeleine einen Täter störte?

Dringend verdächtig ist aus Sicht der britischen Ermittler ein unbekannter Mann. Etwa zur gleichen Zeit, als das Verschwinden der Dreijährigen entdeckt wurde, war er auf dem Weg in Richtung Strand gesehen worden, knapp zehn Fußminuten vom Ocean Club entfernt. Er trug ein regloses Kind in seinen Armen. Aufgrund der Zeugenaussagen wurden zwei Phantombilder angefertigt, die diesen Mann zeigen sollen.

Beschreibung des Manns mit Kind:



  • 35 bis 40 Jahre alt, 
  • 1,75 bis 1,80 m groß, 
  • sportliche Figur, 
  • kurzes braunes Haar, 
  • sonnengebräunte Haut.

Einige Spuren, denen Scotland Yard nachgeht, führen auch nach Deutschland. So wurden in den Tagen und Stunden vor Madeleines Verschwinden mehrfach Männer, meist zu zweit, in der Nähe des Apartments gesehen, die sich verdächtig verhielten. Zum Teil gaben die Zeugen an, dass die Männer deutsch oder holländisch gesprochen haben. Aufgrund dieser Zeugenaussagen wurden zwei weitere Phantombilder erstellt.

Bildergebnis für maddie mccann verdächtige
So sollen die beiden Männer ausgesehen haben.


Beschreibung der beiden Männer:

  • 30 bis 35 Jahre alt, 
  • sehr kurze blonde Haare. 
Einer der Beiden, der in den Tagen vor Madeleines Verschwinden das Apartment der Familie McCann beobachtet haben soll, trug eine große Sonnenbrille.

Madeleines Beschreibung zum Zeitpunkt ihres Verschwindens:


  • 3 Jahre alt, 
  • schulterlanges dunkelblondes Haar; 
  • besonderes Merkmal: eine angeborene Spaltbildung unterhalb der Iris im rechten Auge, ein sogenanntes Kolobom. 

Fragen nach Zeugen:

  1.  Wer weiß etwas über Madeleines Verbleib? 
  2.  Wer glaubt, einen der Männer auf den Phantombildern erkannt zu haben? 
  3. Wer war im April/Mai 2007 in Praia da Luz in Portugal und hat noch nicht mit der Polizei gesprochen?

Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung des Falls führen, ist eine Belohnung von 20.000 Pfund (ca. 24.000 Euro) ausgesetzt.

Zuständig: Bundeskriminalamt Wiesbaden, Telefon 0611 / 55 131 01

Freitag, 11. Oktober 2013

HAMBURG: Vermisst Nargis Aydan Salim

Vermisste 29-Jährige: Mordkommission ermittelt

Seit sieben Monaten gilt eine junge Frau aus Hamburg als vermisst. Die Bulgarin ist möglicherweise einem Verbrechen zum Opfer gefallen. Jetzt ermittelt die Mordkommission.

Vermisst Nargis Aydan Salim

Eine seit sieben Monaten vermisste Frau aus Bulgarien ist in Hamburg möglicherweise einem Verbrechen zum Opfer gefallen. Die Mordkommission im Landeskriminalamt hat jetzt die Ermittlungen übernommen, wie Polizeisprecher Holger Vehren am Donnerstag sagte. 
Die 29-Jährige sei vermutlich Anfang März aus ihrem Lebensumfeld in Hamburg-Wilhelmsburg verschwunden. Dort war Nargis Aydan Salim den Angaben zufolge etwa alle zwei bis drei Monate wochenweise bei Bekannten zu Besuch.

„Zunächst gingen die Ermittler davon aus, dass sie zu ihrer Familie nach Bulgarien gereist war“, erklärte Vehren. „Es gibt jedoch seit März keinen Kontakt von ihr zu Angehörigen in Bulgarien oder Deutschland.“ Die Hintergründe sind völlig unklar. Die Polizei hofft nun auf Hinweise aus der Bevölkerung und sucht Zeugen, die vor dem Verschwinden der 29-Jährigen mit ihr Kontakt hatten.

Vor rund einer Woche hatte die Polizei im Stadtteil Wilhelmsburg bereits Plakate mit der Bitte um Hinweise aufgehängt, wie der Sprecher berichtete. „Die sind alle weg, alle abgerissen.“ Bei ihren Ermittlungen hätten die Kriminalbeamten dann Hinweise bekommen, dass die Frau Opfer einer Straftat geworden sein soll. „Diese Hinweise werden derzeit von der Mordkommission überprüft.“

Die 29-Jährige ist nach Polizeiangaben 1,66 Meter groß, hat grüne Augen und trägt ein Kopftuch. 

Die Polizei bittet um Hinweise an die Verbindungsstelle im Landeskriminalamt unter der Telefonnummer 040/4286-56789.

Mittwoch, 2. Oktober 2013

DONAUWÖRTH: Tötungsdelikt z.N. von Simone Langer

Mord an 15-Jähriger nach 30 Jahren ungeklärt

Auf dem nächtlichen Heimweg fällt im Sommer 1983 eine 15-Jährige bei Donauwörth einem Verbrechen zum Opfer. Der Täter ist bis heute unbekannt. Von Wolfgang Widemann
Simone Langer 
Foto: Polizei

Vor 30 Jahren fiel Simone Langer einem Verbrechen zum Opfer. Die 15-Jährige aus Donauwörth verschwand, als sie sich per Fahrrad nachts auf dem Heimweg befand. Die in der Region in den vergangenen Jahrzehnten einmalige Tat ist bis heute ungeklärt.

Rückblende:
Die Sommerferien haben gerade begonnen. Simone Langer ist am 28. Juli mit dem Fahrrad erst am Riedlinger Baggersee, dann fährt sie zu einem Kumpel nach Wörnitzstein. Gegen 0.15 Uhr macht sich die Gymnasiastin auf den Weg nach Hause. Dort kommt sie aber nie an.

Die Eltern alarmieren am Morgen die Polizei. Die startet sofort eine Suchaktion. Das einzige, was im Laufe des Tages auftaucht, sind Simones rotes Damenrad und eine Plastiktüte mit ihren Badesachen. Der Fahrer eines Mähfahrzeugs entdeckt die Gegenstände in einer Wiese neben der Straße am nördlichen Eingang der Stadt, zwischen Ortsschild und Berger Kreuz.

Anwohner aus Berg berichten von Schreien einer Frauenstimme, die sie zwischen 0.30 und 1 Uhr gehört haben und die plötzlich verstummt seien. Zeugen schildern, dass sie in besagtem Zeitraum einen Lieferwagen mit gerader Front und geschlossenem Aufbau am Straßenrand stehen sahen. Der Polizei fällt eine Bremsspur in diesem Bereich auf. Simone aber ist weg.

In den folgenden Tagen wird eine große Suchaktion organisiert. „Es war ein Riesenaufwand, den man damals betrieben hat“, weiß Peter Timko, Leiter der Kripo Dillingen. Eine Sonderkommission wird gebildet, Hunderte von Polizisten und Freiwilligen, darunter Feuerwehrleute und Reservisten, durchkämmen die Gegend – vergeblich.

Nach neun Wochen des Hoffens und des Bangens werden die schrecklichsten Befürchtungen zur Wahrheit. Ein Pilzsammler entdeckt in einem Wald nahe der A9 unweit von Allersberg (Mittelfranken) die Überreste einer Toten. Es handelt sich um Simone Langer. Die Polizei kommt bei den Ermittlungen nicht weiter. Was sich in jener Nacht wo abspielte, liegt Peter Timko zufolge noch immer im Dunkeln.


Für den Kriminalrat steht nur fest: „Simone Langer war ein Zufallsopfer.“ Das Motiv? Möglicherweise sei sie aus reiner Mordlust umgebracht worden, möglicherweise aber auch aus einem sexuellen Motiv. Oder es habe sie jemand, vielleicht im betrunkenen Zustand, angefahren und in Panik getötet. Beweise gebe es für keine Version.