Freitag, 23. November 2012

DEUTSCHLAND/NIEDERLANDE: Tötungsdelikt z. N. einer unbek. weiblichen Personen



Mord verjährt nicht


Die Tote von der Autobahn - Deutsch-holländischer Mordfall von 1976

Wer könnte die abgebildete Frau sein?

1976 wird auf dem Autobahnparkplatz "De Heul" an der A 12 in den Niederlanden die skelettierte Leiche einer jungen Frau gefunden. Schnell kommt der Verdacht auf, dass es sich um ein Mädchen handeln könnte, das im Jahr zuvor aus Bilthoven von zu Hause weggelaufen war.

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Gesichtsrekonstruktion
Doch eine Abweichung im Zahnstatus lässt die Experten zweifeln. Die sterblichen Überreste des Opfers werden in einem namenlosen Grab in Maarl beerdigt. Zehn Jahre später, 1986, wird der Mordfall noch einmal aufgerollt. Ein Anthropologe kommt nun nach intensiven Untersuchungen zu einem anderen Ergebnis. Das Opfer sei mit sehr großer Wahrscheinlichkeit doch das Mädchen aus Bilthoven.
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Gesichtsrekonstruktion 


Name auf Grabstein
Der Grabstein bekommt einen Namen, doch der Mord bleibt ungeklärt. Weitere 19 Jahre später, im Jahr 2005, meldet sich das vermeintliche Mordopfer plötzlich per E-Mail bei seiner Schwester. Das Mädchen - inzwischen Mitte 40 - hatte sich nach Deutschland abgesetzt und sich dort eine neue Identität aufgebaut.

Doch damit hat das Mordopfer vom Autobahnparkplatz erneut seinen Namen verloren. Die Polizei gibt eine Weichteilrekonstruktion des Gesichts in Auftrag und geht damit an die Öffentlichkeit. Tatsächlich ergeben sich zwei neue Spuren. Beide führen nach Deutschland. Ein unbekannter Fahrgast erzählt einem Taxifahrer, dass er das Mordopfer gekannt habe und dass es aus Essen stamme.

Zeugen melden sich Ein anderer Zeuge erinnert sich, im Sommer 1976 in der Nähe von Utrecht am Autobahnkreuz Oudenrijn ein Anhalterpärchen mitgenommen zu haben. Die Frau habe dem Mordopfer sehr ähnlich gesehen. Das Pärchen habe Deutsch gesprochen und sich gestritten. Auf der A12 seien sie Richtung Deutschland mitgefahren, bis zur Ausfahrt Maarsbergen - nur wenige hundert Meter von dem späteren Fundort der Leiche entfernt. Der Fahrer habe den jungen Leuten noch ein Motel in der Nähe empfohlen. Ob sie dort übernachtet haben, ist unklar.


Personenbeschreibungen:
Aufgrund des Ergebnisses der Gesichtsweichteilrekonstruktion dürfte das Opfer 1975/1976 etwa 18 Jahre alt gewesen sein, etwa 1,60 m groß, schlank, lange, glatte kastanienbraune Haare. Die junge Frau hatte ein schmales Kinn, vermutlich eine auffällige Nase und ein gutes Gebiss. Rechts unten fehlte jedoch ein Backenzahn.

Der Mann, der 1976 mit einer jungen Frau als Anhalter unterwegs war, soll damals 30 bis 35 Jahre alt gewesen sein, dunkles Haar, gut gekleidet - weißes Hemd, dunkles Sakko. Der Zeuge beschrieb ihn als „slawischen Typ“. Die Frau rauchte Zigaretten der Marke Peter Stuyvesant. Die beiden sollen sich gestritten haben, weil die Frau nach Deutschland zurück wollte, der Mann aber offenbar nicht. Beide könnten in den Niederlanden in der Gastronomie gearbeitet haben, möglicherweise in Scheveningen bei Den Haag.

Fragen nach Zeugen: 

  • - Wer kann etwas zur Identität des Mordopfers sagen?
  • - Wer waren die beiden Anhalter, die von dem Zeugen im Sommer 1976 mitgenommen wurden? 


Zuständig: Polizei Utrecht, Telefon 0031 - 79 / 345 98 76

VELTEN: Tötungsdelikt z.N. von Barbara Zürner

Mord beim Müllsammeln- Wer kann Angaben machen?

Ihr Engagement für saubere Straßen und Plätze hat eine 67-jährige Frau im Brandenburgischen womöglich das Leben gekostet. Als sie am Rande der Landstraße zwischen Velten und Borgsdorf in der Dunkelheit den herumliegenden Abfall aufsammelt, wird sie bewusstlos geschlagen und missbraucht.

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Fahrrad des Opfers

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Opfer


Barbara Zürner ist eine bemerkenswerte Frau. Als ausgebildete Tierärztin arbeitet sie in einem Berliner Schlachthof, doch ihre Leidenschaft gehört seit Jahrzehnten einer kleinen Dorfschmiede in Velten. Dort übte sie mit großer Begeisterung ihren Zweitberuf aus: Schmiedin. Selbst als Rentnerin schwingt sie noch den Schmiedehammer.


Zwei- bis dreimal pro Woche fährt sie von Berlin ins brandenburgische Velten - zunächst mit der S-Bahn bis Borgsdorf und dann weiter mit ihrem alten Fahrrad. Darüber hinaus engagiert sich die alleinstehende Frau im Umweltschutz. Sie bepflanzt die tristen Hinterhöfe in ihrer Nachbarschaft und sammelt den Abfall auf, den ihre Mitbürger achtlos auf Straßen und Plätzen wegwerfen. Dabei legt sie sich schon mal mit dem einen oder anderen Müllfrevler an.

Umweltschutz auf dem Heimweg


Am 29. Oktober 1997 arbeitet Barbara Zürner wieder in der Dorfschmiede in Velten. Sie bereitet die Werkzeuge einer Baufirma auf - eine langwierige Arbeit, mit der sie an diesem Tag nicht fertig wird. Wie so oft übernachtet sie im Sozialraum der Schmiede und setzt am nächsten Morgen ihre Arbeit fort. Nach dem Mittagessen mit der Familie des Schmieds fährt sie nach Hause. Den Weg zur nächsten S-Bahn-Station in Borgsdorf legt Barbara Zürner mit ihrem alten Fahrrad - einem museumsreifen Gefährt, das sie selbst für ihre Zwecke umgebaut hat - auf der Landstraße zurück.

Gelegentlich sammelt sie dabei den Müll auf, der am Straßenrand liegt. So auch an diesem Tag. Es liegt viel Abfall herum, den Verkehrsteilnehmer offenbar achtlos weggeworfen haben. Barbara Zürner hat immer Plastiktüten dabei, in denen sie den Müll zum nächsten Abfallbehälter transportiert. Bis in die Abendstunden ist die ehemalige Tierärztin am Rande der Landstraße beschäftigt.

Über vier Jahre im Koma


Um 18.45 Uhr wird Barbara Zürner dort noch in der Dunkelheit gesehen. Kurz darauf muss sie auf ihren Mörder getroffen sein. Der Unbekannte schlägt die Umweltschützerin, bis sie bewusstlos am Boden liegt. Dann missbraucht er sie auch noch. Am nächsten Morgen wird die schwer verletzte und nach wie vor bewusstlose Frau gefunden und in ein Berliner Krankenhaus gebracht. Über vier Jahre lang liegt sie dort, später dann in einem Pflegeheim bei Dresden im Koma. Am 3. März 2002 stirbt sie an den Folgen des brutalen Überfalls, ohne noch einmal erwacht zu sein.

Fragen nach Zeugen:

  • Wer hat am 30. Oktober 1997 zwischen 18.45 Uhr und 22 Uhr auf der Landstraße zwi­schen Velten und Borgsdorf im Bereich der Bushaltestelle "Leegebrucker Weg“ ein dort abgestelltes Fahr­zeug gesehen?
  • Wer weiß etwas über mögliche Konfrontationen zwi­schen Barbara Zürner und Anderen?
  • Wem hat sich der Täter in der Zwischenzeit viel­leicht offenbart?

Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen, ist eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt.

Zuständig: Kripo Neuruppin, Telefon 03391 / 3540

Mittwoch, 21. November 2012

DÜSSELDORF: Vermisst Deborah Sassen ( seit 1996)

Vermisstenfall Deborah Sassen

Wir hoffen, dass sich neue Anhaltspunkte ergeben!!!

In Deutschland gelten zurzeit 1946 Kinder und Jugendliche als vermisst. Darunter ist auch die damals achtjährige Deborah Sassen aus Düsseldorf, die 1996 vom Schulweg nie mehr nach Hause kam.
Aussehen zum Zeitpunkt des Verschwindens
Aussehen zum Zeitpunkt des VerschwindensFoto: Polizei Düsseldorf

Debbies Schultornister der Marke Mc Neill
Foto: Polizei Düsseldorf


Computeranimation - So könnte Deborah mit 15 Jahren aussehen Foto: Polizei Düsseldorf




Ihre Familie zog vor 16 Jahren von Meerbusch nach Düsseldorf. In der Henri-Dunant-Grundschule am Rheindorfer Weg in Wersten lebte sich die damals Achtjährige rasch ein. Das Mädchen wird als fröhlich und zuverlässig beschrieben. Von der Schule kam sie normalerweise immer pünktlich zum Mittagessen nach Hause. Am 13. Februar 1996 hat die Zweitklässlerin in der letzten Stunde Schwimmunterricht und muss danach noch ihren Ranzen aus der Schule holen. Um kurz nach 12 Uhr wird sie das letzte Mal gesehen.

Als Debbie nicht nach Hause kommt, gibt ihr Stiefvater eine Vermisstenmeldung auf. Die Kripo Düsseldorf beginnt sofort mit der Suche. Irgendwo auf dem knappen Kilometer zwischen dem Hinterausgang der Henri-Dunant-Grundschule und ihrem Zuhause am Kohlrauschweg ist sie spurlos verschwunden. Ist sie gewaltsam entführt worden?
Hunderte Hinweise gehen ein. Hundertschaften der Polizei suchen zwei Tage lang nach Deborah, drehen buchstäblich jeden Stein um, tauchen im halb zugefrorenen Buga-See. Ein Hinweisgeber führt die Polizei auf eine falsche Fährte. Debbies Leiche soll angeblich in einem Stausee bei Haltern liegen. Doch das Mädchen bleibt spurlos verschwunden. Der Tippgeber entpuppt sich als verwirrter Theologiestudent, der sich wichtig machen wollte. Ein Richter verurteilte den jungen Mann dazu, den Polizeieinsatz zu zahlen.

Die Familie zerbricht an dem Schicksal. Debbies große Schwester nimmt sich 1999 das Leben. Mutter Dagmar, trennte sich von ihrem Mann und lebt heute mit ihren zwei Töchtern an der Ostsee.

Mittwoch, 14. November 2012

DÜSSELDORF:Tötungsdelikt z.N. von Susan Lucan

Anklage nach acht Jahren
2004 wurde die 27-Jährige erschlagen. Jetzt will der Staatsanwalt ihren damaligen Freund Thomas S. vor Gericht stellen.
Im Juni suchte eine Hundertschaft noch an der A52 nach der Tatwaffe – ohne Erfolg.
Im Juni suchte eine Hundertschaft noch an der A52 nach der Tatwaffe – ohne Erfolg. Foto: J. Michaelies 


Der Fall ist beispiellos in Düsseldorf:
Vor acht Jahren ist die damals 27 Jahre alte Susanne Lucan erschlagen worden. Fast von Anfang an waren die Ermittler sicher: Als Täter kommt nur ihr damaliger Freund, Thomas S., infrage. Die Polizei hat ihre Nachforschungen vor langer Zeit abgeschlossen – in ihrer Statistik gilt der Fall als geklärt. Trotzdem ist der vermeintliche Mörder nie zur Rechenschaft gezogen worden. Der Staatsanwaltschaft war die Beweislage zu dünn. Jetzt hat sie dennoch Anklage gegen S. erhoben – wegen heimtückischen Mordes.


Am 20. November 2004 standen Susanne Lucans Freunde vor ihrer Wohnungstür in der Benzenbergstraße. Sie wollten mit der jungen Frau deren Geburtstag feiern. Doch Susanne öffnete nicht. Schließlich brach die Feuerwehr die Tür auf. Im Bett lag Susannes Leiche – brutal zugerichtet.

Gutachten konnten den Zeitpunkt des Todes eingrenzen

Der Verdacht fiel rasch auf Thomas S. – er hatte den Abend vor der Tat mit Susanne Lucan verbracht, sie sogar noch ins Bett gebracht. Am nächsten Tag war die 27-Jährige tot. Die Wohnungstür war nicht aufgebrochen worden. Es gab keinerlei Spuren eines anderen möglichen Täters. Doch S. bestritt den Mord von Anfang an. Immer blieb die Frage: Kann Susanne Lucan nicht doch später in der Nacht noch dem Täter die Tür geöffnet haben?

Inzwischen gibt es zwei Gutachten aus München und Jena, die durch Untersuchungen der Leiche den Todeszeitpunkt genauer eingrenzen konnten – mit großer Wahrscheinlichkeit auf eine Uhrzeit, zu der S. nach eigener Aussage noch bei Lucan war. Im Sommer ließ Staatsanwalt Christoph Kumpa noch Hundertschaftsbeamte entlang der A52 nach dem Tatwerkzeug suchen – eine weitere Hoffnung, Indizien gegen S. zu finden. Doch ohne Erfolg. „Es wird sich an der Beweislage nichts mehr ändern“, sagt Kumpa realistisch. „Entweder das reicht jetzt – oder es reicht eben nicht.“

Jetzt muss das Landgericht entscheiden, ob es die Anklage zulässt. Thomas S. ist vorerst auf freiem Fuß. Der inzwischen 38-Jährige ist verheiratet, lebt mit Frau und Kind in Ratingen. Eine Fluchtgefahr besteht wohl nicht.

Susanne Lucans Mutter hofft jetzt endlich auf Klarheit

Ein Schock war die Anklage noch einmal für Lucans Mutter Inge Meuter. „Es hat mich umgehauen“, sagte sie zur WZ. Für sie war S. als langjähriger Freund ihrer Tochter selbst wie ein Sohn. Trotzdem hofft sie endlich auf Klarheit, warum ihre Tochter sterben musste: „Ich will auf jeden Fall, dass es eine Verhandlung gibt – eine Einstellung wäre das Schlimmste.“