Freitag, 4. März 2011

KÖNIGS -WUSTERHAUSEN: Vermisst Nancy Förster

KRIMINALFALL: 

Verschwunden vor dem Scheidungstermin
Polizei hofft auf neue Hinweise im Fall Nancy Förster, von der seit 1998 jede Spur fehlt.

Nancy Förster

KÖNIGS -WUSTERHAUSEN - Als sie verschwand, war Nancy Förster 29 Jahre alt. Seit dem 9. September 1998 ist sie verschwunden. Diesen Monat würde sie 42 Jahre alt, doch dass sie noch lebt, ist unwahrscheinlich. „Wir gehen heute von einem Tötungsdelikt aus“, sagt Kommissar Falk Küchler aus Frankfurt Oder.

Routinemäßig hat das Kommissariat für schwere Kriminalität den fast 13 Jahre zurückliegenden Fall wieder aufgerollt. „Wir hoffen, dass sich Leute melden, die damals nicht mit der Polizei gesprochen haben“, sagt Küchler. Dazu wurden in Königs Wusterhausen Plakate aufgehängt, die ein Bild und eine Beschreibung der Vermissten zeigen.

Aussichtslos sei es nicht, neue Hinweise zu bekommen, sagt Küchler. Ein ähnlicher Fall – der Mord an der 1997 in Frankfurt/Oder verschwundenen Heike Nagler – sei im Jahr 2008 nach elf Jahren doch noch aufgeklärt worden, so der Polizist.

Nancy Förster hatte am 9. September 1998 um 16.38 Uhr ihre Arbeitsstelle bei der Berliner Volksbank verlassen. An dem Nachmittag hatten sie und ihr getrennt lebender Ehemann einen Termin beim Notar wegen ihrer Scheidung. Dort kam Nancy Förster aber nie an. Ihr Auto, ein grüner Toyota Corolla, wurde später in der Nähe der Bank gefunden.

Ein erster Verdacht gegen den Ehemann war damals fallengelassen worden. Mit ihm hatte Nancy Förster ein Haus im Königs Wusterhausener Ortsteil Neue Mühle bewohnt, bevor sie im selben Ort mit einem neuen Lebensgefährten zusammenzog. Sie hinterließ eine damals neunjährige Tochter.

Nancy Förster war 1,72 Meter groß und schlank. Sie hatte schulterlange, naturblonde Locken und blau-graue Augen.

1998: Nancy Förster, 29 Jahre alt und Mutter einer neunjährigen Tochter, lebt in Scheidung. Sie will sich von ihrem Ehemann endgültig trennen. Beide haben deshalb am 9. September 1998 einen Termin beim Notar. Kurz bevor Nancy Förster ihren Arbeitsplatz, die Volksbank in Berlin-Charlottenburg, um 16.38 Uhr verlässt, führt sie noch ein Telefonat mit einer unbekannten Person. Zum Termin um 18 Uhr im Stadtteil Prenzlauer Berg erscheint sie nicht.

Untergetaucht? Ermordet? Alle Suchmaßnahmen bleiben ohne Erfolg. Nur der Toyota der Vermissten wird gefunden. Er steht an derselben Stelle, an der Nancy Förster ihn am Morgen vor ihrem Verschwinden abgestellt hatte - vor dem Gebäude der Volksbank.



Die Polizei geht zunächst davon aus, dass die Frau ihr Lebensumfeld freiwillig verlassen hat. Bald aber verdichten sich die Anzeichen für Mord. Nancy Förster dürfte den Täter gekannt haben. Die Polizei durchleuchtet jetzt noch einmal das gesamte Umfeld, auch hinsichtlich möglicher Tatmotive. Die Aufklärungschance ist heute womöglich besser als vor 13 Jahren. Mitwisser könnten sich an die Polizei wenden, weil Gründe für ihr bisheriges Schweigen inzwischen entfallen sind.

Personenbeschreibung: 

Nancy Förster war bei ihrem Verschwinden 29 Jahre alt, ca. 1,70 m groß, schlank und hatte blondes Haar mit Dauerwelle. Sie trug ein dunkelblaues Jackett mit Reißverschluss, eine Bluse, ein blaues Halstuch aus Seide, eine schwarze Wildlederhose und dunkle Schuhe mit Absatz.


Verschwundene Gegenstände:
 

  •  - grüne Ledergeldbörse, darin: Personalausweis, Kreditkarten und 100 DM Bargeld;

  • - Autoschlüssel mit auffälligem Anhänger in Form eines Kinderschuhs, weiß mit buntem Muster (Werbegeschenk der Berliner Volksbank).

Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung des Falls führen, ist eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt.


Zuständig: Kripo Frankfurt/Oder, Telefon: 0335 / 561 31 16
Hinweise nimmt die Polizei unter 0700/33 33 03 35 entgegen. Der Aufruf findet sich auch unter www.polizei.brandenburg.de im Internet.