Freitag, 31. August 2012

NEUMÜNSTER: Im Juni 2008 verschwand Jasmin Jürgensen


Spurlos verschwunden

Von einem Tag auf den anderen. Der Fall Jasmin Jürgensen bleibt rätselhaft. Zunächst wurde ihr Verschwinden im Juni 2008 als normaler Vermisstenfall behandelt. Doch inzwischen sind die Ermittler sicher, dass die junge Frau einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist. Ein Leichnam wurde nicht gefunden, doch die Polizei gibt nicht auf. Zuletzt wurde die Ermittlungsarbeit sogar wieder intensiviert. 



An das Spurlose verschwinden von Jasmin Jürgensen im Juni 2008 erinnerten nur noch ein paar verblichene Fahndungsplakate. Nach neuen Hinweisen hat die Polizei ihre Ermittlungsarbeit wieder intensiviert. Foto eer



Der Grund dafür waren neue Hinweise, denen jetzt nachgegangen wird. „Es ist noch nicht alles abgearbeitet“, sagt Kripochef Jörg Seedorf. „Wir sind optimistisch, den Fall doch noch aufklären zu können.“ Um den Erfolg der Ermittlungen nicht zu gefährden, könnten Einzelheiten darüber noch nicht mitgeteilt worden.


Ins Leere ging der Hinweis eines jungen Mannes, der beim Spiel mit einer „Paintball“-Pistole in der Nähe des Bootsteiches im Speckenbütteler Park auf Reste eines menschlichen Skeletts in einem Gebüsch gestoßen sein wollte. Der Polizei offenbarte er sich erst eineinhalb Jahre später.


Obwohl der Mann einen etwas verwirrten Eindruck machte, nahmen die Beamten den Hinweis ernst und durchkämmten den ihnen genannten Bereich mit Spürhunden. An einigen Stellen wurde auch gegraben. „Ohne Erfolg“, sagt Seedorf. Auch ein ehemaliger Kumpel des Hinweisgebers, der bei dem Spiel damals dabei gewesen war, konnte sich an keinen Knochenfund erinnern.

Kind bleibt zurück


Jasmin Jürgensen war 24 Jahre alt, als sie am 12. Juni 2008 zuletzt gesehen wurde. Ihre in Neumünster lebende Mutter hatte danach mehrere Wochen kein Lebenszeichen von ihrer in der Rickmersstraße wohnenden Tochter erhalten und meldete sie im Juli als vermisst. Bis dato pflegte die junge Frau relativ engen Kontakt nach Hause. Zurück blieb ihr damals eineinhalb Jahre altes Kind, das zu jener Zeit
bei ihrer Mutter lebte. Auch alle anderen sozialen Kontakte waren von einem Tag auf den anderen abgerissen.

Die Vermisste war drogenabhängig und verdiente ihren Lebensunterhalt als Prostituierte. „Sie führte einen sehr unsteten Lebenswandel und hatte auch Verbindungen in die Türkei“, sagt Seedorf. Dennoch haben die Ermittler keinerlei Grund dafür entdeckt, warum Jasmin Jürgensen ihre Tochter und ihr gesamtes bisheriges Leben Hals über Kopf hinter sich lassen und spurlos verschwinden sollte.


Angeblich soll die Frau im Januar 2009 noch einmal mit rot gefärbten Haaren im Leher Stadtpark gesehen worden sein. Andere wollten ihr in einem Stundenhotel in Hannover begegnet sein. Eine Bestätigung dafür gab es aber nicht.


Der Fall Jürgensen ist eines von drei Kapitalverbrechen, bei denen die Polizei trotz intensiver Fahndungsarbeit noch keinen Durchbruch erzielen konnte. Nach wie vor ungeklärt ist der Mord an einen Leherheider Hausmeister im November 2010. Auch der Täter, der im Juli 2011 einen Taxifahrer am Konrad-Adenauer-Platz mit mehreren Messerstichen tödlich verletzte, läuft noch frei herum.

Dienstag, 21. August 2012

BERLIN:Tötungsdelikt z.N. von Elisabeth Dürr

Berliner Polizei rollt elf Jahre alten Mord wieder auf


Die Mordermittler hoffen, den Tod einer Berlinerin aus dem Jahr 2001 aufklären zu können. Mit Hilfe eines Phantombildes und einer Belohnung.
Verschiedene Zeugen sahen vor und nach der Tat eine verdächtige Frau am Tatort, die sich letztlich unter einem Vorwand Zutritt zum Haus verschafft hatte. Mit diesem Phantombild sucht die Polizei nach der Unbekannten
Verschiedene Zeugen sahen vor und nach der Tat eine verdächtige Frau am Tatort, die sich letztlich unter einem Vorwand Zutritt zum Haus verschafft hatte. Mit diesem Phantombild sucht die Polizei nach der Unbekannten
© Polizei Berlin

Die Berliner Polizei rollt einen ungeklärten Mord nach knapp elf Jahren wieder auf. Es gebe neue Erkenntnisse, teilte die Polizei am Montag mit. Das 2001 erstellte Phantombild einer tatverdächtigen Frau und ein Foto des Opfers wurden erneut veröffentlicht.Zudem hat die Staatsanwaltschaft eine Belohnung von 2500 Euro für Hinweise ausgesetzt. Eine 63-Jährige war am 12. September 2001 in ihrer Wohnung im Berliner Stadtteil Alt-Hohenschönhausen (Bezirk Lichtenberg) durch einen Angriff gegen den Hals getötet worden.

Bild des Opfers
Bild des Opfers-Foto:Polizei


Das Opfer Elisabeth Dürr habe in eine Doppelhaushälfte nach Halberstadt in Sachsen-Anhalt umziehen wollen, der Umzug habe kurz bevor gestanden, so die Polizei. Mehrere Zeugen hätten vor und nach der Tat eine verdächtige Frau gesehen, die sich unter einem Vorwand Zutritt zum Haus verschafft hatte. Am Tatort seien damals Spuren einer unbekannten Person sichergestellt worden, die nun neu bewertet wurden, sagte ein Polizeisprecher.
Zeugen hatten 2001 ausgesagt, die Verdächtige sei zwischen 40 bis 50 Jahre alt, etwa 1,63 bis 1,70 Meter groß, mit korpulenter, stämmiger Figur. Sie hatte etwa 8 Zentimeter lange, gewellte, dunkelblonde bis braune Haare, vermutlich mit Strähnchen sowie ein volles, ungeschminktes Gesicht mit auffälligen Augen (eventuell blau-grau).

Die Mordkommission fragt: 

  • Wer kennt eine Frau, auf die damals diese Personenbeschreibung zutraf und die möglicherweise in Halberstadt wohnt, Bezüge in den Stadtteil Gartenstadt in Halberstadt und/oder nach Berlin besitzt. 

Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat führen, hat die Staatsanwaltschaft Berlin eine Belohnung in Höhe von 2.500 Euro ausgesetzt.

Hinweise, die auf Wunsch auch vertraulich behandelt werden können, nimmt die 2. Mordkommission des Landeskriminalamtes in der Keithstraße 30 in Tiergarten unter der Telefonnummer (030) 4664 - 911 201 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.