Donnerstag, 25. Oktober 2018

ASCHAFFENBURG: Tötungsdelikt z. N. von Ramona Böttcher, Christiane Juncker und Erika Stegmann

Drei Cold Case Mordfälle werden neu aufgerollt


Es sind Fälle, die seit teilweise über 30 Jahren die ganze Aschaffenburger Region bewegen. Es sind die Schicksale von drei Frauen, deren Mörder nie gefasst werden konnten. Doch Mord verjährt nicht. Ihre Familien leben bis heute immer noch, in Ungewissheit. Die Frage, warum ihre Töchter auf grauenvolle Art und Weise sterben mussten und wer sie umgebracht hat, ist bis dato unbeantwortet.

Am 24. Oktober trifft sich zum ersten Mal eine neue Arbeitsgruppe für Altfallermittlungen in Aschaffenburg.

Warum werden genau die Fälle Junker, Stegmann und Böttcher neu aufgerollt?


Können Spuren von damals neu untersucht werden?


Gibt es womöglich Zeugen, die damals geschwiegen haben und heute über ihr Wissen sprechen wollen, weil sich Beziehungen geändert haben?

Die Mitglieder der neuen „Arbeitsgruppe für Altfallermittlungen“ in Aschaffenburg haben Hoffnung – sie wollen endlich den oder die Mörder von Christiane Junker, Erika Stegmann und Ramona Böttcher finden. Die Ermittler wollen nun alles Fragen beantworten und den Täter schnappen.


Am 24. Oktober nehmen die Ermittler ihre Arbeit in den sogenannten „Cold-Cases“ auf. Insgesamt zehn Kriminalbeamte werden für die Gruppe ausgewählt, einer aus jedem Fachkommissariat.


Warum genau Junker, Stegmann und Böttcher?


Neue Hinweise gibt es in den drei Fällen der Frauen nicht, aber eine Sache ist für die Ermittler entscheidend. Die Fälle der drei Frauen weisen gewisse Ähnlichkeiten auf, die möglicherweise in eine Ermittlungsrichtung zeigen und auch zusammenhängen könnten.


Ob es einen gemeinsamen Mörder gibt, ist allerdings noch ungewiss. Es kann sein, dass die Morde von drei unterschiedlichen, von zwei oder auch nur von einem Täter begangen wurden. Mit dieser Herangehensweise können die Ermittler am besten überprüfen, ob es in diese oder in eine andere Richtung geht.


Wie gehen die Opfer-Familien damit um?

Die Ermittler stehen im ständigen Kontakt und sind zu jederzeit Ansprechpartner für die Familien der Hinterbliebenen. Die Familien wissen bereits, dass die Fälle neu aufgerollt werden. Sie sind realistisch, aber haben alle die Hoffnung, das es neue Hinweise geben könntest, die dann zu Aufklärung der Fälle und zu Ergreifung des Täters führen.

Das sind die drei Mordfälle:

Mordfall Böttcher

Wer tötete Ramona Böttcher?


Wer tötete Ramona Böttcher?
Foto: Polizei
 


Am 16.12.1990 wird die Leiche von Ramona Böttcher im Miltenberger Ortsteil Wenschdorf gefunden. Sie wurde vermutlich dort abgelegt. Frau Böttcher war wohnhaft in Neu-Ulm und dort am 25.10.1990 zuletzt lebend gesehen worden. Sie verließ dort um Mitternacht ein Lokal und wollte vermutlich per Anhalter in ihre etwa zwei Kilometer weiter gelegene Wohnung fahren. Der Fundort der Leiche, das weiß man, war nicht der Tatort. Die Todesursache konnte damals nicht festgestellt werden.



Mordfall Juncker


Warum musste Christiane Juncker?

Christiane Junker.
Foto: Polizei

Ein Fall, der 1979 schockiert: Die 15-jährige Christiane Junker besucht am 18. Dezember 1979 einen Abendkurs an der Kolpingschule und kommt nie wieder nach Hause. Am nächsten Morgen findet man die Leiche des erwürgten Mädchens beim Pavillon im Schlosspark. Ihr lebloser Körper wurde anschließend über die Schlossmauer geworfen.


Mordfall Stegmann


Warum musste Erika Stegmann sterben?

Erika Stegmann
Foto: Polizei


Es ist Ende September gegen 20 Uhr als Erika Stegmann ihren Arbeitsplatz, ein Geschäft in der Mainaschaffer Straße in Aschaffenburg, verlässt. Es ist das vermutlich letzte Mal, dass die Verkäuferin lebend gesehen wird. Schon kurz danach muss ihr Mörder mehrfach auf sie eingestochen haben. Der Täter quält und misshandelte die Frau schwer. Spaziergänger finden ihre Leiche unterhalb der Aschaffenburger Ebertbrücke. Hier im Bereich der Brücke muss Erika Stegmann wohl auch auf ihren Mörder getroffen sein.


Grund für die Annahme: Entlang der westlichen Böschung in Richtung Mainuferweg wurden Spuren einer Flucht bzw. eines Kampfes vorgefunden.


Zeugen gesucht


Die Polizei sucht in allen drei Fällen Zeugen und Hinweise.


Um die Mordfälle klären zu können, werden Zeugen gesucht. Möglicherweise haben sich Beziehungen geändert und es ist Ihnen erst jetzt möglich über mögliches Wissen in den Fällen zu sprechen. Die Polizei nimmt Ihre Hinweise entgegen, gegebenenfalls auch vertraulich. Den Kriminaldauerdienst erreichen Sie unter: 06021 857 1731