Donnerstag, 15. Juni 2017

TRIER: Tötungsdelikt z. N. von Beatrix Hemmerle (1989)

Polizei bittet um Mithilfe im Mordfall Hemmerle

Im August 1989 wird eine junge Mutter in Trier ermordet. Der Täter wird nicht gefunden. Fast 28 Jahre später unternehmen Polizei und Staatsanwaltschaft einen erneuten Anlauf. Denn es gibt eine neue, vielversprechende Spur.


Wird der Mordfall an Beatrix Hemmerle doch noch aufgeklärt?


Trier 1988: Beatrix Hemmerle lebt mit ihrem elfjährigen Sohn in einer kleinen Erdgeschoss-Wohnung in der Hochhaussiedlung „Am Weidengraben“. Zu dieser Zeit treibt sich ein unbekannter Mann in der Gegend herum, der es offensichtlich auf Beatrix Hemmerle abgesehen hat. Mehrmals steigt der „Spanner“ auf ihren Balkon, einmal soll er sogar in ihrer Wohnung gewesen sein. Dennoch fühlt sich Beatrix Hemmerle von dem Unbekannten nicht weiter bedroht.



Tatort in Trier in der Nähe der Universität im Jahr 1989

Kurz darauf findet die junge Mutter einen neuen Partner, einen verwitweten Mann mit mehreren Kindern. Sie verloben sich und planen die Hochzeit. Dann aber gibt es Streit, die Beziehung steht auf der Kippe. Am 10. August 1989 kommt ihr Verlobter spät abends bei Beatrix Hemmerle vorbei, um sich mit ihr auszusprechen. Das Paar versöhnt sich, er bleibt über Nacht. Vermutlich bekommt der unbekannte Beobachter das mit. Ist dies das Motiv für die folgende Bluttat?

Nachts um 2 Uhr macht sich der neue Partner mit dem Auto auf den Weg nach Hause. Etwa eine Stunde später, um kurz nach drei, steigt ein Unbekannter über den Balkon in die Wohnung von Beatrix Hemmerle ein. Die Balkontür steht offen, das Rollo ist nicht ganz runtergelassen. Sofort geht der Mann mit einem großen Messer auf die schlafende Beatrix Hemmerle los.



Der Täter fügt ihr zahlreiche Schnitt- und Stichverletzungen zu. Dann flieht er. Vom Wäscheständer auf dem Balkon nimmt er ein T-Shirt mit. Beatrix Hemmerles Sohn wacht vom Kampfgeschehen auf und findet seine blutüberströmte Mutter. Sie lebt noch, kann aber nichts mehr sagen. Der Notarzt kann Beatrix Hemmerle nicht retten. Sie stirbt noch am Tatort.

Auf einem Parkplatz in der Nähe findet die Polizei das T-Shirt, das der Täter mitgenommen hat. Er hat sich damit das Blut abgewischt. Außerdem hat er seine blutverschmierte Lederjacke weggeworfen.


Lederjacke des Täters



Mysteriöser Tellerwäscher:


Erst Jahre nach der Tat erfährt die Kripo von einer Geschichte, die sich 1987 in einer Trierer Pizzeria zugetragen haben soll und die möglicherweise mit dem Mord zusammenhängt: Ein unbekannter Tellerwäscher soll einem Koch erzählt haben, dass er unglücklich in eine Frau verliebt sei. Sie wohne am „Weidengraben“, habe ein Kind und keinen Partner. Er fahre oft mit dem Taxi hin und beobachte sie. Außerdem soll der Tellerwäscher angekündigt haben, dass etwas Schlimmes passieren werde, sollte die Frau etwas mit einem anderen Mann anfangen.

Beschreibung des Tellerwäschers (1987):

  • über 40 Jahre alt, 
  • etwa 1,85 m groß, l
  • lange gelockte, grau-melierte Haare, 
  • Schnauzbart und dunkler Teint. 
  • Nach Einschätzung der Polizei könnte er aus dem türkischen, persischen oder arabischen Raum stammen. 
  • Er soll nur gebrochen Deutsch gesprochen haben. 1987 habe er in einer Pizzeria in der Trierer Innenstadt als Küchenhilfe bzw. Tellerwäscher gearbeitet, möglicherweise im Lokal „Tre Fornelli“. Alle Ermittlungen in diese Richtung blieben aber bislang ohne Erfolg. Der Tellerwäscher soll zudem erzählt haben, dass er Probleme mit den Behörden habe, und dass ihm die Ausweisung drohe.
  • Zwischenzeitlich soll er sich auch in Bitburg aufgehalten haben.

Zurückgelassener Gegenstand:
  • Nappa-Lederjacke: anthrazitfarben, Größe 48/50, Pilotentasche am linken Arm, vorne zwei große „blinde“ Taschen, braun-rotes Innenfutter. 
  • Die Jacke war damals relativ teuer, etwa 500 D-Mark, und wurde in Deutschland nur in geringer Stückzahl verkauft.

 nach Zeugen:
  1. Wer kann Angaben zu dem „Spanner“ machen, der sich Ende der 80er Jahre „Am Weidengraben“ in Trier herumgetrieben hat?
  2. Wem gegenüber hat Beatrix Hemmerle Andeutungen zu dem Mann gemacht, der ihr nachgestellt hat?
  3. Wer kann Angaben zu dem Tellerwäscher machen? Der Mann muss mit dem Verbrechen nichts zu tun haben, könnte die Ermittlungsarbeit der Polizei aber entscheidend voran bringen.
  4. Vielleicht gibt es auch Personen, denen sich der Täter anvertraut hat, oder die einen Verdacht haben, wer der Mörder sein könnte. Diese werden gebeten, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen.

Für Hinweise, die zur Aufklärung des Mordes führen, ist eine Belohnung von 5.000 Euro ausgesetzt.
Hinweise bitte an die Kripo Trier, 
Telefon 0651 / 97 79 24 80.
Zudem wurde ein Vertrauenstelefon unter der  a. g. Nummer eingerichtet: 0152 / 28 85 49 68.

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