Samstag, 28. Mai 2016

FRANKFURT/MAIN: Tötungsdelikt z. N. von Gisela Singh (1991)


Wer kann Angaben machen?

Die Leiche  von Gisela Singh wurde 1991 im Hofheimer Wald gefunden.


Gisela Singh
Foto: Polizei

Ist auch Manfred Seel der Mörder von Gisela S.? Viele spekulieren das auch Gisela S. ein Opfer von Manfred S. war, deshalb wird nun auch dieser ungeklärte Mord nochmal auf Parallelen untersucht. Mindestens fünf, vielleicht sogar zehn Prostituierte aus dem Frankfurter Milieu soll der Schwalbacher Manfred Seel zwischen 1971 und 2004 umgebracht haben. Möglicherweise auch den 13 Jahre alten Tristan Brübach, ich berichtete davon. Der mutmaßliche Mörder starb vor zwei Jahren an Krebs. Erst durch den Tod von Manfred Seel kam man sein Geheimnis auf die Spur.  Der Fall Gisela Singh († 36) gehört zu der unheimlichen Mordserie. 
Es war ein schöner Tag, ende Juni 1991. In Hofheim wurde, das Eröffnungsfest zum Kreisstadtsommer 1991, in der Innenstadt gefeiert. Viele Menschen gingen in die Innenstadt von Hofheim. Eine Familie aus Kelsterbach, bestehend aus drei Familienmitglieder, war der große Trubel zu viel und sie entschieden sich für einen Sparziergang im Hofheimer Wald. In der Nähe des Parkplatzes „Am Eselsweg" der sich unweit der Straße nach Langenhain befindet, waren die drei unterwegs. Beim Versuch die ersten Pilze zu finden,  stießen sie im Unterholz auf etwas ganz anders. Sie fanden eine schon stark verweste Leiche. Die Rechtsmedizin schätzte das Alter, der Leiche auf 50-60 Jahre. Später konnte aber durch Ermittlungen und Zeugen die Identität der Leiche geklärt werden, es war die 36-jährige Gisela Singh.
Gisela S. war Drogenabhängig und verdiente sich ihr Geld auf den Frankfurter Straßenstrich. Sie war Obdachlos und zudem hatte sie auch Aids.



Auch in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen xy ungelöst" wurde über das Schicksal von Gisela S. berichtet und ein Filmbeitrag (s.O.) dazu ausgestrahlt. Doch leider konnte man den Mörder nicht finden. Nun fast 25 Jahre später könnte, der Fall doch noch aufgeklärt werden.

Der Mutmaßlicher Mörder: Manfred Seel aus Schwalbach. Das zumindest hält die Arbeitsgruppe „Alaska“ beim Landeskriminalamt (LKA) Wiesbaden für möglich, die durch den Fund von Leichenteilen in einer von Seel angemieteten Garage auf die Idee kam, alte Mordfälle auf auffällige Parallelen hin anzuschauen.


Dass die Leiche von Gisela Singh Stiche im Unterbauch aufwies, wurde schon 1991 bekannt. Man meinte damals, das die Stiche auch von einem Kampf mit dem Mörder, stammen könnten. Der Mörder hat sein Opfer aber laut Bericht der Gerichtsmedizin erdrosselt oder erwürgt. Was die Ermittler damals der Öffentlichkeit verschwiegen: Der Körper von Gisela Singh wurde – wie bei allen anderen Opfern, für die das LKA Manfred Seel als mutmaßlichen Mörder ansieht – verstümmelt. Der Täter hat Leichenteile entnommen. Warum, dazu gibt es verschiedene Vermutungen, die von sexueller Befriedigung bis zu Kannibalismus reichen.

Die Ermittlungen in den Wochen nach der Auffindung der Leiche, die vermutlich mindestens 14 Tage unentdeckt im Hofheimer Wald lag, konzentrierten sich auf einen Stamm-Freier von Gisela Singh. 40 bis 50 Jahre alt sollte er gewesen sein, circa 1,80 Meter groß und stets gut gekleidet, so die Beschreibung. 
War er der Gesuchte?
Der 2014 verstorbene Manfred Seel war 1991 44 Jahre alt. Auch Dominique Monrose, einer weiteren Prostituierte, deren Leiche 1993 in Frankfurt gefunden worden war, könnte Seel aals Mörder in Frage kommen. Ob Manfred Seel als Täter überführt werden kann, ist unklar. Noch fehlen dafür konkrete Spuren und Beweise. Und ohne Beweise, gilt die Unschuldsvermutung, auch über den Tod hinaus.

Die Ermittler haben noch Fragen an die Bevölkerung:



  1. Können Sie Angaben zu Kontakten zwischen Manfred Seel und den Opfern machen?
  2. Gibt es Zeugen, die Seel und Singh oder Monrose zusammen wahrgenommen haben?
  3. Wer kennt die Freier, der Opfer?
  4. Gibt es direkte Kolleginnen aus dem Umfeld, des Frankfurter Straßenstrich, die Auskunft über die Getöteten geben können? 


 
 
 
 

Insgesamt sind zu der Mordserie bereits 80 Zeugenhinweise eingegangen. Nur wenige seien vielversprechend, aber man müsse allen nachgehen, erklärte ein Sprecher des LKA.

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