Montag, 23. Februar 2015

KASSEL: Todesfall Waldemar Danilkin

Ermittlungen wieder aufgenommen


Auch nach 17 Jahren fragen sich die Angehörigen und Freunde, was ist wirklich mit Waldemar passiert. Wie waren die tatsächlichen Umstände seines Todes. War es ein Verbrechen? Ein Unfall? Oder war es doch ein Suizid? Auch mit diesen Fragen beschäftigt sich die Polizei erneut. Nach neuen Hinweisen nimmt die Kriminalpolizei die Ermittlungen wieder auf.

Vor 17 Jahren wurde die Leiche des 20-jährigen Waldemar Danilkin im Innenhof der Kasseler Hauptpost an der Gießbergstraße entdeckt.
Die Leiche von Waldemar Danilkin wurde Anfang 1998 im Innenhof der Neuen Hauptpost an der Gießbergstraße gefunden.
Foto: Polizei

Nachdem jüngst neue Hinweise in dem Fall aufgetaucht sind, hat die Staatsanwaltschaft Kassel die Ermittlungen wieder aufgenommen.


Wir ermitteln wegen des Verdachts des Totschlags“, sagt der Erste Kriminalhauptkommissar Helmut Wetzel, Leiter des K 11 der Kasseler Kripo.


Wiederaufnahmeverfahren sind sehr selten. Zuletzt war 2008 in Kassel ein ungeklärter Fall neu aufgerollt worden: der Mord an Anita Gerth, der 1982 passiert war. Nach 26 Jahren überführte die Kasseler Kripo den Mörder der zweifachen Mutter anhand von DNA-Spuren.


DNA-Spuren auf Zigarettenkippen, die im Umfeld der Leiche von Waldemar Danilkin lagen, haben jetzt auch zur Wiederaufnahme des Ermittlungsverfahrens geführt. Unter anderem sei die DNA eines Unbekannten sichergestellt worden. Die Kripo, die zur Aufklärung des Falls die „AG Post“ gegründet hat, hofft, dass sich dieser Zeuge nach 17 Jahren noch meldet.


Von Anfang an gab der Tod des 20-jährigen Spätaussiedlers aus Russland, der in Kassel eine Sprachschule besuchte, den Ermittlern Rätsel auf. Fest stand damals nur, dass der junge Mann bereits tot war, als er in den Innenhof der Hauptpost gebracht wurde, sagt Kriminaloberkommissar Horst Cäsa, Leiter der „AG Post“. Aber wie war die Leiche dort hineingelangt? Die Rolltore der Post waren Freitagabend geschlossen worden.


Die Obduktion sei damals zu dem Ergebnis gekommen, dass Danilkin Opfer eines Autounfalls geworden war und anschließend in dem Hof abgelegt wurde, sagt Cäsa. Allerdings habe ein anderer Gutachter Verletzungen entdeckt, die nicht zu einem Unfall passten. Die Leiche soll jetzt exhumiert werden.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen