Mittwoch, 2. Oktober 2013

DONAUWÖRTH: Tötungsdelikt z.N. von Simone Langer

Mord an 15-Jähriger nach 30 Jahren ungeklärt

Auf dem nächtlichen Heimweg fällt im Sommer 1983 eine 15-Jährige bei Donauwörth einem Verbrechen zum Opfer. Der Täter ist bis heute unbekannt. Von Wolfgang Widemann
Simone Langer 
Foto: Polizei

Vor 30 Jahren fiel Simone Langer einem Verbrechen zum Opfer. Die 15-Jährige aus Donauwörth verschwand, als sie sich per Fahrrad nachts auf dem Heimweg befand. Die in der Region in den vergangenen Jahrzehnten einmalige Tat ist bis heute ungeklärt.

Rückblende:
Die Sommerferien haben gerade begonnen. Simone Langer ist am 28. Juli mit dem Fahrrad erst am Riedlinger Baggersee, dann fährt sie zu einem Kumpel nach Wörnitzstein. Gegen 0.15 Uhr macht sich die Gymnasiastin auf den Weg nach Hause. Dort kommt sie aber nie an.

Die Eltern alarmieren am Morgen die Polizei. Die startet sofort eine Suchaktion. Das einzige, was im Laufe des Tages auftaucht, sind Simones rotes Damenrad und eine Plastiktüte mit ihren Badesachen. Der Fahrer eines Mähfahrzeugs entdeckt die Gegenstände in einer Wiese neben der Straße am nördlichen Eingang der Stadt, zwischen Ortsschild und Berger Kreuz.

Anwohner aus Berg berichten von Schreien einer Frauenstimme, die sie zwischen 0.30 und 1 Uhr gehört haben und die plötzlich verstummt seien. Zeugen schildern, dass sie in besagtem Zeitraum einen Lieferwagen mit gerader Front und geschlossenem Aufbau am Straßenrand stehen sahen. Der Polizei fällt eine Bremsspur in diesem Bereich auf. Simone aber ist weg.

In den folgenden Tagen wird eine große Suchaktion organisiert. „Es war ein Riesenaufwand, den man damals betrieben hat“, weiß Peter Timko, Leiter der Kripo Dillingen. Eine Sonderkommission wird gebildet, Hunderte von Polizisten und Freiwilligen, darunter Feuerwehrleute und Reservisten, durchkämmen die Gegend – vergeblich.

Nach neun Wochen des Hoffens und des Bangens werden die schrecklichsten Befürchtungen zur Wahrheit. Ein Pilzsammler entdeckt in einem Wald nahe der A9 unweit von Allersberg (Mittelfranken) die Überreste einer Toten. Es handelt sich um Simone Langer. Die Polizei kommt bei den Ermittlungen nicht weiter. Was sich in jener Nacht wo abspielte, liegt Peter Timko zufolge noch immer im Dunkeln.


Für den Kriminalrat steht nur fest: „Simone Langer war ein Zufallsopfer.“ Das Motiv? Möglicherweise sei sie aus reiner Mordlust umgebracht worden, möglicherweise aber auch aus einem sexuellen Motiv. Oder es habe sie jemand, vielleicht im betrunkenen Zustand, angefahren und in Panik getötet. Beweise gebe es für keine Version.

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