Freitag, 23. November 2012

VELTEN: Tötungsdelikt z.N. von Barbara Zürner

Mord beim Müllsammeln- Wer kann Angaben machen?

Ihr Engagement für saubere Straßen und Plätze hat eine 67-jährige Frau im Brandenburgischen womöglich das Leben gekostet. Als sie am Rande der Landstraße zwischen Velten und Borgsdorf in der Dunkelheit den herumliegenden Abfall aufsammelt, wird sie bewusstlos geschlagen und missbraucht.

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Fahrrad des Opfers

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Opfer


Barbara Zürner ist eine bemerkenswerte Frau. Als ausgebildete Tierärztin arbeitet sie in einem Berliner Schlachthof, doch ihre Leidenschaft gehört seit Jahrzehnten einer kleinen Dorfschmiede in Velten. Dort übte sie mit großer Begeisterung ihren Zweitberuf aus: Schmiedin. Selbst als Rentnerin schwingt sie noch den Schmiedehammer.


Zwei- bis dreimal pro Woche fährt sie von Berlin ins brandenburgische Velten - zunächst mit der S-Bahn bis Borgsdorf und dann weiter mit ihrem alten Fahrrad. Darüber hinaus engagiert sich die alleinstehende Frau im Umweltschutz. Sie bepflanzt die tristen Hinterhöfe in ihrer Nachbarschaft und sammelt den Abfall auf, den ihre Mitbürger achtlos auf Straßen und Plätzen wegwerfen. Dabei legt sie sich schon mal mit dem einen oder anderen Müllfrevler an.

Umweltschutz auf dem Heimweg


Am 29. Oktober 1997 arbeitet Barbara Zürner wieder in der Dorfschmiede in Velten. Sie bereitet die Werkzeuge einer Baufirma auf - eine langwierige Arbeit, mit der sie an diesem Tag nicht fertig wird. Wie so oft übernachtet sie im Sozialraum der Schmiede und setzt am nächsten Morgen ihre Arbeit fort. Nach dem Mittagessen mit der Familie des Schmieds fährt sie nach Hause. Den Weg zur nächsten S-Bahn-Station in Borgsdorf legt Barbara Zürner mit ihrem alten Fahrrad - einem museumsreifen Gefährt, das sie selbst für ihre Zwecke umgebaut hat - auf der Landstraße zurück.

Gelegentlich sammelt sie dabei den Müll auf, der am Straßenrand liegt. So auch an diesem Tag. Es liegt viel Abfall herum, den Verkehrsteilnehmer offenbar achtlos weggeworfen haben. Barbara Zürner hat immer Plastiktüten dabei, in denen sie den Müll zum nächsten Abfallbehälter transportiert. Bis in die Abendstunden ist die ehemalige Tierärztin am Rande der Landstraße beschäftigt.

Über vier Jahre im Koma


Um 18.45 Uhr wird Barbara Zürner dort noch in der Dunkelheit gesehen. Kurz darauf muss sie auf ihren Mörder getroffen sein. Der Unbekannte schlägt die Umweltschützerin, bis sie bewusstlos am Boden liegt. Dann missbraucht er sie auch noch. Am nächsten Morgen wird die schwer verletzte und nach wie vor bewusstlose Frau gefunden und in ein Berliner Krankenhaus gebracht. Über vier Jahre lang liegt sie dort, später dann in einem Pflegeheim bei Dresden im Koma. Am 3. März 2002 stirbt sie an den Folgen des brutalen Überfalls, ohne noch einmal erwacht zu sein.

Fragen nach Zeugen:

  • Wer hat am 30. Oktober 1997 zwischen 18.45 Uhr und 22 Uhr auf der Landstraße zwi­schen Velten und Borgsdorf im Bereich der Bushaltestelle "Leegebrucker Weg“ ein dort abgestelltes Fahr­zeug gesehen?
  • Wer weiß etwas über mögliche Konfrontationen zwi­schen Barbara Zürner und Anderen?
  • Wem hat sich der Täter in der Zwischenzeit viel­leicht offenbart?

Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen, ist eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt.

Zuständig: Kripo Neuruppin, Telefon 03391 / 3540

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